22-0838

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Bezirk Bergedorf

Große Anfrage nach § 24 BezVG

Letzte Beratung: 28.05.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 3.4

Sachverhalt

Große Anfrage

der BAbg. Krohn, Seiler, Winkelbach, Meyer, Zimmermann, Unbehauen, Schander

und der AfD-Fraktion Bergedorf

Sachverhalt:
Die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners (EPS) stellt den Bezirk Bergedorf seit mehreren Jahren vor zunehmende Herausforderungen. Die Raupen des Nachtfalters verfügen über gesundheitsgefährdende Brennhaare, deren Nesselgift bei Menschen teils erhebliche Hautreizungen, Atemwegsbeschwerden und allergische Reaktionen auslösen kann. Gleichzeitig entstehen Belastungen für den Baumbestand sowie Einschränkungen für die Nutzung öffentlicher Wege, Grünanlagen und Erholungsflächen.
Besonders betroffen erscheinen die weitläufigen Deich- und Alleenbereiche in den Vier- und Marschlanden mit ihren zahlreichen Eichenbeständen entlang touristisch genutzter Wege und Straßen. Hinzu kommen sensible Natur- und Landschaftsschutzgebiete, in denen Bekämpfungsmaßnahmen nur eingeschränkt möglich sind und naturschutzfachlich sorgfältig abgewogen werden müssen. Vor diesem Hintergrund gewinnt ein langfristiges Monitoring sowie eine koordinierte und effiziente Bekämpfungsstrategie zunehmend an Bedeutung. Ebenso relevant sind Fragender Kostenentwicklung, der Priorisierung von Maßnahmen sowie der Zusammenarbeit zwischen Bezirksamt, Fachbehörden und weiteren beteiligten Stellen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir:

1. Wie viele bestätigte Funde von Nestern des Eichenprozessionsspinners gab es in den Jahren 2023, 2024, 2025 sowie bislang im Jahr 2026 im Bezirk Bergedorf? (Bitte nach Jahren und Stadtteilen beziehungsweise Ortsteilen aufschlüsseln.)

2. Wie hoch waren die jährlichen Gesamtausgaben für Prävention, Bekämpfung, Absaugung, Entsorgung und sonstige Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Eichenprozessionsspinner in diesem Zeitraum?

3. Wie viele Bäume auf öffentlichem Grund wurden im Jahr 2026 bislang präventiv behandelt?

4. Welche Bereiche beziehungsweise Flächen im Bezirk werden derzeit als dauerhafte Belastungs- oder Schwerpunktgebiete mit wiederkehrendem Befall eingestuft?

5. Wie hat sich die Anzahl der Bürgerhinweise und Meldungen über den „Melde-Michel“ oder andere Meldesysteme in den vergangenen Jahren entwickelt?

6. Wie erfolgt die Koordination zwischen Bezirksamt, Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) sowie weiteren Stellen bei der Bekämpfung entlang der Deichanlagen und Hauptverkehrswege in den Vier- und Marschlanden?

7. Welche Bereiche entlang touristisch stark frequentierter Wege insbesondere entlang der Elbdeiche und des Elberadwegs gelten aktuell als besonders betroffen?

8. Welche Maßnahmen werden ergriffen, um Spaziergänger, Radfahrer sowie Anwohner frühzeitig auf Belastungsbereiche hinzuweisen?

9. Inwieweit liegen Erkenntnisse über Auswirkungen des Befalls auf landwirtschaftliche Betriebe, Erntehelfer oder Tierhaltung in den Vier- und Marschlanden vor?

10. Welche Beratungs- oder Unterstützungsangebote bestehen für betroffene landwirtschaftliche Betriebe?

11. Wie wird bei Bekämpfungsmaßnahmen in Natur- und Landschaftsschutzgebieten sichergestellt, dass andere geschützte Insekten- und Schmetterlingsarten möglichst nicht beeinträchtigt werden?

12. Welche Bekämpfungsverfahren wurden in den vergangenen Jahren im Bezirk hauptsächlich eingesetzt?

13. Welche Erfahrungen hat das Bezirksamt mit biologischen beziehungsweise mechanischen Bekämpfungsverfahren gemacht?

14. Nach welchen Prioritäten erfolgt die Bearbeitung eingehender Meldungen? (Bitte insbesondere auf Kitas, Schulen, Spielplätze, Bushaltestellen und touristische Wege eingehen.)

15. Wie hoch ist die durchschnittliche Zeitspanne zwischen Eingang einer Meldung und der tatsächlichen Begutachtung beziehungsweise Entfernung eines Nestes?

16. Welche externen Dienstleister oder Fachfirmen werden derzeit mit der Bekämpfung beauftragt?

17. Werden im Bezirk Maßnahmen zur Förderung natürlicher Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners etwa durch Nistkästen für Meisen durchgeführt oder geplant?

18. Wiegestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) hinsichtlich Monitorings und Bekämpfung?

19. Gibt es bezirksübergreifende Konzepte oder Abstimmungen mit anderen Hamburger Bezirken?

20. Rechnet dasBezirksamt aufgrund klimatischer Entwicklungen künftig mit einer weiteren Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners im Bezirk Bergedorf?

21. Welche zusätzlichen Maßnahmen oder Strategien plant das Bezirksamt für die kommenden Jahre?

Petitum/Beschluss

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Anhänge

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Lokalisation Beta
Aue Deich Bahn-Landwirtschaft Bezirk Hamburg e.V.

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