22-1336

Antrag der Fraktion Volt: Information über und Reaktion auf den Abbau umsteigefreier Fernverkehrsverbindungen ab Hamburg-Harburg

Antrag

Sachverhalt

Antrag der Fraktion Volt zur Information über und Reaktion auf den Abbau umsteigefreier Fernverkehrsverbindungen ab Hamburg-Harburg

Infolge des aktuellen Fahrplanwechsels der Deutschen Bahn wurden mehrere umsteigefreie Fernverkehrsverbindungen am Bahnhof Hamburg-Harburg gestrichen. Laut Berichterstattung des Hamburger Abendblatts hat die Deutsche Bahn insgesamt sieben umsteigefreie ICE-Verbindungen ab Harburg eingestellt, was zu einem deutlich reduzierten Fernverkehrsangebot im Süden Hamburgs und speziell für den Harburger Raum führt.

Diese Einschnitte treffen insbesondere Pendler*innen und Reisende aus dem Harburger Umland und dem Landkreis Harburg, die regelmäßig zur Arbeit, zu Bildungs- und Freizeitaktivitäten auf den Fernverkehr angewiesen sind. Der Landkreis Harburg ist einer der pendlerstärksten in Niedersachsen mit rund 105.000 Pendler*innen, von denen etwa 50.000 täglich nach Hamburg pendeln – viele hiervon potenziell per Bahnverkehr.

Durch den Wegfall der direkten ICE-Anbindungen ab Harburg sind betroffene Fahrgäste gezwungen, zum Fernverkehr stattdessen zunächst zum Hamburger Hauptbahnhof oder anderen Bahnhöfen zu reisen. Dies verlängert nicht nur die Reisezeit, sondern erhöht auch Umstiege und Belastungen auf dem Nahverkehrsnetz. Abgesehen von der Zeitmehrbelastung für Pendler*innen, ist auch die Attraktivität des klimafreundlichen Verkehrsnetzes für den Süden Hamburgs und das Harburger Umland nachteilig betroffen.

Zudem sind diese Anpassungen vor dem Hintergrund der Sanierung der Fernverkehrskorridore (z. B. umfangreiche Bauarbeiten und Ausbaumaßnahmen im Fernverkehr, etwa auf der Strecke Hamburg–Berlin) zu sehen, die zu geänderten Verkehren und Umleitungen geführt haben bzw. noch führen werden.

Die Dauerein­schränkungen im Fernverkehr sind für den städtischen wie regionalen Verkehr von großer Bedeutung, da sie sich unmittelbar auf die Verkehrsqualität, Erreichbarkeiten und Verkehrswendeziele auswirken.

Die Beschränkung umsteigefreier Fernverkehrs­verbindungen ab Harburg führt zu erheblichen Nachteilen für den öffentlichen Verkehr, beeinträchtigt die Erreichbarkeit zentraler Ziele und wirkt sich negativ auf Pendler*innen sowie auf die Attraktivität des Bahnhofs Harburg als Verkehrsknotenpunkt aus. Die Bezirksversammlung Harburg als lokal verantwortliches politisches Gremium sollte diese Entwicklungen fachlich einordnen und gemeinsam mit Expert*innen aus Bahn und Politik Lösungsansätze zur Sicherstellung einer zuverlässigen, attraktiven Verkehrsanbindung in den Fokus nehmen.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung Harburg möge beschließen:

  1. Die Deutsche Bahn AG und Vertretende des Fernverkehrs werden eingeladen, in einer öffentlichen Sitzung der Bezirksversammlung (Mobi) über die Ursachen, Hintergründe und Planungen für die Einstellung umsteigefreier ICE-Verbindungen ab Harburg zu berichten, einschließlich:
    • Begründungen für die Einstellung der Verbindungen ab Harburg.
    • Einschätzungen zu langfristigen Änderungen im Fernverkehrsangebot am Bahnhof Harburg.
    • Darstellung, welche Maßnahmen geprüft werden, um Anschlussverbindungen und Reisezeiten für Pendler:innen zu verbessern.
  2. Der Vorsitzende der Bezirksversammlung sowie der Bezirksamtsleiter werden gebeten, in den Dialog mit der Senatsverkehrsbehörde sowie mit der Deutschen Bahn AG zu treten, um sich für die Wiederaufnahme bzw. Verbesserung umsteigefreier Fernverkehrsverbindungen ab Harburg einzusetzen – unter besonderer Berücksichtigung der Mobilitätsbedürfnisse der Bewohner*innen im Harburger Süden und Umland sowie zur Unterstützung einer nachhaltigen Verkehrsstrategie.
  3. Es wird gebeten, im Rahmen der Sitzung auch darzustellen:
    • Wie viele Menschen im Harburger Umland bzw. Pendler*innen potenziell von den gestrichenen Verbindungen betroffen sind (z. B. statistische Pendlerzahlen).
    • Eine grobe Schätzung, um wie viele Minuten sich die Reisezeit verlängert, wenn Betroffene auf den Fernverkehr am Hamburger Hauptbahnhof oder andere Knoten ausweichen müssen.
    • Ob und wie alternative Verkehrskonzepte (z. B. verbesserter Nahverkehr, Anschlussbusse) zur Kompensation beitragen könnten.
Lokalisation Beta
Harburg Harburger Stadtpark

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