Verzögerung bei der neuen Feuer- und Rettungswache in Hummelsbüttel: Spielt Hamburg mit dem Feuer? Antrag der CDU-Fraktion
Letzte Beratung: 05.02.2026 Bezirksversammlung Wandsbek Ö 7.2
Mit rd. 148 km² Fläche und 456.000 Einwohnern (Stand 12/2024) ist Wandsbek von der Fläche der größte Bezirk Hamburgs und der zweitgrößte nach Fläche.
In Wandsbek gibt es zwei Rettungs- und Feuerwachen – in Wandsbek und in Sasel,die an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden am Tag einsatzbereit sind.
Unterstützend hinzu kommen die Freiwilligen Feuerwehren.
Diese beiden Feuerwachen hatten im Jahr 2024 insgesamt 1.951 Brandschutz-Einsätze zu bewältigen, von denen 802 AGBF-Relevant waren, was bedeutet, dass es sich um kritische Brände handelt, bei denen die Feuerwehr mit einer definierten Mindeststärke innerhalb von 8 Minuten am Einsatzort eintreffen muss. Diese geforderte Eintreffzeit wurde in 2024 bei 52% der Fälle erfüllt, in 81% der Fälle war die Feuerwehr innerhalb von 10 Minuten vor Ort. Trotz einer Verbesserung ggü. den Vorjahren ist diese Zeitspanne im Ernstfall zu lang und entsprechend gefährlich.
Es zeigt sich deutlich und schon seit vielen Jahren, dass diese von der Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren in Deutschland für die Bedarfsplanung von Feuerwehren entwickelten Kriterien nicht erfüllbar sind und Wandsbek dringend eine weitere Feuer- und Rettungswache benötigt.
Mit der Identifizierung einer hinreichend großen und strategisch gut gelegenen Fläche von über 3.000 m² an der Hummelsbüttler Hauptstraße nahmen die Planungen hierfür in 2018 (Drs. 20-5629) endlich Gestalt an.
Am 28.10.2020 wurde im Regionalausschuss Alstertal die Machbarkeitsstudie präsentiert, für dessen Realisierung man mit mindestens 3 Jahren rechnen müsse, ausgewiesen wurden 4 Jahre.
Ende 2023 teilte die Behörde dann mit (Drs. 22/13454), dass die im August 2021 eingereichte Bauvoranfrage (in der Studie mit 3 Monaten Dauer beziffert), am 15.08.2023, d. h. nach einer Bearbeitungszeit von fast 2 Jahren positiv entschieden wurde (Drs. 22/6169).
Die Baugenehmigung sollte dann nach der Vorlage einer Entwurfsplanung voraussichtlich im August 2025 beantragt werden, die Bauarbeiten voraussichtlich im April 2027 beginnen und bis Juni 2029 abgeschlossen sein und die erforderlichen Stellen voraussichtlich mit dem Doppelhaushalt 2027/2028 beantragt werden.
Ende 2025 heißt es nun (Drs. 23/2171), dass diese Zeitplanung für den Bau einer Feuer- und Rettungswache der Feuerwehr Hamburg inzwischen nicht mehr aktuell ist und eine neue abschließende Zeitplanung für den Bau der Wache noch nicht vorliegt. Die Veränderung des Planungszeitraums resultiert aus Anpassungen der Planung, die unter anderem geänderten DIN-Normen zu Hygienevorschriften und zu Einsatzfahrzeugstellflächen Rechnung tragen.
Ein Bauantrag wurde noch nicht gestellt, sondern ist erst für die erste Jahreshälfte 2026 vorgesehen, vorbehaltlich einer vorhandenen Deckung der hierfür notwendigen Planungsgelder.
Kurz zusammengefasst ist die Situation so, dass für eine seit langen Jahren geforderte und zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger dringend benötigte weitere Feuer- und Rettungswache auf einem Grundstück der Stadt, die laut Machbarkeitsstudie in 4 Jahren hätte fertig sein können, nach 6 Jahren nur eine genehmigte Bauvoranfrage vorliegt, aber bisher kein Bauantrag gestellt wurde, keine aktualisierte Zeitplanung vorliegt und die notwendigen Planungsgelder anscheinend nicht gesichert sind.
Vor diesem Hintergrund beantragen wir:
Die Bezirksversammlung Wandsbek möge beschließen:
Die zuständige Behörde sowie das Bezirksamt Wandsbek werden gebeten, über den geplanten Neubau der Hamburger Feuerwehr der Feuer- und Rettungswache in Hummelsbüttel dem Ausschuss für Wirtschaft, Digitales und Katastrophenschutz der Bezirksversammlung Wandsbek zeitnah zu berichten,
• wann konkret mit der Planung begonnen wurde,
• wie es zu dieser massiven Verzögerung kommen konnte,
• warum die Bescheidung einer Bauvoranfrage fast 2 Jahre gedauert hat,
• welche Aktivitäten mit welchem Personaleinsatz zu welchen Zeiten gelaufen sind,
• ob und wie die Feuerwehr in die Planungen einbezogen und über die Verzögerungen informiert wurde,
• wie die weitere zeitliche und inhaltliche Vorgehensweise ist und
• welche Maßnahmen ergriffen wurden/werden, um die Sicherheit der Wandsbeker Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.
Keine Anlage/n
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