Bestandssicherung und Weiterentwicklung der Jugendhilfe - Stellungnahme des Jugendhilfeausschuss (JHA) Harburg zur Finanzierung der Jugendhilfe
Letzte Beratung: 10.06.2026 Jugendhilfeausschuss Ö 11.2
Mit Schreiben vom 24.10.2025 hat die Bezirksamtsleitung Harburg gegenüber der Behörde
für Schule, Familie, Berufsbildung Stellung zur vorgesehenen Schlüsselung der
Rahmenzuweisungen im Aufgabenbereich 303 Jugend und Familie im Haushaltsplan-Entwurf
2027/2028 genommen.
In der Stellungnahme wird ausgeführt, dass die gegenwärtige Berechnung der bezirklichen
Ansätze die tatsächlichen Bedarfe des Bezirks Harburg weiterhin nicht ausreichend abbilde.
Insbesondere würde die besondere soziale Lage im Bezirk, die bereits erfolgten und zu
erwartenden Zuzüge – insbesondere von Kindern und Jugendlichen –sowie der hohe Anteil
von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte nicht angemessen berücksichtigt.
Zugleich verweist die Bezirksamtsleitung auf den im Jahr 2022 gemeinsam entwickelten und
in der Steuerungsgruppe Jugendhilfe beschlossenen Vorschlag zur Weiterentwicklung der
Schlüsselung. Dieser orientiert sich zu 70 % am Jugendeinwohnerwert U27 und zu 30 % am
RISE-Faktor und wurde fachlich zwischen Bezirksämtern und Fachbehörde abgestimmt.
Die Umsetzung des neuen Modells konnte bislang aufgrund fehlender zusätzlicher
Haushaltsmittel und des notwendigen Bestandsschutzes nicht erfolgen. Für den
Doppelhaushalt 2027/2028 wird ein zusätzlicher Mittelbedarf in Höhe von 2,1 Mio. €
benannt, um die neue Verteilung umzusetzen und zugleich bestehende Strukturen in
anderen Bezirken abzusichern.
Darüber hinaus wurde durch die Steuerungsgruppe Jugendhilfe beschlossen, gemeinsam mit
den Bezirksämtern eine überörtliche Jugendhilfeplanung als Grundlage der zukünftigen
Angebotsentwicklung vorzunehmen.
Der Jugendhilfeausschuss teilt die Einschätzung, dass die Jugendhilfe im Bezirk Harburg
angesichts der sozialen und demografischen Entwicklung strukturell gestärkt und
bedarfsgerecht weiterentwickelt werden muss.
1. Die Bezirksversammlung / der Jugendhilfeausschuss hat sich der Stellungnahme
der Bezirksamtsleitung Harburg zur Schlüsselung der Rahmenzuweisungen im
Aufgabenbereich 303 Jugend und Familie (Epl. 3.1 – BSFB) vom 24.10.2025
angeschlossen und hebt den Inhalt der Stellungnahme nochmals hervor.
2. Die Bezirksversammlung / der Jugendhilfeausschuss fordert die Behörde für Schule,
Familie, Berufsbildung auf, gemeinsam mit der Finanzbehörde die Voraussetzungen
zu schaffen, damit die im Jahr 2022 fachlich abgestimmte und in der
Steuerungsgruppe Jugendhilfe beschlossene Weiterentwicklung der Schlüsselung
umgesetzt werden kann. Diese sieht eine Verteilung der Mittel auf Grundlage eines
Schlüssels vor, der zu 70 % am Jugendeinwohnerwert U27 und zu 30 % am RISE-Faktor
orientiert ist.
3. Die Bezirksversammlung/ der Jugendhilfeausschuss unterstützt die Forderung nach
Bereitstellung zusätzlicher Mittel im Doppelhaushalt 2027/2028, um die Umsetzung
des neuen Verteilungsmodells unter Wahrung des Bestandsschutzes der bisher
ausgestatteten Bezirke zu ermöglichen. Der hierfür benannte Mehrbedarf beträgt mindestens 2,1 Mio. €.
4. Die Bezirksversammlung / der Jugendhilfeausschuss fordert den Senat der Freien und Hansestadt auf, die Jugendhilfe finanziell auskömmlich und zukunftsfähig zu stärken. Insbesondere ist die 10% Kürzung im Arbeitsfeld der OKJA im Zusammenhang mit der Organisation der Ganztagsschule aus 2013/2014 zurückzunehmen und inflationsberücksichtigt zu regulieren.
5. Die Bezirksversammlung / der Jugendhilfeausschuss unterstützt die Durchführung
einer überörtlichen Jugendhilfeplanung durch die zuständige Fachbehörde
gemeinsam mit den Bezirksämtern, als Grundlage für die bedarfsgerechte
Weiterentwicklung der Angebote der Kinder- und Jugendhilfe.
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