Antrag der freien Träger im Bezirk Harburg: Fragen zur Inklusion in der Kinder- und Jugendhilfe für den Bezirk Harburg an die vertretenden Fraktionen im Jugendhilfeausschuss
Letzte Beratung: 10.06.2026 Jugendhilfeausschuss Ö 12
Mit dem im Juni 2021 in Kraft getretenen Kinder- und Jugendhilfestärkungsgesetz (KJSG) wurden Schwerpunkte zur Weiterentwicklung –die eine Umsetzung bis 2028 vorsehen– der Kinder- und Jugendhilfe gesetzt (vgl. DJI 2026, o.S.). Mit dem Gesetzesentwurf „zur Ausgestaltung der Inklusiven Kinder- und Jugendhilfe (Kinder- und Jugendhilfeinklusionsgesetz – IKJHG)“ (BMBFSFJ 2024, o.S.) ist ein weiterer wichtiger Grundstein für die rechtsverbindliche, inklusive Kinder- und Jugendhilfe geschaffen worden. Der aktuelle Referentenentwurf „Erstes Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe“ (BMBFSFJ 2026, o.S.) greift das Thema Inklusion ebenfalls auf und unterstreicht dessen Bedeutung. Die Zunahme psychischer Belastungen und zunehmend überlasteten Familiensysteme sorgen dafür, dass immer mehr junge Menschen auf Unterstützung durch die Kinder- und Jugendhilfe zurückgreifen müssen (vgl. BMBFSJ 2026, o.S.; vgl. Statista Nord 2025a, o.S.; vgl. Statista Nord 2025b, o.S.).
Für die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe im Bezirk Harburg ist die inklusive Arbeit bereits in vollem Gange. Es besuchen junge Menschen mit verschiedenen Inklusionsbedarfen die Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und Eltern versuchen längst ihre Rechtsansprüche im Bereich der Frühen Hilfen geltend zu machen. Ein Jugendcafé kooperiert seit längerer Zeit erfolgreich und vertrauensvoll mit den Elbewerkstätten, berichtet aber, dass diese Zusammenarbeit sich bis lange nur an junge Menschen mit geistigen Einschränkungen richten könne. Grund dafür sind die baulich vorhandenen Barrieren, die jungen Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, den Zugang nicht ermöglichen. Ähnliche Berichte liegen aus einem Kinderschutzzentrum vor, in dem es keine barrierefreie Toilette gibt. Aber auch barrierearme Einrichtungen stellen immer wieder fest, dass es an baulicher Ausstattung, wie z.B. elektronische Türöffner, inklusive Küchen, rollstuhlgerechte Toiletten u.v.m., mangelt. Andere Träger berichten insbesondere von dringend benötigten Qualifikationsbedarfen der Fachkräfte. Die mangelnden zeitlichen Ressourcen, fehlende Planungssicherheit bei der Finanzierung, geringe Verfügbarkeit von Assistenzleistungen, die fehlende Sichtbarmachung im öffentlichen Raum erschweren eine erfolgreiche, zukunftsfähige Inklusionsarbeit. Mit Blick auf Politik fehlt aktuell der klare, verlässliche und unterstützende Rahmen, der inklusives Arbeiten unkomplizierter gestalten könnte (vgl. Voigts/Zentel 2024, 21f.).
Quellen:
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) 2024: Gesetz zur Ausgestaltung der Inklusiven Kinder- und Jugendhilfe (Kinder- und Jugendhilfeinklusionsgesetz – IKJHG). Online unter: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/ministerium/gesetze/gesetz-zur-ausgestaltung-der-inklusiven-kinder-und-jugendhilfe-kinder-und-jugendhilfeinklusionsgesetz-ikjhg--245652 (Abgerufen: 13.05.2026).
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) 2026: Erstes Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe. Online unter: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/ministerium/gesetze/erstes-gesetz-zur-strukturreform-der-kinder-und-jugendhilfe-282938 (Abgerufen: 13.05.2026).
Deutsches Jugendinstitut (DJI) 2026: Kinder und Jugendliche stark machen. Online unter: https://www.dji.de/themen/gesellschaft-2030/kinder-und-jugendhilfe-2030.html (Abgerufen: 13.05.2026).
Voigts, Gunda; Zentel, Peter (Hrsg.) 2024: Kinder- und Jugendarbeit aus Sicht von jungen Menschen mit geistigen Behinderungen. Eine empirische Studie im Kontext der Debatten um Inklusion. Weinheim, Basel: Beltz Juventa.
Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Statista Nord) 2025a: Sozialpädagogische Familienhilfe in Hamburg 2023. Online unter: https://www.statistik-nord.de/fileadmin/Dokumente/SI25_070.pdf (Abgerufen: 13.05.2026).
Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Statista Nord) 2025b: Öffentlich geförderte Jugendarbeit in Hamburg 2023. Online unter: https://www.statistik-nord.de/fileadmin/Dokumente/Presseinformationen/SI25_007.pdf (Abgerufen: 13.05.2026).
Petitum:
Die Vertretenden der freien Träger und die gesamte AG § 78 fordern die im Jugendhilfeausschuss vertretenden Fraktionen auf, folgende Fragen zu beantworten:
Gehen Sie hierbei insbesondere auf folgende Punkte ein:
- Stärkung von Fachkräften als wichtige Ressource; insbesondere mit dem Blick auf Ausbildungs- sowie Fortbildungsmöglichkeiten, Praxisbefähigung von Fachkräften, attraktive Gestaltung des gesamten Arbeitsfeldes
- Bauliche Maßnahmen/Vorhaben, um Gebäude in den Sozialräumen barrierefrei gestalten zu können
- Ausbau der Infrastruktur und Abbau von strukturellen Hürden; insbesondere mit Blick auf Sozialpädiatrisches Zentrum im Bezirk Harburg, Vereinfachung von Antragsstellung und Abbau von bürokratischen Hürden
Sachverhalt:
Mit dem im Juni 2021 in Kraft getretenen Kinder- und Jugendhilfestärkungsgesetz (KJSG) wurden Schwerpunkte zur Weiterentwicklung –die eine Umsetzung bis 2028 vorsehen– der Kinder- und Jugendhilfe gesetzt (vgl. DJI 2026, o.S.). Mit dem Gesetzesentwurf „zur Ausgestaltung der Inklusiven Kinder- und Jugendhilfe (Kinder- und Jugendhilfeinklusionsgesetz – IKJHG)“ (BMBFSFJ 2024, o.S.) ist ein weiterer wichtiger Grundstein für die rechtsverbindliche, inklusive Kinder- und Jugendhilfe geschaffen worden. Der aktuelle Referentenentwurf „Erstes Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe“ (BMBFSFJ 2026, o.S.) greift das Thema Inklusion ebenfalls auf und unterstreicht dessen Bedeutung. Die Zunahme psychischer Belastungen und zunehmend überlasteten Familiensysteme sorgen dafür, dass immer mehr junge Menschen auf Unterstützung durch die Kinder- und Jugendhilfe zurückgreifen müssen (vgl. BMBFSJ 2026, o.S.; vgl. Statista Nord 2025a, o.S.; vgl. Statista Nord 2025b, o.S.).
Für die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe im Bezirk Harburg ist die inklusive Arbeit bereits in vollem Gange. Es besuchen junge Menschen mit verschiedenen Inklusionsbedarfen die Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und Eltern versuchen längst ihre Rechtsansprüche im Bereich der Frühen Hilfen geltend zu machen. Ein Jugendcafé kooperiert seit längerer Zeit erfolgreich und vertrauensvoll mit den Elbewerkstätten, berichtet aber, dass diese Zusammenarbeit sich bis lange nur an junge Menschen mit geistigen Einschränkungen richten könne. Grund dafür sind die baulich vorhandenen Barrieren, die jungen Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, den Zugang nicht ermöglichen. Ähnliche Berichte liegen aus einem Kinderschutzzentrum vor, in dem es keine barrierefreie Toilette gibt. Aber auch barrierearme Einrichtungen stellen immer wieder fest, dass es an baulicher Ausstattung, wie z.B. elektronische Türöffner, inklusive Küchen, rollstuhlgerechte Toiletten u.v.m., mangelt. Andere Träger berichten insbesondere von dringend benötigten Qualifikationsbedarfen der Fachkräfte. Die mangelnden zeitlichen Ressourcen, fehlende Planungssicherheit bei der Finanzierung, geringe Verfügbarkeit von Assistenzleistungen, die fehlende Sichtbarmachung im öffentlichen Raum erschweren eine erfolgreiche, zukunftsfähige Inklusionsarbeit. Mit Blick auf Politik fehlt aktuell der klare, verlässliche und unterstützende Rahmen, der inklusives Arbeiten unkomplizierter gestalten könnte (vgl. Voigts/Zentel 2024, 21f.).
Quellen:
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) 2024: Gesetz zur Ausgestaltung der Inklusiven Kinder- und Jugendhilfe (Kinder- und Jugendhilfeinklusionsgesetz – IKJHG). Online unter: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/ministerium/gesetze/gesetz-zur-ausgestaltung-der-inklusiven-kinder-und-jugendhilfe-kinder-und-jugendhilfeinklusionsgesetz-ikjhg--245652 (Abgerufen: 13.05.2026).
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) 2026: Erstes Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe. Online unter: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/ministerium/gesetze/erstes-gesetz-zur-strukturreform-der-kinder-und-jugendhilfe-282938 (Abgerufen: 13.05.2026).
Deutsches Jugendinstitut (DJI) 2026: Kinder und Jugendliche stark machen. Online unter: https://www.dji.de/themen/gesellschaft-2030/kinder-und-jugendhilfe-2030.html (Abgerufen: 13.05.2026).
Voigts, Gunda; Zentel, Peter (Hrsg.) 2024: Kinder- und Jugendarbeit aus Sicht von jungen Menschen mit geistigen Behinderungen. Eine empirische Studie im Kontext der Debatten um Inklusion. Weinheim, Basel: Beltz Juventa.
Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Statista Nord) 2025a: Sozialpädagogische Familienhilfe in Hamburg 2023. Online unter: https://www.statistik-nord.de/fileadmin/Dokumente/SI25_070.pdf (Abgerufen: 13.05.2026).
Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Statista Nord) 2025b: Öffentlich geförderte Jugendarbeit in Hamburg 2023. Online unter: https://www.statistik-nord.de/fileadmin/Dokumente/Presseinformationen/SI25_007.pdf (Abgerufen: 13.05.2026).
Die Vertretenden der freien Träger und die gesamte AG § 78 fordern die im Jugendhilfeausschuss vertretenden Fraktionen auf, folgende Fragen zu beantworten:
Gehen Sie hierbei insbesondere auf folgende Punkte ein:
- Stärkung von Fachkräften als wichtige Ressource; insbesondere mit dem Blick auf Ausbildungs- sowie Fortbildungsmöglichkeiten, Praxisbefähigung von Fachkräften, attraktive Gestaltung des gesamten Arbeitsfeldes
- Bauliche Maßnahmen/Vorhaben, um Gebäude in den Sozialräumen barrierefrei gestalten zu können
- Ausbau der Infrastruktur und Abbau von strukturellen Hürden; insbesondere mit Blick auf Sozialpädiatrisches Zentrum im Bezirk Harburg, Vereinfachung von Antragsstellung und Abbau von bürokratischen Hürden
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