Antwort auf Anfrage "AfD Fragt nach! Baustellenkoordination und Verkehrsbelastung im Umfeld des Bahnhofs Hamburg-Harburg während der Umgestaltung des Busbahnhofs"
Der Bahnhof Hamburg-Harburg stellt einen zentralen Verkehrsknotenpunkt für den Hamburger Süden dar. Neben dem Fern- und Regionalverkehr sowie dem öffentlichen Personennahverkehr dient der Bereich auch als bedeutende Verbindung für den Individualverkehr.
Im Zuge der laufenden Umgestaltung des Busbahnhofs kommt es zu erheblichen Veränderungen der Verkehrsführung sowie zu Einschränkungen im unmittelbaren Umfeld des Bahnhofs. Gleichzeitig finden im weiteren Umfeld Straßen- und Infrastrukturmaßnahmen statt oder sind geplant.
Eine unzureichende Abstimmung paralleler Baumaßnahmen kann zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen führen und Auswirkungen auf Pendler, Anwohner, Gewerbetreibende sowie Rettungsdienste haben.
Deshalb gilt es, transparent und aktuell über die Baumaßnahmen zu informieren. Zudem ist eine umfassende Koordination der Bauarbeiten notwendig, um die Funktionsfähigkeit dieses neuralgischen Verkehrsknotens, Bahnhof Hamburg-Harburg, sicherzustellen und vermeidbare Verkehrsbeeinträchtigung bereits im Vorfeld zu erkennen und zu vermeiden.
Dies vorausgeschickt, frage ich das Bezirksamt:
1. Welche Baumaßnahmen mit Auswirkungen auf den Straßenverkehr werden derzeit im unmittelbaren und erweiterten Umfeld des Bahnhofs Hamburg-Harburg durchgeführt? (Bitte nach einzelnen auflisten mit Ort, Art der Maßnahme, Beginn und voraussichtlichem Ende.)
2. Welche weiteren Baumaßnahmen sind im Umfeld des Bahnhofs Hamburg-Harburg innerhalb der nächsten 24 Monate geplant? (Bitte ebenfalls einzeln auflisten.)
3. Welche Behörden, Landesbetriebe oder sonstigen Stellen sind jeweils für die Planung und Durchführung dieser Maßnahmen verantwortlich?
4. Nach welchen Kriterien erfolgt die zeitliche Koordinierung paralleler Baumaßnahmen im Umfeld des Bahnhofs Hamburg-Harburg?
5. Gibt es eine zentrale Stelle oder eine verantwortliche Person für die Koordinierung dieser Maßnahmen? Wenn ja, welche? Wenn nein, warum nicht?
BEZIRKSVERSAMMLUNG HARBURG
Der Vorsitzende
27. April 2026
Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) beantwortet die o.g. Anfrage der AfD-Fraktion, Drs. 22-1514, wie folgt:
1. Welche Baumaßnahmen mit Auswirkungen auf den Straßenverkehr werden derzeit im unmittelbaren und erweiterten Umfeld des Bahnhofs Hamburg-Harburg durchgeführt? (Bitte nach einzelnen auflisten mit Ort, Art der Maßnahme, Beginn und voraussichtlichem Ende.)
Am 01.03.2026 waren im unmittelbaren Umfeld des Bahnhofs Hamburg-Harburg folgende Baumaßnahmen mit Auswirkungen auf den Straßenverkehr aktiv:
Titel |
Realisierungsträger |
Lage auf |
Startdatum |
Enddatum |
ZOB Straßenbau |
LSBG |
Hannoversche Straße |
10.07.2023 |
Ende Juli 26 |
Umgestaltung ZOB Harburg |
Hamburger Hochbahn |
Hannoversche Straße |
01.06.2024 |
Ende Dezember 26 |
Doppelknoten / Vorarbeiten |
Hamburger-Energienetze |
Walter-Dudek-Brücke |
18.02.2026 |
März 26 |
Zum gleichen Zeitpunkt wurden im erweiterten Umfeld zusätzlich folgende Maßnahmen umgesetzt:
Titel |
Realisierungsträger |
Lage auf |
Startdatum |
Enddatum |
Blohmstraße 27 |
Hamburg Wasser |
Blohmstraße |
16.02.2026 |
März 26 |
Seehafenstraße |
HNE Gas |
Seehafenstraße |
01.07.2024 |
Ende Juni 26 |
Krummholzberg |
Privater Hochbau |
Krummholzberg |
18.11.2025 |
Ende April 26 |
2. Welche weiteren Baumaßnahmen sind im Umfeld des Bahnhofs Hamburg-Harburg innerhalb der nächsten 24 Monate geplant? (Bitte ebenfalls einzeln auflisten.)
Neben den in Frage 1 genannten Maßnahmen werden im erweiterten Umfeld des Bahnhofs Hamburg-Harburg für die nächsten 24 Monate folgende Maßnahmen geplant:
Titel |
Realisierungsträger |
Lage auf |
Startdatum |
Enddatum |
Hannoversche Straße |
Hamburg Wasser |
Hannoversche Straße |
15.05.2027 |
August 27 |
Treidelweg |
Hamburg Wasser |
Treidelweg |
30.06.2027 |
Juni 28 |
Sanierung / Umbau |
Bezirk Harburg |
Nartenstraße / Neuländer Straße |
01.06.2027 |
Ende |
Sanierung |
LSBG |
Moorstraße |
31.05.2026 |
Oktober 26 |
Veloroute 10 |
Bezirk Harburg |
Nartenstraße |
01.06.2027 |
Ende |
8-streifiger Ausbau Abschnitt Süd |
DEGES |
BAB A1 |
01.01.2027 |
Anfang |
Anbindung Straßenbeleuchtung |
Hamburger- Energienetze |
Hannoversche Straße |
09.05.2026 |
Juni 26 |
Neugestaltung |
Bezirk Harburg |
Lüneburger Straße |
01.01.2027 |
Ende |
Doppelknoten Harburg |
LSBG |
Moorstraße |
31.05.2026 |
Mai 27 |
Priv. Erschließer |
Bezirk Harburg |
Neuländer Straße |
01.01.2027 |
Ende |
Sanierung |
Bezirk Harburg |
Neue Seevestraße |
01.01.2027 |
Ende |
Grundinstandsetzung Bremer Straße |
LSBG |
Bremer Straße / Hohe Straße |
Offen/ |
|
Sperrung S-Bahn-Tunnel Harburg |
DB InfraGO |
SEV Neugraben-Wilhelmsburg |
10.05.2026 |
Mai 26 |
3. Welche Behörden, Landesbetriebe oder sonstigen Stellen sind jeweils für die Planung und Durchführung dieser Maßnahmen verantwortlich?
Die planenden und durchführenden Institutionen (Realisierungsträger) sind in den oben aufgeführten Tabellen mitintegriert.
4. Nach welchen Kriterien erfolgt die zeitliche Koordinierung paralleler Baumaßnahmen im Umfeld des Bahnhofs Hamburg-Harburg?
Bei zeitlich parallel geplanten Maßnahmen werden zunächst die Örtlichkeiten und die verkehr-lichen Einschränkungen geprüft, ob es hier zu gegenseitigen Beeinträchtigungen kommen würde. Im Weiteren werden entweder Kooperationen geprüft oder Möglichkeiten, Maßnahmen zu verschieben. Die Verschiebung der Maßnahmen hängt von der Dringlichkeit des Baus ab sowie Abhängigkeiten zu anderenBaumaßnahmen, z. B. vorbereitenden Arbeiten.
5. Gibt es eine zentrale Stelle oder eine verantwortliche Person für die Koordinierung dieser Maßnahmen? Wenn ja, welche? Wenn nein, warum nicht?
In der BVM betreut die Abteilung Verkehrsoptimierung die Baumaßnahmen auf dem dynamischen Koordinierungsnetz. Für die Bezirksstraßen mit gesamtstädtischer Bedeutung sind die Bezirkskoordinatoren verantwortlich.
6. Welche konkreten Maßnahmen wurden ergriffen, um verkehrliche Auswirkungen während der Bauphase des Busbahnhofs zu minimieren und inwieweit findet eine enge Einbindung der VD 52 statt?
Die Bauphasen für den Straßenbau wurden so geplant, dass die Einschränkungen auf der Hannoverschen Straße so gering wie möglich ausfallen, bspw. durch die Einrichtung einer Einbahnstraßenregelung. Dabei wurde sichergestellt, dass das P+R-Parkhaus in der Hörstener Straße jederzeit erreichbar blieb.
Die Verkehrsdirektion (VD 52) wird aufgrund der Kreuzungssituation eng eingebunden
7. Wurde im Vorfeld der Baumaßnahmen eine Prognose über die verkehrlichen Auswirkungen erstellt? Falls ja, mit welchem Ergebnis? Wenn nein, wieso nicht?
Die Planung sämtlicher baustellenseitiger Verkehrsführungen und deren Leistungsfähigkeiten hat der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) in enger Abstimmung mit BVM durchgeführt. Die BVM entscheidet über geeignete Baufenster für die einzelnen Maßnahmen auf Grundlage Prognosedaten.
Als Folge dieser Abstimmungen wurde u.a. vorgegeben, dass die Baustellen „Bremer Straße“ und „Doppelknoten Harburg mit Moorstraße“ nicht zeitparallel durchgeführt werden sollen.
8. Welche Erkenntnisse liegen dem Bezirksamt über verkehrliche Mehrbelastungen, Staus oder Verkehrsverlagerungen im Zusammenhang mit den laufenden Baumaßnahmen vor?
Diese Frage ist durch das Bezirksamt zu beantworten.
9. Inwieweit wurden Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei in die Planung der Verkehrsführung einbezogen?
Die Feuerwehr (inkl. Rettungsdienste) und Polizei wurden intensiv in die Planung der Verkehrsführung einbezogen. Die Genehmigung der Verkehrsführung erfolgt durch die Polizei.
10. Welche Maßnahmen sind vorgesehen, um zukünftige parallele Baustellen mit erheblichen Auswirkungen im Umfeld des Bahnhofs Hamburg-Harburg besser zu koordinieren?
Die Freie und Hansestadt Hamburg unternimmt erhebliche Anstrengungen zur nachhaltigen Verbesserung der Daseinsvorsorge. Hierzu zählen insbesondere der Ausbau der Fernwärmeversorgung, die Sanierung von Trinkwasserleitungen und Straßen, der flächendeckende Glasfaserausbau sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Fuß- und Radverkehrsinfrastruktur. Aufgrund der Vielzahl und Komplexität dieser Maßnahmen lässt sich eine zeitliche und räumliche Parallelität von Bauvorhaben im öffentlichen Raum nicht immer vermeiden. Die Baustellenkoordination stellt jedoch sicher, dass die Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger sowie den Wirtschaftsverkehr so gering wie möglich gehalten werden. Ziel ist es, die Bauzeiten möglichst kurz zu halten und die Abläufe effizient zu gestalten.
Es sei darauf hingewiesen, dass alternative Vorgehensweisen – wie der Verzicht auf Baustellen – zwangsläufig den Verzicht auf Sanierung, Erhalt und Verbesserung der städtischen Infrastruktur bedeuten würden.
gez. Böhm
f.d.R. Leptien
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