22-1442

Antrag der GRÜNE-Fraktion betr. Sichere B73 - Pilotprojekt für Hamburgs Vision Zero

Antrag

Sachverhalt

Die B73 ist als stark frequentierte Bundesstraße eine zentrale Verkehrsachse im Bezirk Harburg. Aktuelle Unfalldaten verdeutlichen jedoch erheblichen Handlungsbedarf: Zwischen Süderelbebogen und Fischbeker Weg wurden acht Unfallhäufungsstellen polizeilich registriert; im Jahr 2024 ereignete sich in diesem Abschnitt ein tödlicher Verkehrsunfall. Die Hauptunfallursachen – überhöhte Geschwindigkeit, ungenügender Sicherheitsabstand und Abbiegefehler – sind klar identifiziert.

Hamburg hat sich mit der „Vision Zero, also dem Ziel von null Verkehrstoten, einem ambitionierten Leitbild verpflichtet. Um diesem Ziel näherzukommen, bietet sich die B73 als Modellstrecke für ein innovatives Verkehrssicherheitskonzept an. Moderne Technologien und in anderen Kommunen erfolgreich erprobte Ansätze eröffnen neue Möglichkeiten, Unfälle präventiv zu vermeiden und den Verkehrsfluss zu verstetigen.

Ein solches Pilotprojekt könnte wertvolle Erkenntnisse für die weitere Gestaltung sicherer Hauptverkehrsstraßen im gesamten Stadtgebiet liefern. Investitionen in intelligente und präventive Systeme sind zudem volkswirtschaftlich sinnvoll, da sie langfristig Unfallfolgekosten senken und die Verkehrseffizienz erhöhen.

Petitum/Beschluss


Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass für die B73 zwischen Süderelbebogen und Fischbeker Weg folgende innovative Verkehrssicherheitsmaßnahmen im Sinne eines Pilotprojekts „Vision Zero geprüft werden:

1. Section Control (Abschnittskontrolle):
Prüfung der rechtlichen und technischen Machbarkeit einer streckenabschnittsbasierten Geschwindigkeitsüberwachung, die gleichmässigere Fahrgeschwindigkeiten und eine Verringerung von Auffahrunfällen bewirken kann.

2. Dialog-Display-Systeme:
Installation von Geschwindigkeitsanzeigetafeln mit Rückmeldungsfunktion (Smiley-System) an den acht identifizierten Unfallhäufungsstellen zur präventiven Verhaltensänderung.

3. Adaptive LED-Beleuchtung:
Verbesserung der Sichtbarkeit an neuralgischen Punkten durch intelligente Beleuchtungssysteme, insbesondere an Querungsstellen und Einmündungen.

4. Dynamische Warnhinweise:
Prüfung des Einsatzes digitaler LED-Warnschilder, die situationsabhängig vor Gefahrenstellen, Stau oder Unfällen warnen.

Darüber hinaus wird der zuständigen Fachbehörde empfohlen, geeignete Förderprogramme des Bundes und der EU (z. B. Förderprogramm „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme) zu identifizieren und entsprechende Fördermittel zu beantragen.

Über die Prüfergebnisse sowie einen möglichen Umsetzungsfahrplan soll dem Ausschuss für Mobilität und Inneres bis Ende des dritten Quartals 2026 berichtet werden.

Lokalisation Beta
Süderelbebogen Fischbeker Weg

Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.