22-0716.01

Antwort auf Anfrage SPD betr. Harburgs Priorität bei der Neukonzeptionierung der Straßensozialarbeit

Antwort/Stellungnahme gem. § 27 BezVG

Sachverhalt

Auf seiner Website stellt die Stadt Hamburg unter „Hilfen für Obdachlose“ neben der Bestandsaufnahme zu Obdachlosenzahlen und neuen Konzepten wie dem Straso-Mobil von F&W eine zentralisierte Form der Straßensozialarbeit vor.

Die Verwaltung wird gebeten in Abstimmung mit den zuständigen Behörden folgende Fragen zu beantworten:

1. In der Priorisierung der Stadtteile nimmt Harburg aktuell Platz 3 ein. Damit einher geht die Sicherstellung der Stellen für die Straßensozialarbeit im Bezirk. Wie schätzt die Verwaltung die aktuelle Situation in Bezug auf Obdachlosenzahlen und Bedarf an Hilfsangeboten (insbesondere der Straßensozialarbeiter*innen) ein?

2. Inwiefern rechnet die Verwaltung mit einer Neueinstufung Harburgs bei der Neukonzeptionierung der Straßensozialarbeit in Hamburg?

3. Die subjektive und objektive Lage bei der Erfassung von Obdachlosigkeit kann stark variieren. Entsprechend ist die Beschwerdelage kein geeignetes Maß für die Einordnung eines tatsächlichen Bedarfs an sozialer Arbeit in den Bezirken. Inwiefern stimmt sich die Bezirksverwaltung zur aktuellen Situation mit der Straßensozialarbeit und weiteren involvierten Institutionen (z.B. Abrigado) ab?

4. Wie gestaltet sich die Unterstützung der Bezirksverwaltung bei der Bekanntmachung von Einrichtungen und Angeboten der Obdachlosenhilfe im Bezirk? Wird zum Beispiel aktiv auf Angebote wie die „Visite sozial“ (f&w) hingewiesen?

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FREIE UND HANSESTADT HAMBURG

Bezirksamt Harburg

13. Juni 2025



Die Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration (Sozialbehörde) beantworten die
Anfrage der SPD-Fraktion, Drs. 22-0716, wie folgt:

  1. In der Priorisierung der Stadtteile nimmt Harburg aktuell Platz 3 ein. Damit einher geht die Sicherstellung der Stellen für die Straßensozialarbeit im Bezirk. Wie schätzt die Verwaltung die aktuelle Situation in Bezug auf Obdachlosenzahlen und Bedarf an Hilfsangeboten (insbesondere der Straßensozialarbeiter*innen) ein?
  1. Inwiefern rechnet die Verwaltung mit einer Neueinstufung Harburgs bei der Neukonzeptionierung der Straßensozialarbeit in Hamburg?

Das am 4. Juni 2025 veröffentlichte Konzept der zuständigen Behörde zur Neuordnung der Straßensozialarbeit und flankierender Hilfen für obdachlose erwachsene Menschen sieht eine Herauslösung der Aufgaben der Straßensozialarbeit aus dem Aufgabenspektrum der bezirklichen Sozialen Beratungsstellen vor. Die Straßensozialarbeit wird in diesem Zuge neu vergeben und personell aufgestockt, um eine deutlich stärkere Präsenz auf der Straße zu erzielen und Obdachlose in den jeweiligen Sozialräumen besser erreichen zu können.

Der Ausbau erfolgt dabei kontinuierlich unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel mit der Zielsetzung, dass anstatt der bisherigen von der Sozialbehörde finanzierten Stellenanteile von Straßensozialarbeit (0,5 Vollzeitstelle pro Bezirk) künftig mindestens zwei Vollzeitäquivalente (VZÄ) pro Bezirk für die Straßensozialarbeit für obdachlose volljährige Personen tätig sind. Als Start dieses Angebotes ist in Abstimmung mit allen Bezirksämtern eine Ausweitung zunächst in den Bezirken Hamburg-Mitte, Harburg und Altona vorgesehen. Weitere Stellen sind aufwachsend geplant. Die Umsetzung wird mittels einer Förderrichtlinie erfolgen, deren Veröffentlichung zeitnah vorgesehen ist.

Eine bezirkliche Erweiterung um weitere, noch stärker sozialräumlich bzw. auf stadtteilbezogene Themen fokussierte Projekte der Straßensozialarbeit durch die jeweiligen Bezirksämter bleibt davon unberührt. Zudem sollen bestehende Projekte der Straßensozialarbeit, die ohne festen bezirklichen Bezug arbeiten und zum Teil spezielle Beratungsleistungen erbringen, im Rahmen bestehender Finanzierungsinstrumente und vorhandener Haushaltsmittel ebenfalls personell verstärkt werden. Dies betrifft insbesondere die aufsuchende Arbeit der Anlauf- und Beratungsstelle für wohnungslose EU-Bürger (Plata) und das Angebot Visite Sozial von F&W Fördern & Wohnen AöR (F&W). Durch eine höhere Mobilität dieser Angebote im gesamten Stadtgebiet soll sichergestellt werden, dass auch Bezirke erreicht werden, in denen in der Aufbauphase aus dem o.g. Konzept zunächst noch keine bezirklich orientierte Straßensozialarbeit eingerichtet werden kann.

Mit der konzeptionellen Ausrichtung ist zudem eine Weiterentwicklung des Berichtswesens vorgesehen, um sozialraumbezogene Erkenntnisse über die Situation und Aufenthaltsorte obdachloser Personen zu erzielen.


Eine verlässliche Dokumentation und zeitnahe Berichterstattung sollen künftig eine bessere Steuerung und Evaluation der Angebote sowie Erkennen von Problemlagen, Entwicklungen und Bedarfen ermöglichen und für weitere Planungen und die Ausgestaltung von Angeboten herangezogen werden.


Das Konzept der lebenslagenverändernden Perspektiven der Straßensozialarbeit und flankierender Hilfen für obdachlose Menschen in Hamburg wird bei Bedarf fortgeschrieben und an aktuelle sozialpolitische Entwicklungen angepasst. Ebenso werden die oftmals ineinandergreifenden Maßnahmen regelhaft überprüft und weiterentwickelt.

Im Übrigen s. Drs. 22-0586.

  1. Die subjektive und objektive Lage bei der Erfassung von Obdachlosigkeit kann stark variieren. Entsprechend ist die Beschwerdelage kein geeignetes Maß für die Einordnung eines tatsächlichen Bedarfs an sozialer Arbeit in den Bezirken. Inwiefern stimmt sich die Bezirksverwaltung zur aktuellen Situation mit der Straßensozialarbeit und weiteren involvierten Institutionen (z.B. Abrigado) ab?
  1. Wie gestaltet sich die Unterstützung der Bezirksverwaltung bei der Bekanntmachung von Einrichtungen und Angeboten der Obdachlosenhilfe im Bezirk? Wird zum Beispiel aktiv auf Angebote wie die „Visite sozial“ (f&w) hingewiesen

Die Beantwortung der Fragen 3 und 4 obliegt der Bezirksverwaltung.


gez. Böhm

f.d.R. Leptien

Lokalisation Beta
Abrigado Fördern & Wohnen
Stadtteile

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