Große Anfrage - Kürzungen der Mittel für Sozialräumliche Integrationsnetzwerke (SIN) ab 2026 - Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und Träger im Bezirk Harburg
Nach aktuellen Berichten sollen die Mittel für die Sozialräumlichen Integrationsnetzwerke (SIN) in Hamburg ab dem Jahr 2026 um insgesamt 3 Millionen Euro gekürzt werden. Betroffen sind Angebote für Kinder und Jugendliche in Geflüchtetenunterkünften. Hamburg weit leben derzeit über 15.000 Kinder und Jugendliche unter teils hoch belastenden Bedingungen in Unterkünften.
Die SIN-Angebote wurden in den vergangenen Jahren gezielt aufgebaut, um diesen jungen Menschen niedrigschwellige, sozialräumlich verankerte Unterstützungs-, Beratungs- und Präventionsangebote zu machen und ihnen den Zugang zu Regelangeboten zu erleichtern. Vor diesem Hintergrund haben die bezirklichen Jugendämter in Altona, Eimsbüttel und Bergedorf im Herbst 2025 warnende Schreiben an sozialen Träger verschickt. Inzwischen ist klar, dass ab Januar 2026 zahlreiche Angebote eingestellt werden müssen, da die Finanzierung wegfällt.
Besonders kritisch ist dabei die auch Kurzfristigkeit der Finanzierungsabsagen: Die Anträge wurden fristgerecht im Sommer 2025 gestellt, ohne dass die Träger zu diesem Zeitpunkt Kenntnis von den geplanten Kürzungen hatten. Eine so späte Absage stellt Träger und Beschäftigte vor erhebliche rechtliche und organisatorische Probleme und gefährdet bewährte Strukturen der sozialen Arbeit.
Vor diesem Hintergrund fragen wir das Bezirksamt Harburg:
Frage 1:
a) Wie hoch war das jährliche SIN-Fördervolumen im Bezirk Harburg bislang? Bitte aufschlüsseln für die Jahre 2020 bis 2025.
b) Wie hoch ist das für Harburg vorgesehene Fördervolumen ab 2026?
Frage 2:
a) Welche Projekte und Träger im Bezirk Harburg wurden in 2025 über SIN-Mittel gefördert?
Bitte auflisten nach Projekt, Träger, Fördersumme, Personalumfang und Laufzeit
b) Welche dieser Projekte sind von Kürzungen oder Streichungen betroffen?
c) In welcher Höhe werden die jeweiligen Projekte gekürzt (absolut und prozentual)
d) Welche Angebote müssen vollständig eingestellt werden?
Frage 3:
a) Wie viele Kinder und Jugendliche verlieren durch die Kürzungen den Zugang zu Unterstützungs-, Beratungs- oder Gruppenangeboten?
b) Welche Folgen erwartet das Bezirksamt insbesondere für besonders belastete und vulnerable junge Menschen?
Frage 4:
Wie bewertet das Bezirksamt die Kurzfristigkeit der Finanzierungsabsagen vor dem Hintergrund arbeitsrechtlicher Verpflichtungen der Träger sowie der fehlenden Möglichkeit, kurzfristig alternative Finanzierungen zu erschließen?
Frage 5:
Welche Maßnahmen plant das Bezirksamt, um die wegfallenden SIN-Angebote zumindest teilweise zu kompensieren oder die Folgen der Kürzungen für Kinder, Jugendliche und Träger im Bezirk Harburg abzumildern?
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