22-1648.01

Antwort auf Kleine Anfrage Fraktion Die Linke betr.: Nachpflanzungen von Bäumen im Bezirk Harburg

Antwort / Stellungnahme des Bezirksamtes

Letzte Beratung: 19.05.2026 Hauptausschuss Ö 4.15

Sachverhalt

Im Bezirk Harburg werden regelmäßig Bäume gepflanzt, sei es, um Grünanlagen neu zu gestalten, als Ersatz für gefällte Straßenbäume oder für den notwendigen Umbau zu einem klimaresilienteren Stadtgrün.

Verschiedene Bäume und Pflanzen lösen bei einem Teil der Bevölkerung Allergische Reaktionen aus. Im Jahr 2025 stieg z.B. die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle durch Pollenallergien deutlich an, auch die absolute Anzahl der Betroffenen ist langfristig ansteigend.

Es gibt verschiedene Wege, das Leiden von Betroffenen zu reduzieren,

Z.B. die Verwendung von allergikerfreundlichen Baum- und Pflanzenarten, pollenarme Bäume, Berücksichtigung der Windblütigkeit bei Bäumen oder die Verwendung von Bäumen mit weiblichen Blütenorganen statt männlicher Bäume.

Hintergund ist, bei diözischen (zweihäusige) Bäumen befinden sich die männlichen und weiblichen Blütenorgane auf unterschiedlichen Individuen. Bäume mit männlichen Blütenorganen produzieren Pollen, weibliche Bäume produzieren Früchte. Unter dem Stichwort ‘Botanischer Sexismus’ wird die Praxis zusammengefasst, bevorzugt männliche Bäume zu pflanzen, um die “Verschmutzung” der Gebiete durch Baumfrüchte zu vermeiden.

Die Mehrheit der Baumarten sind zwittrig. Sie produzieren Blüten mit sowohl männlichen als auch weiblichen Teilen. Infolgedessen gilt für die meisten Bäume keine menschliche Geschlechtsbinarität. Für bekannte und beliebte Stadtbäume, wie Pappel, Esche, Weide, jedoch schon.

Daher fragen wir:

1. Werden die Anforderungen von Allergiker*innen bei der Pflanzung von Bäumen berücksichtigt?

a. Wenn ja, in welcher Weise?

b. Wenn nein, wieso nicht?

2. Werden bei Neupflanzungen von Bäumen die Geschlechter und die damit einhergehende Belastung durch Pollen oder Baumfrüchte berücksichtigt?

a. Wenn ja, in welcher Weise?

b. Wenn nein, wieso nicht?

FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg

21. April 2026


Das Bezirksamt Harburg beantwortet die Anfrage der ehemaligen Fraktion DIE LINKE
Drs. 22-1648, wie folgt:

  1. In Werden die Anforderungen von Allergiker*innen bei der Pflanzung von Bäumen berücksichtigt?.

a. Wenn ja, in welcher Weise?

b. Wenn nein, wieso nicht?


Die Berücksichtigung von Allergiker-Anforderungen ist grundsätzlich wünschenswert, aber in der Praxis nur eingeschränkt möglich. Dennoch versucht das Bezirksamt Harburg bei Neupflanzungen auf eine möglichst breite Mischung und auf weniger Allergene Arten zu achten, soweit dies umsetzbar ist.


2. Werden bei Neupflanzungen von Bäumen die Geschlechter und die damit
einhergehende Belastung durch Pollen oder Baumfrüchte berücksichtigt?

a. Wenn ja, in welcher Weise?

b. Wenn nein, wieso nicht?


Auch im Bezirksamt Harburg wird bei der Auswahl von Baumarten und -sorten auf die Pollenbelastung geachtet, in dem auch weibliche oder einhäusige (männliche und weibliche Blüten an einem Baum) oder generell pollenarme Arten gepflanzt werden, um die Pollenbelastung zu reduzieren

Das Baumgeschlecht wird also berücksichtigt, ist aber nur ein Aspekt unter vielen. Die Entscheidung hängt immer von einer Vielzahl an Faktoren ab, darunter Standortbedingungen, ökologische Anforderungen und Verfügbarkeit der Pflanzen.

Die Auswahl ist zudem begrenzt, da nicht alle Baumarten in beiden Geschlechtern verfügbar sind und andere Standortanforderungen (z. B. Klimaresistenz, Bodenbeschaffenheit) eine große Rolle spielen.


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