Digitale Bürgerbeteiligung in Wandsbek stärken - transparent, inklusiv und nachvollziehbar Debattenantrag der CDU-Fraktion
Letzte Beratung: 09.04.2026 Bezirksversammlung Wandsbek Ö 4.1
Digitale Bürgerbeteiligung bietet die Chance, mehr Menschen niedrigschwellig, zeit- und ortsunabhängig an politischen und planerischen Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Gerade in einem vielfältigen und wachsenden Bezirk wie Wandsbek kann sie dazu beitragen, zusätzliche Zielgruppen zu erreichen – etwa Berufstätige mit wenig Zeit, junge Menschen oder Personen, die klassische Präsenzformate aus unterschiedlichen Gründen nicht wahrnehmen können.
Der Bezirk Wandsbek nutzt bereits digitale Beteiligungsinstrumente wie das Digitale Partizipationssystem (DIPAS) und „Bauleitplanung online“. Einzelne Verfahren zeigen, dass diese Formate eine hohe Beteiligung und eine breite öffentliche Resonanz erzielen können. Digitale Beteiligung ist damit kein Experiment mehr, sondern einetabliertes Instrument der Verwaltungs- und Planungspraxis.
Gleichzeitig macht die Auswertung der bisherigen Praxis deutlich, dass digitale Bürgerbeteiligung im Bezirk bislang überwiegend projektbezogen und nicht auf Grundlage einheitlicher Standards erfolgt. Verbindliche Leitlinien, klar definierte Mindestanforderungen sowie eine systematische und bezirksweit sichtbare Bündelung der Verfahren fehlen bislang. Für Bürgerinnen und Bürger ist daher oft nicht transparent, wann und in welcher Form sie sich beteiligen können und was mit ihren Beiträgen geschieht.
Besonders relevant ist die Frage der Rückmeldung: Beteiligung entfaltet nur dann langfristig Vertrauen und Akzeptanz, wenn nachvollziehbar wird, wie mit eingebrachten Hinweisen und Anregungen umgegangen wurde. Ohne strukturierte Auswertung und transparente Kommunikation besteht die Gefahr, dass Beteiligung als unverbindlich oder symbolisch wahrgenommen wird. Klare Rückmeldestrukturen stärken hingegen die demokratische Kultur und erhöhen die Qualität zukünftiger Verfahren.
Konkrete Beteiligungsverfahren im Bezirk zeigen zudem, wo noch Verbesserungsbedarf besteht und wo einheitliche Leitlinien von Vorteil wären Dazu zählen unter anderem:
In diesen Verfahren hätten und könnten klare Standards hinsichtlich Transparenz, Verständlichkeit und Barrierefreiheit sowie eine nachvollziehbare Auswertung und Rückmeldung der Ergebnisse ein Zugewinn für die Bürgerbeteiligung sein.
Zudem bestehen weiterhin Barrieren – etwa hinsichtlich Barrierefreiheit, Verständlichkeit, technischer Zugänglichkeit oder Mehrsprachigkeit. Digitale Beteiligung darf keine neuen Ausschlüsse produzieren. Sie muss sich an unterschiedlichen Lebensrealitäten orientieren und so gestaltet sein, dass sie möglichst vielen Menschen offensteht. Dabei geht es nicht um Perfektion im ersten Schritt, sondern um nachvollziehbare Verbesserungen und pragmatische Übergangslösungen.
Um digitale Bürgerbeteiligung dauerhaft zu stärken, braucht es daher keinen zusätzlichen Aktionismus, sondern klare Strukturen, Transparenz und Verlässlichkeit. Ziel ist es, Beteiligung planbar, nachvollziehbar und für möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu gestalten – ohne analoge Beteiligungsformate zu ersetzen und ohne die Verwaltung unnötig zu belasten. Digitale und analoge Beteiligung sollen sich sinnvoll ergänzen und gemeinsam zu einer modernen, offenen und dialogorientierten Verwaltung beitragen.
Mit der Erarbeitung bezirklicher Leitlinien, der Verbesserung von Transparenz und Rückmeldung sowie der Bündelung von Informationen in einem zentralen Beteiligungskalender wird ein Rahmen geschaffen, der bestehende Instrumente systematisiert, ihre Qualität sichert undihre Sichtbarkeit erhöht. Dies stärkt sowohl die demokratische Legitimation von Planungsprozessen als auch das Vertrauen der Bevölkerung in politische Entscheidungen.
Die Bezirksversammlung Wandsbek möge beschließen:
Beschluss:
Das Bezirksamt Wandsbek wird gebeten,
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