Das Management der Corona-Pandemie baut weitgehend von Anfang an auf Ergebnisse der Infektionszahlenerhebung und der Nachverfolgung: Wie viele Menschen gelten als positiv infiziert, und wo gibt es Infektions-Schwerpunkte, die vielleicht einer besonderen Maßnahme bedürfen?
Einen zentralen Knotenpunkt der Gesamtentwicklung bilden die örtlichen Gesundheitsämter: Je nach Leistungsfähigkeit und Effizienz bilden die an das Land und an das RKI übermittelten Daten eine stabilere oder weniger stabilere Grundlage für die Politik, die diese Daten nach wie vor als Grundlage weitreichender Entscheidungen nutzt.
Nach nunmehr rund einem Jahr Pandemiemanagement per Infektions-Daten-Erhebung und Bemühungen im Bereich der Nachverfolgung blicken wir auf den großen Bezirk Wandsbek und insbesondere darauf, welche Erkenntnisse sich im Bereich Nachverfolgung gezeigt haben und zu welchen Konsequenzen diese Erkenntnisse für das Pandemie-Management in unserem Bezirk geführt haben.
Dabei liegt ein Schwerpunkt auf dem Aspekt der Identifikation von Ansteckungsorten - eine Aufgabe, der sich auf Bundesebene das RKI widmet und nach wie vor in seinen regelmäßigen Bulletins darauf verweist, dass "nur ein kleiner Teil der insgesamt gemeldeten COVID-19 Fälle einem Ausbruch zugeordnet werden" kann. Demnach "fehlen für eine Vielzahl der Fälle Informationen zur Infektionsquelle. Clustersituationen in anonymen Menschengruppen (z.B. ÖPNV, Kino, Theater) sind viel schwerer für das Gesundheitsamt erfassbar als in nicht-anonymen Menschengruppen (Familienfeiern, Schulklassen, Sportverein etc.). Die vorliegenden Daten können daher nur einen kleinen Ausschnitt der tatsächlichen Übertragungen abbilden." Zudem findet sich der fast schon ständige Hinweis, dass die Gesundheitsämter bei hohem Arbeitsaufkommen nicht immer über die Kapazität verfügen, detaillierte Informationen zu Ausbrüchen zu erheben und zu übermitteln. Laut RKI KW 2/2021 waren rund 98.000 Ansteckungsorte unbekannt, lediglich 15.000 Ansteckungsorte konnte man identifizieren. Das entspricht in etwa der bereits über viele Monate übermittelten Quote von Nichtaufklärung der Infektionsorte zu rund 85 %. Trotz aller inzwischen erfolgten Maßnahmen zur Verbesserung ist diese Quote weitgehend über viele Monate bis heute unverändert.
Diese Datenlage, welche immerhin die Grundlage für weitreichende Eingriffe in Alltag und Existenz der Bürgerinnen und Bürger in Hamburg und unserem Bezirk Wandsbek bildet, ist also sehr ausbaubedürftig. Auch das Gesundheitsamt Wandsbek trägt mit Erhebung und Übermittlung von Daten rund um Infektionsentwicklungen und Ergebnissen zur Nachverfolgung zu den Gesamtdaten über den Pandemie-Status in Hamburg und damit zur Grundlage für Verordnungen und politischen Entscheidungen bei. Es liegt also auch eine große Verantwortung auf der erfolgreichen Arbeit des bezirklichen Gesundheitsamtes - und damit auf der Frage, ob das Amt erfolgreich zur Erhellung der Situation im Bezirk beiträgt, hier insbesondere unter dem Aspekt der Identifikation von Ansteckungs-Orten und der Maßnahmen zur Vermeidung solcher zur Infektionsquote beitragenden Orte.
Vor diesem Hintergrund fragen wir:
Das Bezirksamt Wandsbek antwortet wie folgt: 24.03.2021
a) Ende Mai 2020
Bezirksamt Wandsbek:
Dies wird nicht statistisch erfasst.
b) Ende Februar 2021
Bezirksamt Wandsbek:
Dies wird nicht statistisch erfasst.
a) dauerhaft damit beschäftigt
- Ende Mai 2020
Bezirksamt Wandsbek:
Es waren 99 Personen in der Kontaktnachverfolgung und im Pandemiemanagement eingesetzt.
- Ende Februar 2021
Bezirksamt Wandsbek:
Es waren 179 Personen in der Kontaktnachverfolgung und im Pandemiemanagement eingesetzt
b) in Teilzeit beschäftigt mit Nachverfolgung
- Ende Mai 2020
Bezirksamt Wandsbek:
68 der 99 Beschäftigten (2a) waren in einem Teilzeitarbeitsverhältnis angestellt.
- Ende Februar 2021
Bezirksamt Wandsbek:
110 der 179 Beschäftigten (2a) waren in einem Teilzeitarbeitsverhältnis angestellt.
c) im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung / Minijob beschäftigt mit Nachverfolgung
- Ende Mai 2020
Bezirksamt Wandsbek:
Es waren keine Personen im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung oder eines Minijobs beschäftigt.
- Ende Februar 2021
Bezirksamt Wandsbek:
Es waren drei der insgesamt 179 Personen (2a) mit jeweils 7 Wochenstunden beschäftigt. Die Arbeitsverhältnisse der drei Studierenden fallen aufgrund des geringen Beschäftigungsumfanges unter die Definition einer geringfügigen Beschäftigung / Minijob.
- Ende Mai 2020
- Ende Februar 2021
Bezirksamt Wandsbek:
Die Frage kann aufgrund der unklaren Fragestellung nicht beantwortet werden.
Bezirksamt Wandsbek:
Hinsichtlich der Infektionsrisiken für die Bürgerinnen und Bürger in Wandsbek in den öffentlichen Verkehrsmitteln kann wegen fehlender Statistik keine Aussage getroffen werden.
Eine gezielte Befragung in öffentlichen Verkehrsmitteln ist nicht sinnvoll, da dort keine Kontaktlisten geführt werden können.
a) Wenn ja, wie wurde diese potentielle Infektionsquelle in das Datensystem eingegeben?
Bezirksamt Wandsbek:
Entfällt.
b) Gab/gibt es ein Eingabefenster im "Pandemie Manager" für den ÖPNV als möglichen Ort einer Infektion?
Bezirksamt Wandsbek:
Nein.
c) Wenn ja/erfasst, wie wurde sichergestellt/ist belegt, dass ein öffentliches Verkehrsmittel die Infektionsquelle war? Und: Wurde der ÖPNV gezielt bezüglich Anteil an den Infektionszahlen evaluiert? Wenn nein, warum nicht?
Bezirksamt Wandsbek:
Entfällt.
d) Wenn ja/erfasst, hat sich die Relevanz des ÖPNV im Infektionsverbreitungsgeschehen mit der zunehmenden Diffundierung des Cars-Cov2-Virus und seiner Mutationen verändert?
Bezirksamt Wandsbek:
Entfällt.
Bezirksamt Wandsbek:
Hinsichtlich der Infektionsrisiken für die Bürgerinnen und Bürger in Wandsbek in Supermärkten kann wegen fehlender Statistik keine Aussage getroffen werden.
Eine gezielte Befragung in Supermärkten ist nicht sinnvoll, da dort keine Kontaktlisten geführt werden können.
a) Wenn ja, wie wurde diese potentielle Infektionsquelle in das Datensystem eingegeben?
Bezirksamt Wandsbek:
Entfällt.
b) Gab/gibt es ein Eingabefenster im "Pandemie Manager" für Supermärkte als möglichen Ort einer Infektion?
Bezirksamt Wandsbek:
Nein.
c) Wenn ja/erfasst, wie wurde sichergestellt/ist belegt, dass ein Supermarkt die Infektionsquelle war? Und: Wurden Supermärkte gezielt bezüglich Anteil an den Infektionszahlen evaluiert? Wenn nein, warum nicht?
Bezirksamt Wandsbek:
Entfällt.
d) Wenn ja/erfasst, hat sich die Relevanz der Supermärkte im Infektionsverbreitungsgeschehen mit der zunehmenden Diffundierung des Sars-Cov2-Virus und seiner Mutationen verändert?
Bezirksamt Wandsbek:
Entfällt.
Bezirksamt Wandsbek:
Eine Evaluation hinsichtlich der Infektionsrisiken für die Bürgerinnen und Bürger in Wandsbek für den Bereich Arbeitsplatz wurde nicht durchgeführt; im Zuge der Nachverfolgung erfolgte eine gezielte Befragung der Bürgerinnen und Bürger nach dem Arbeitsplatz bzw. Arbeitgeber.
a) Wenn ja, wie wurde diese potentielle Infektionsquelle in das Datensystem eingegeben?
Bezirksamt Wandsbek:
Als Hinweis auf die Infektionsquelle.
b) Gab/gibt es ein Eingabefenster im "Pandemie Manager" für Arbeitsplatze als möglichen Ort einer Infektion?
Bezirksamt Wandsbek:
Ja.
c) Wenn ja/erfasst, wie wurde sichergestellt/ist belegt, dass ein Arbeitsplatz die Infektionsquelle war? Und: Wurden Arbeitsplätze gezielt bezüglich Anteil an den Infektionszahlen evaluiert? Wenn nein, warum nicht?
Bezirksamt Wandsbek:
Wenn ein Arbeitsplatz als Infektionsquelle ausgemacht werden kann, wird dies als Vermerk festgehalten. Es erfolgte im Bezirksamt keine Evaluation bezüglich Anteil der Arbeitsplätze an den Infektionszahlen.
d) Wenn ja/erfasst, hat sich die Relevanz der Arbeitsplätze im Infektionsverbreitungsgeschehen mit der zunehmenden Diffundierung des Cars-Cov2-Virus und seiner Mutationen verändert?
Bezirksamt Wandsbek:
Entfällt, da keine Evaluierung erfolgt.
Bezirksamt Wandsbek:
„Haushalt“ ist eine häusliche Gemeinschaft. Es wird geprüft, wer die Infektion in die Familie trägt und wo der Überträgerin oder der Überträgerin seinerseits oder ihrerseits die Infektion erworben hat.
Das Ergebnis ist vielseitig und häufig abhängig von der Lebenssituation. So können über asymptomatische Kinder unbemerkt weitere Personen infiziert werden, andererseits berichten Seniorinnen und Senioren, dass sie keine Außenkontakte haben. Sie besuchen lediglich Supermärkte und Arztpraxen, ohne dass Infektionsquellen ausgemacht werden können. Familien verfügen über zahlreiche Kontakte, sodass eine Infektionskette unter Umständen nicht zuverlässig nachverfolgt werden kann.
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