Einschulungsuntersuchungen 2021 Kleine Anfrage v. 08.09.2021
Für manche Kinder, nicht nur aus sozial belasteten Familien, ist die Einschulungsuntersuchung eine erste, aus gesundheitlichen Gründen aber auch eine oft letzte Chance, sich entwickelnde Gesundheitsstörungen körperlicher, aber auch mentaler Art zu erkennen und entsprechend bedarfsgerecht therapeutisch auf eine Verbesserung der Situation hinzuwirken. Beispielsweise ist der Zahnzustand in dieser Zeit in der Wechselgebiss-Phase: Um Schäden an den gerade oder in den nächsten Monaten und Jahren kommenden Zähnen zu vermeiden, muss eine möglicherweise für das Kind ungesund laufende Entwicklung erfasst und auch gestoppt werden. Ein weiterer Aspekt sind Haltungsschäden und Schwierigkeiten in der Balance-Wahrung, die ihrerseits zu unerwünschten Auswirkungen auf das Wachstum von Knochen und Muskulatur haben, aber auch zu vermehrter Verunfallung führen können. Die Einschulungsuntersuchung findet insofern zu einem Zeitpunkt statt, der einen ganz entscheidenden Einfluss auf die aktuelle und vor allem auch zukünftige gesundheitliche und mentale Entwicklung und auch Leistungsfähigkeit und Leistungsfreude des Kindes haben können: Kinder, die nicht gut hören, sehen oder mitspielen können, sind nicht selten Mobbing ausgesetzt. Oft ist ihnen und auch den Eltern die Ursache für solche Ausgrenzungen gar nicht bekannt. Insofern tragen Einschulungsuntersuchungen erheblich dazu bei, Kinder mit Entwicklungsförderungsbedarf zu erkennen, sie zu einer Verbesserung der Ausgangslage zu befähigen und auch durch eigenes Verständnis für mögliche biologische Einschränkungen mehr Selbstbewusstsein für eine souveräne Integration in das Klassen- und Freundegefüge zu vermitteln. Kurz: Einschulungsuntersuchungen tragen erheblich zur Verbesserung der Chancen für körperliche und seelische gesunde Entwicklung von Kindern bei. Insbesondere durch die erheblichen psychischen und auch körperlichen Belastungen in der Pandemiephase (beispielsweise: zu wenig Bewegung) stellt sich ein sogar noch höherer Bedarf nach einer fundierten Schuleingangsuntersuchung als ohnehin schon.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung im Bezirk Wandsbek:
Das Bezirksamt Wandsbek antwortet wie folgt: 17.09.2021
Bezirksamt Wandsbek:
4620 (Stand 14.9.2021)
Bezirksamt Wandsbek:
2880 (Stand 9.9.2021), Kommentar, siehe unter 3.
Bezirksamt Wandsbek:
Schulzahnärztliche Untersuchungen waren noch nie Bestandteil der Schuleingangsuntersuchung.
Bezirksamt Wandsbek:
Eine Auflistung der Zahlen nach Stadtteilen kann nicht erfolgen. Die Dokumentationssoftware des Bezirksamtes ermöglicht eine Differenzierung nach Schulbezirken. Eine valide Auswertung des Schulbezirks Farmsen-Berne war aufgrund technischer Schwierigkeiten nicht möglich. Im Schulbezirk Farmsen-Berne sind durch den dortigen Außenstandort Kinder untersucht worden.
Die Vorschulkinder im Bezirk Wandsbek wurden priorisiert zur Schuleingangsuntersuchung einbestellt. Vorschulkinder mit Zugehörigkeit zu Schulen mit Sozialindex 1 und 2 wurden zuerst untersucht, da bekannt ist, dass in diesen Stadtteilen mehr Kinder Entwicklungsauffälligkeiten oder gesundheitliche Störungen haben. Viele Kinder, die nicht in sozialen Brennpunkten leben, wurden nicht untersucht.
Bezirksamt Wandsbek:
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schulärztlichen Dienstes wurden seit Beginn der Corona-Pandemie auch im Pandemiemanagement eingesetzt und standen für die Schulärztliche Untersuchung zeitweise nicht zur Verfügung. Seit ca. März 2021 ist das Team wieder in voller Stärke für die Untersuchungen tätig. Außerdem konnten wegen Hygieneauflagen weniger Kinder pro Tag einbestellt werden.
Bezirksamt Wandsbek:
Durch (Fach)-Ärztinnen und (Fach-)Ärzte. Das Bezirksamt Wandsbek stellt für diese Tätigkeit nur Ärztinnen und Ärzte ein, die entweder Fachärztin oder Facharzt für Pädiatrie sind oder eine nachgewiesene Expertise in der Untersuchung von Kindern vorweisen können. Diese werden unterstützt durch medizinische Fachangestellte und Personal mit medizinischen Fachkenntnissen.
Bezirksamt Wandsbek:
Siehe Punkt 2b.
Bezirksamt Wandsbek:
4,97 VZÄ Ärztin/Arzt, 6,62 VZÄ Assistenz. Alle Stellen sind besetzt.
Bezirksamt Wandsbek:
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schulärztlichen Dienstes unterstützen nicht mehr im Pandemiemanagement. Sie arbeiten wieder vollständig im Schulärztlichen Dienst. Wenn die Schulen oder Eltern der Erstklässlerinnen und Erstklässler des Sommers 2021 Entwicklungsauffälligkeiten beim Kind in der Schule beobachten, können Schule und auch Eltern die Kinder für eine schulärztliche Untersuchung nach § 34 Abs. 1 Hamburgisches Schulgesetz bei dem Schulärztlichen Dienst melden. Diese Kinder werden zeitnah schulärztlich untersucht.
Ergänzungsfragen dazu:
Bezirksamt Wandsbek:
Siehe b.
Bezirksamt Wandsbek:
Die Schuleingangsuntersuchung ist eine standardisierte Untersuchung, die nur von speziell ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten und Gesundheitsassistentinnen und Gesundheitsassistenten und nicht von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden kann. Zudem gibt es einen Mangel an Kinderärztinnen und Kinderärzten im Bezirk. Das Bezirksamt Wandsbek ist im Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen.
Bezirksamt Wandsbek:
Die Daten der Schuleingangsuntersuchung werden an die Gesundheitsbehörde geliefert. Diese wertet die Daten aus, um Präventionsmaßnahmen oder Lösungskonzepte zu entwickeln.
- hinsichtlich der körperlichen Gesundheit (ohne Zahnstatus) der Wandsbeker Einschüler Sommer 2021, im Vergleich zu den Ergebnissen aus den Einschulungsuntersuchungen vor der Pandemie-Zeit?
Bezirksamt Wandsbek:
Bei der Schuleingangsuntersuchung werden regelhaft Größe und Gewicht der Vorschulkinder gemessen. Darüber hinaus findet eine körperliche Untersuchung nur statt, wenn die altersgerechte Vorsorgeuntersuchung nicht durchgeführt wurde.
Das Untersuchungsjahr zur Einschulung 2021 lief bis zum 15.9.2021. End-Daten wurden noch nicht an die Gesundheitsbehörde geliefert. Ergebnisse/Auswertungen liegen daher noch nicht vor.
- hinsichtlich der zahnmedizinischen Gesundheit der Wandsbeker Einschüler Sommer 2021, im Vergleich zu den Ergebnissen aus den Einschulungsuntersuchungen vor der Pandemie-Zeit?
Bezirksamt Wandsbek:
Siehe 2b.
- hinsichtlich der mentalen Belastung der Kinder?
Bezirksamt Wandsbek:
Bei der Schuleingangsuntersuchung findet eine Verhaltensbeobachtung statt, die aber keine standardisierte Auswertung zulässt.
- hinsichtlich solcher Anzeichen, die auf Vernachlässigung oder Missbrauch (mental, körperlich) schließen lassen könnten?
Bezirksamt Wandsbek:
Ein Vergleich zu Vor-Pandemiezeit ist nicht möglich, da priorisiert untersucht wurde. Siehe erster Abschnitt Punkt 3.
Bezirksamt Wandsbek:
Das Ergebnis der Schuleingangsuntersuchung wird mit den anwesenden Eltern direkt nach der Untersuchung besprochen und ebenfalls direkt im Anschluss erfolgt eine Beratung bzgl. Fördermöglichkeiten oder Therapiemöglichkeiten. Hinweise, wo Förderung, Therapie oder weitere Beratung stattfinden kann, werden gegeben. Eltern mit Anspruch auf Sozialleistungen werden auf das Hamburger Bildungspaket hingewiesen, mit dem die Teilnahme z. B. in Sportvereinen gefördert werden kann.
Bezirksamt Wandsbek:
Bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung erfolgt eine schriftliche Meldung an das bezirkliche Jugendamt. Das Vorgehen ist standardisiert.
keine Anlage/n
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