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Bäume und Sträucher am Ufer des Alsterlaufs Eingabe

Eingabe

Bera­tungs­reihen­folge
Gremium
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08.02.2022
26.01.2022
24.01.2022
Sachverhalt

 

Folgende Eingabe liegt der Geschäftsstelle vor:

 

vor Kurzem gab es ein Hochwasser im Alstertal. Dabei wurden große Teile des Ufers, das durch die Dürresommer der letzten Jahre bereits teils erodiert war, weggespült. Viele Bäume und Sträucher standen danach im Wasserstrom. Nun, da der Wasserspiegel wieder niedriger ist, sind zahlreiche Bäume und Büsche entweder in den Fluss gekippt, stehen schräg über der Wasserfläche oder das Wurzelwerk liegt zu großen Teilen frei, so dass Umsturzgefahren bestehen.

Einige Bäume und Sträucher sind daher bereits schnell abgesägt worden, andere schon zu diesem Zweck markiert.

Aus meiner Sicht besteht nun das Risiko, dass, um Wassersport auf der Alster zu ermöglichen, alle Pflanzen, die ein Verkehrsrisiko darstellen könnten, gefällt werden. Aktuell handelt es sich an der gesamten Strecke um tausende Pflanzen. Exemplarisch habe ich Ihnen Fotos (vom 12.01.2022) des Ufers auf der Höhe zwischen dem Bahnhof Wellingsbüttel und Hoheneichen in diese Datei kopiert. Allein hier würde es sich um hunderte Pflanzen handeln, die abgeschnitten werden müssten, um Kanufahrer:innen oder Stand-Up-Paddeler:innen nicht zu gefährden.

Dies würde bedeuten, dass auf weiten Strecken fast der gesamte Uferbewuchs entfernt werden müsste. Die Konsequenz daraus wäre, dass damit der Teufelskreis aus Erosion und Wegspülen der Erde beschleunigt würde.

In den letzten Jahren sehe ich in Wandsbek, wie schleichend ein riesiger Teil des Baum- und Strauchbestandes sowohl auf öffentlichem wie privatem Grund fatalerweise gefällt wird. Das Alstertal stellt noch ein extrem wertvolles Refugium und Biotop dar, welches in den zukünftigen Wechseln von Dürre und Hochwasser dringend gebraucht wird. Daher möchte ich Sie bitten, den Alsterlauf jetzt in den ausgedehnten betroffenen Gebieten unter Schutz zu stellen und – bis auf den Spazierweg - sich selbst zu überlassen: Das heißt heute, die Bäume gegebenenfalls quer über der Alster liegenzulassen. Dies würde leider bedeuten, dass dort kein Wassersport mehr möglich ist. Mir ist klar, dass diese ‚Urwald‘-Strategie – vor allem in Pandemiezeiten – Konfliktpotenzial birgt. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Raum als Oase für Menschen und andere Tiere in den nächsten Jahrzehnten erhalten werden kann, auf diese Weise größer.

 

Ich wünsche mir eine Abwägung, welche die langfristige Perspektive im Blick behält: Was ist wichtiger: Wassersport im Alstertal jetzt oder der Erhalt eines einzigartigen Biotops, das in der nahen und fernen Zukunft dringend gebraucht wird? Letzten Sommer (2021) sind sowieso bereits Teile des Alsterlaufs fast komplett trockengefallen.

 Ich wünsche mir, dass Sie jetzt nicht tausende von Bäumen und Sträuchern am Alsterufer fällen, sondern die Pflanzen – auch diagonal über dem Fluss - liegenlassen. Die Natur wird sich hier selbst organisieren und Tieren Lebensraum und Nahrung sowie Menschen darüber hinaus gute Waldluft, Kühle im Sommer und Schönheit spenden.

 

Ganz konkret: Wie sind Ihre nächsten Schritte im Hinblick auf dieses Areal? Wann wird was passieren? Um eine Antwort möchte ich gern bitten.

 

 

 

Anhänge

 

Exemplarische Fotos des Ufers zwischen Bahnhof Wellingsbüttel und Hoheneichen.