Drucksache 20-1291

Antrag DIE LINKE betr. Harburg für Alle! - Mehr Sozialwohnungen in Sandbek-West

Antrag
Sachverhalt

Begründung:

Jedes Jahr müssten in Hamburg mindestens 15.000 neue Wohnungen gebaut werden, um den Bedarf an Wohnraum zu decken, sagt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Besonders hoch ist der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, da hier, auch wenn im bisher geplanten Umfang Wohnungen gebaut werden, die Neubauten nicht einmal ausreichen, um den Bestand von Sozialwohnungen auf dem gegenwärtigen Niveau halten zu können. Für Harburg gilt, dass bis 2030 der Bestand an Sozialwohnungen auf 32% im Vergleich zum Bestand von 2010 sinken wird. Werden die im „Vertrag für Hamburg“ vereinbarten 210 öffentlich geförderten Wohnungen gebaut, schwindet der Bestand immer noch und schrumpft auf 66% der Werte von 2010. Es ist also zwingend notwendig, wenn man sich die Einkommensentwicklungen und den Zuzug nach Hamburg vor Augen hält, deutlich mehr als die bisher geplanten Sozialwohnungen zu bauen. In Harburg gibt es aber nur noch wenige für Wohnungsneubau geeignete Flächen. Umso mehr müssen die noch vorhandenen Flächen so bebaut werden, dass bei geeigneter Infrastruktur eine möglichst hohe Zahl an bezahlbaren Wohnungen entsteht.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung möge beschließen, dass die in Sandbek-West (Neugraben-Fischbek 67) zu bauenden Wohnungen zu 100 Prozent aus öffentlich gefördertem Wohnungsbau bestehen sollen. Hierbei ist ein Anteil von mindesten 50% an Wohnungen aus dem 1. Förderungsweg einzuhalten. Ferner ist der Bebauungsplan so zu gestalten, dass ein Gebäudemix aus Einzelhäusern, Doppelhäusern, Reihenhäusern und Geschosswohnungsbau entsteht, wobei in letzterem eine durchschnittliche Geschosshöhe von 5 bis 7 Stockwerken zustande kommen soll. Dabei ist dafür zu sorgen, dass für jede Gebäudegruppe ausreichende Gemeinschaftsräume und Freizeitflächen für die Bewohnerinnen und Bewohner als Treffpunkte eingeplant werden.

Nicht zuletzt ist in der Planung der Bau einer ausreichenden Zahl von Kitas vorzusehen.

Die Bezirksversammlung möge ferner beschließen, dass die Grundstücke in dem Gebiet nicht wieder an private Eigentümer verkauft werden, sondern entweder mit normalen Pachtverträgen oder im Erbbaurecht vergeben werden bzw. in städtischen Besitz verbleiben.

Jörn Lohmann, André Lenthe, Kadriye Baksi, Sven Peters und Sabahattin Aras

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