Stellungnahme zu dem Antrag NEU Gem. Antrag SPD und DIE LINKE betr. Nutzung und Weiterentwicklung des Freibads Neugraben
Letzte Beratung: 27.05.2026 Regionalausschuss Süderelbe Ö 4.1
Das Freibad Neugraben stellt ein wichtiges Freizeit- und Sportangebot für den Stadtteil sowie darüber hinaus dar und wird besonders auch von Kindern, Jugendlichen und Familien genutzt. Vor dem Hintergrund sich verändernder Rahmenbedingungen, wie etwa demografischer Entwicklungen, witterungsabhängiger Nutzung sowie veränderter personeller und organisatorischer Voraussetzungen, besteht ein berechtigtes Interesse daran, die Entwicklung der Nutzerzahlen über einen längeren Zeitraum hinweg sowie die Ausgestaltung und Veränderung der Öffnungszeiten nachvollziehbar darzustellen.
Darüber hinaus ist von besonderer Bedeutung, in welcher Weise Bäderland Hamburg auf diese Entwicklungen reagiert und mit welchen bestehenden oder geplanten Maßnahmen die Attraktivität und Bekanntheit des Freibades Neugraben gesteigert und die Nutzung langfristig gesichert werden sollen. Eine transparente und umfassende Berichterstattung hierüber ermöglicht es, die aktuelle Situation fundiert zu bewerten und gegebenenfalls weitere Handlungsempfehlungen zur Stärkung und Weiterentwicklung des Freibadangebotes zu beraten.
Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, Vertreter und Vertreterinnen von Bäderland Hamburg in den Regionalausschuss Süderelbe einzuladen, um zum Freibad Neugraben zu berichten. Gegenstand der Berichterstattung sollen die Entwicklung der Nutzerzahlen des Freibades Neugraben und die betriebswirtschaftliche Situation (Mittelherkunft und Mittelverwendung) in den letzten zehn Jahren sein, differenziert nach Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen. Darüber hinaus soll Bäderland Hamburg die Öffnungszeiten des Freibades im vergangenen Jahr darstellen sowie Veränderungen der Öffnungszeiten in den letzten Jahren erläutern und die jeweiligen Gründe hierfür darlegen.
Weiterhin soll berichtet werden, welche Maßnahmen derzeit ergriffen werden beziehungsweise künftig geplant sind, um die Attraktivität und Bekanntheit des Freibades Neugraben zu steigern und die Nutzerzahlen insgesamt zu erhöhen.
Bezirksversammlung Harburg
Der Vorsitzende 18.05.2026
die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) nimmt zum o.g. Beschluss unter Beteiligung der Bäderland Hamburg GmbH (Bäderland) wie folgt Stellung:
Besucherzahlen: Die Übersicht der Besucherzahlen im Sommerfreibad Neugraben seit dem Jahr 2015 zeigt typische jährliche und i.d.R. wetterabhängige Schwankungen. Im Vergleich zur „Vor-Corona-Zeit“ ist erkennbar, dass die vorübergehende Einführung von Ruhetagen keinen nennenswerten Einfluss auf die tatsächlichen Besucherzahlen hatte und die „Corona-Zeit“ teilweise sogar positive Effektein den Sommerfreibädern brachte.
Jahr |
Gesamtbesucherzahl |
Ggf. Anmerkung |
2015 |
4.500 |
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2016 |
3.500 |
|
2017 |
2.100 |
langjährig schlechtester Sommer in allen Freibädern |
2018 |
6.950 |
„Jahrhundertsommer“ |
2019 |
5.000 |
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2020 |
6.100 |
Sondereffekt wg. Corona, nur Freibäder durften öffnen |
2021 |
3.650 |
Schwimmhallen wieder mit Zutrittslimit verfügbar |
2022 |
2.750 |
tlw. noch Corona-Auflagen |
2023 |
3.900 |
|
2024 |
3.200 |
|
2025 |
3.400 |
Betriebliche Situation:Das Sommerfreibad Neugraben versorgt die lokale Bevölkerung in Neugraben in der Sommersaison kostengünstig und vor Ort mit einem Sommerfreibadangebot. Das Einzugsgebiet erstreckt sich nicht auf benachbarte Stadtteile. Die Betriebsweise und Eintrittspreisedes Bads entsprechen dabei Bäderlands anderen Sommerfreibadstandorten ohne Hallenbadanbindung. Das Sommerfreibad ist im Betrieb nicht kostendeckend und daher zusätzlich zu den Einnahmen aus dem Gästebetrieb auf finanzielle Mittel angewiesen. Nachdem sich der Betreiberverein/Förderverein des Sommerfreibads Neugraben schrittweise zurückgezogen hatte, betreibt Bäderland das Bad im Auftrag des Bezirksamtes Harburg. Die nötigen finanziellen Mittel werden gemäß einer - derzeit bestehenden - Verabredung durch dasBezirksamt bereitgestellt. Die von Bäderland eingeworbenen Mittel liegen bei jährlich maximal 90.000 Euro. Sofern das Defizit nach Verrechnung der Einnahmen und Ausgaben aus dem Badebetrieb diesen Betrag übersteigt, trägt Bäderland die darüberhinausgehenden Mehrkosten. Der langjährige Zuschussbedarf liegt bei rd. 80.000 Euro jährlich. Jährliche Instandhaltungsmaßnahmen umfassen rd. 20% der maximal zur Verfügung stehenden Mittel, der Rest entfällt auf Betriebsmittel, Personalkosten, Investitionsmittel. Minderausgaben/-bedarfe entstehen i.d.R. wetterabhängig durch geringeren Verbrauch von Betriebsmitteln oder geringeren Personaleinsatz.
Öffnungszeiten:Das Bad hat in der Freibadsaison, deren Beginn wetterabhängig üblicherweise zw. Mitte Mai und Mitte Juni liegt, täglich von 11 bis 19 Uhr an sieben Tagen/Woche geöffnet. In Folge der Auswirkungen der Corona-Pandemie war die gesamte Bäderbranche, so auch Bäderland, mit einem akuten Personalmangel konfrontiert. Diesem Mangel konnte trotz intensiver Rekrutierungsbemühungen und des Einsatzes von Personaldienstleister:innen nur durch Anpassung der Öffnungszeiten ausreichend begegnet werden. Das Bad hatte daher in den Jahren 2022 bis 2025 nur an fünf Tagen/Woche geöffnet. In der aktuellen Saison 2026 wird das Bad wieder die regulären Öffnungszeiten an allen sieben Wochentagen anbieten.
Bausubstanz/investive Maßnahmen: Baulich ist das Bad in einem funktionstüchtigen Zustand. Nötige Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen werden umgehend durchgeführt bzw. vor dem nächsten Saisonstart terminiert, so in den letzten Jahren u.a. Instandsetzung Solaranlage, Instandsetzung Umwälzpumpe, Sanierung eines Durchschreitebeckens, Dachsanierung zentrales Technikhaus und Kassenhaus. Kosmetische Maßnahmen wie z.B. Malerarbeiten, Baumpflege und gärtnerische Tätigkeiten usw. sowie der Austausch technisch notwendiger Geräte (Wassersauger, Rasenmäher, etc.) gehören zum jährlich anfallenden Programm und den üblichen Saisonvor- bzw. Nachbereitungen. Investive Maßnahmen, z.B. neue Sitzmöbel für Gäste oder Container für Kasse, Bistro, Personalräume werden/wurden konkret im Rahmen der Mitteleinwerbung platziert und entsprechend umgesetzt. Für kommende Jahre sind über die üblichen Instandhaltungsthemen hinaus noch keine Maßnahmen definiert. Die dazu nötige Projektplanung findet jeweils im Herbst nach der Saison eines Jahres statt.
gez. Böhm
f.d.F. Kaidas
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