22-1332

Antrag der Volt-Fraktion - Entwicklung der Zahl an Schüler*innen ohne ersten Schulabschluss (ESA) sowie Wirksamkeit der Unterstützungsangebote des ReBBZ

Antrag

Letzte Beratung: 27.01.2026 Bezirksversammlung Harburg Ö 7.16

Sachverhalt
Berichtsantrag der Volt-Fraktion Betreff: Entwicklung der Zahl an Schüler*innen ohne ersten Schulabschluss (ESA) sowie Wirksamkeit der Unterstützungsangebote des ReBBZ
Sachverhalt

In den vergangenen Jahren ist hamburgweit ein deutlicher Anstieg der Zahl von Schüler*innen (SuS) ohne ersten allgemeinen Schulabschluss (ESA) zu verzeichnen. Für das Schuljahr 2023/2024 wurden rund 1.100 SuS – etwa 6,5 % – ohne ESA dokumentiert. Die Zahlen schwanken bezirksübergreifend erheblich und ein hoher Anteil der betroffenen Jugendlichen hat einen sonderpädagogischen Förderbedarf.

Ein Teil der SuS holt den ESA später an berufsbildenden Schulen nach. Andere werden über das Regionale Bildungs- und Beratungszentrum (ReBBZ) unterstützt, insbesondere dann, wenn eine reguläre Beschulung aussichtslos erscheint und ein Verbleib im Regelschulsystem gefährdet ist.
Im Rahmen der ReBBZ-Angebote arbeiten die Jugendlichen beispielsweise im Modell "2 Tage Betrieb-3 Tage Schule", um durch praktische Erfolgserlebnisse Motivation, Lernfortschritte und berufliche Orientierung zu fördern. Das ReBBZ Harburg weist auf seiner Homepage auf entsprechende Berufsorientierungsangebote hin (vgl. https://rebbz-harburg.hamburg.de/).

Bislang liegen jedoch keine verlässlichen, systematisch erhobenen Daten darüber vor,
– wie viele Jugendliche diese Angebote erfolgreich nutzen,
– wie viele den ESA nachholen,
– wie viele in Ausbildung oder weiterführende Bildungswege übergehen,
– oder wie ihre persönliche Entwicklung und Förderung weiter begleitet wird.

Vor diesem Hintergrund besteht Klärungsbedarf zur Wirksamkeit der bestehenden Unterstützungsstrukturen, möglichen Verbesserungsbedarfen und folgende Fragen sollen im Ausschuss u.a. geklärt werden:

  1. Erfolgsquote ESA:
    Wie viele SuS haben mit Unterstützung des ReBBZ-Netzwerks in den letzten fünf Jahren den ESA erfolgreich nachgeholt? Wie stellt sich der aktuelle Sachstand dar?
  2. Inklusion & Förderbedarf:
    Welche psychischen oder physischen Beeinträchtigungen liegen bei den SuS vor, die über das ReBBZ betreut werden?
    Welche Rückmeldungen geben SuS oder Eltern dazu, warum Förderung im Regelschulbetrieb zuvor nicht erfolgreich war?
    Welche Rolle spielen hierbei die personelle Ausstattung (Lehrkräfte, Sonder- und Sozialpädagoginnen, Schulbegleiterinnen/BuFDi)?
  3. Abläufe bei Gefährdung des Schulabschlusses:
    Wie verfahren ReBBZ und BSFB mit SuS, die häufig in Klasse 8 oder 9 aus dem Regelschulbetrieb wechseln?
    Welche Konzepte bestehen für eine weiterführende Beschulung – insbesondere individuell angepasst an das Leistungsniveau der SuS?
  4. Nachhaltigkeit & Statistik:
    Werden erreichte ESA-Abschlüsse oder andere Bildungswege systematisch erfasst und nachverfolgt? Erfolgt eine Evaluation der Nachhaltigkeit der ReBBZ-Maßnahmen?
  5. Wie viele Unternehmen nehmen an Programmen wie dem Hybridmodell „Schule & Betrieb“ teil?
    In welchen Berufsfeldern sind die Kooperationsbetriebe aktiv?
    Erhalten diese Betriebe Zuwendungen für ihr Engagement?
  6. Weiterentwicklung des Konzepts:
    Welche Verbesserungsbedarfe sehen ReBBZ und BSFB, um das bestehende Konzept weiter auszubauen und die Wirksamkeit zu erhöhen?
Petitum/Beschluss
Der Vorsitzende der Bezirksversammlung Harburg möge Vertreterinnen des ReBBZ Harburg und Süderelbe sowie einen Referent*in der zuständigen Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB/BSFB) in den zuständigen Fachausschuss einladen,

um u.a. zu den oben genannten Fragen Stellung zu nehmen und einen ausführlichen Sachstandsbericht zu geben.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
27.01.2026
Ö 7.16
Lokalisation Beta

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