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Finger Weg vom Handy beim Fahren durch Wandsbek! Eingabe

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Sachverhalt

Sehr geehrte Damen und Herren der Bezirksversammlung Wandsbek, die Ablenkung durch Mobiltelefone im Straßenverkehr hat auch in Wandsbek ein erschreckendes Ausmaß angenommen. Was täglich zu beobachten ist, lässt sich nicht als Einzelfall abtun: An nahezu jedem Zebrastreifen starren Autofahrerinnen und Autofahrer auf ihr Smartphone, anstatt die Straße im Blick zu behalten. Unter Radfahrenden ist die Handynutzung während der Fahrt zur traurigen Normalität geworden. Die offiziellen Unfallstatistiken spiegeln das wahre Ausmaß dieser katastrophalen Entwicklung nur unzureichend wider. Fachleute gehen von einer erheblichen Dunkelziffer aus, da Ablenkung als Unfallursache häufig nicht erkannt oder nicht eindeutig nachgewiesen wird. Die tatsächliche Gefährdungslage ist damit deutlich gravierender, als die Zahlen und die subjektive Wahrnehmung vermuten lassen. Dabei ist die Einschätzung als Kavaliersdelikt gefährlich irreführend: Studien zeigen, dass die Reaktionsfähigkeit bei der Handynutzung am Steuer ähnlich stark beeinträchtigt wird wie bei einem erheblichen Alkoholrausch - mit dem Unterschied, dass dieses Verhalten gesellschaftlich leider (noch) kaum geächtet wird. Von der Bundespolitik sind kurzfristig keine wirksamen Maßnahmen zu erwarten. Umso mehr liegt es an den Bezirken, im Rahmen ihrer Möglichkeiten initiativ zu werden und konkret zu handeln. Ich bitte Sie daher dringend, folgende Schritte zu prüfen und voranzutreiben:

- Einsatz von Handyblitzern: In Rheinland-Pfalz werden bereits stationäre Kontrollgeräte eingesetzt, die Handynutzung am Steuer automatisch erfassen. Wandsbek sollte sich für den Einsatz solcher Systeme, z.B. an U-Bahn-Brücken, einsetzen.

- Verstärkte Kontrollen vor Schulen und Kindergärten: Gerade in der Nähe von Bildungseinrichtungen müssen Kontrollen deutlich intensiviert werden. Kinder nehmen das Verhalten Erwachsener im Straßenverkehr genau wahr. Momentan bekommen Kinder täglich vorgelebt, dass Autofahren und Handynutzung selbstverständlich zusammengehören. Sie werden dieses Verhalten als normal verinnerlichen und es als Fahrerin oder Fahrer von morgen fortführen. Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, Kindern ein anderes Bild von verantwortungsvollem Fahren zu vermitteln. Auch bei der Verkehrsbildungsarbeit sollte das Thema Handy am Steuer daher den nötigen Raum einnehmen.

- Öffentlichkeitskampagne im Bezirk: Eine gezielte Sensibilisierungskampagne, die über Schulen, soziale Medien und lokale Medien verbreitet wird, kann das Bewusstsein für die Gefahr schärfen und soziale Normen langfristig verschieben. Dabei sollte auch die Handynutzung auf dem Fahrrad, die im öffentlichen Bewusstsein noch stärker verharmlost wird, angesprochen werden. Ich bitte Sie, dieses Thema auf die Tagesordnung der Bezirksversammlung zu setzen und die nötigen Schritte einzuleiten, um dieses dringende und unterschätzte Problem wirksam anzugehen.

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