Im Rahmen der Sitzung des Doppelausschusses für Regio/Mobilität am 8. April 2026 wurde durch die Verwaltung sowie von Referenten von Hamburg Wasser die Entwässerungssituation in der Beerentalsiedlung vorgestellt. Dabei wurde ausgeführt, dass das derzeit vorhandene, von einem Verein betriebene Regenwassersiel im Zuge der geplanten Straßenerneuerung zurückgebaut werden soll. Perspektivisch sollen die anliegenden Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer das anfallende Niederschlagswasser auf ihren Grundstücken versickern lassen oder anderweitig zurückhalten.
Vor dem Hintergrund der besonderen topographischen Lage (Hanglage) sowie der bekannten Bodenverhältnisse (u. a. Lehmlinsen und sandige Schichten) ergeben sich Fragen hinsichtlich der tatsächlichen Eignung des Gebietes für eine dezentrale Versickerung sowie möglicher Auswirkungen auf Boden, Grundwasser, Verkehrssicherheit und Infrastruktur.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:
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Aktuelle Entwässerungssituation
a) Wie viele Haushalte in der Beerentalsiedlung entwässern derzeit ihr Niederschlagswasser in das bestehende Regenwassersiel?
b) Welche Mengen an Niederschlagswasser (jährlich und ggf. durchschnittlich pro Haushalt) werden aktuell über das Regenwassersiel abgeführt?
c) Wie viele Haushalte entsorgen ihr Niederschlagswasser derzeit auf andere Weise (z. B. Versickerung, Zisternen, Einleitung in andere Systeme)?
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Prognostizierte Wassermengen
a) Welche jährlichen Niederschlagswassermengen fallen nach Kenntnis der Verwaltung auf den derzeit versiegelten privaten Flächen im betroffenen Gebiet an?
b) Welche dieser Wassermengen sollen künftig im Zuge der Umstellung auf dezentrale Lösungen im Untergrund versickern?
c) Welche Annahmen (z. B. Versiegelungsgrad, Niederschlagsdaten, Klimaprognosen) liegen diesen Berechnungen zugrunde?
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Boden- und hydrogeologische Bewertung
a) Welche Erkenntnisse liegen der Verwaltung zur Bodenbeschaffenheit im Gebiet vor, insbesondere im Hinblick auf Lehmlinsen und sandige Bodenschichten?
b) Wie wird die Versickerungsfähigkeit dieser Böden fachlich bewertet?
c) Welche Auswirkungen sind zu erwarten, wenn die bisher über Rohrsysteme abgeführten Wassermengen künftig im Boden verbleiben (z. B. Vernässung, Aufstau, Veränderung des Grundwasserstandes)?
d) Wurden entsprechende Gutachten oder Untersuchungen durchgeführt? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
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Auswirkungen der Hanglage
a) Wie wird die Hanglage des Gebietes bei der Planung der künftigen Entwässerung berücksichtigt?
b) Welche Risiken bestehen hinsichtlich oberflächlichen Wasserabflusses, Erosion oder unkontrollierter Wasserbewegungen bei Starkregenereignissen?
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Straßenentwässerung sowie Frost, Kälteperioden und Verkehrssicherheit
a) Wie wird die Straßenentwässerung im betroffenen Gebiet derzeit technisch umgesetzt und welche Systeme kommen dabei zum Einsatz?
b) Welche Mengen an Niederschlagswasser werden aktuell aus dem öffentlichen Straßenraum abgeführt und wohin erfolgt diese Ableitung?
c) Wie wird im Zuge der Umplanung sichergestellt, dass auch künftig eine der bisherigen Situation vergleichbare Leistungsfähigkeit und Sicherheit der Straßenentwässerung gewährleistet wird?
d) Ist vorgesehen, auch künftig eine Ableitung oder Versickerung in einem Umfang sicherzustellen, der den derzeit abgeführten Wassermengen entspricht? Wenn ja, in welcher Form? Wenn nein, warum nicht?
e) Wie wird das Verhalten von Regen- und Tauwasser in den geplanten Entwässerungseinrichtungen (z. B. Rigolen) bei Frost und länger anhaltenden Kälteperioden eingeschätzt?
f) Welche konkreten Maßnahmen sind vorgesehen, um Gefahren durch Glättebildung im Straßenraum zuverlässig auszuschließen?
g) Wie wird verhindert, dass es durch Frost-Tau-Wechsel zu Schäden an der Straßeninfrastruktur oder den Entwässerungseinrichtungen kommt?
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Technische Umsetzung und Vorsorgemaßnahmen
a) Welche konkreten Anforderungen werden an die Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer hinsichtlich der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung gestellt?
b) Welche Kontroll- oder Nachweispflichten sind vorgesehen?
c) Welche Maßnahmen sind geplant, falls sich die dezentrale Versickerung in der Praxis als unzureichend erweist?