Umgang mit Bauakten im Bauarchiv Hamburg-Nord Kleine Anfrage gem. § 24 BezVG der Volt-Fraktion
In Hamburg ist für Bauvorhaben im Bestand, wie Umbau oder Erweiterung, die Einsichtnahme in Bauakten unerlässlich. Zu einer Bauakte gehören alle Schriftstücke und Zeichnungen, die im Zusammenhang mit Vorhaben auf einem Baugrundstück entstanden sind. Da EigentümerInnen oft über unvollständige Unterlagen verfügen, erfolgt der Zugriff meist über das Bauaktenarchiv des Bezirkes. In Hamburg-Nord gehört dieses zum Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt.
Während seit Anfang 2024 Neuanträge digital eingereicht werden müssen, verharrt der Bestand aus analogen Dokumenten. Vor diesem Hintergrund stellen sich Fragen zum praktischen Umgang mit den physischen Beständen und deren eventueller Vernichtung. Der Verlust oder die absichtliche Vernichtung von Bauakten führt bei Bauvorhaben im Bestand zu erheblichen indirekten Kosten, da fehlende statische Nachweise oder Grundrisse durch teure Neuvermessungen und Ersatzberechnungen kompensiert werden müssen.
Vorbemerkung:
Für die Bauprüfabteilungen gibt es keine gesetzliche Aufbewahrungsfrist. Die Aufbewahrung der Bauakten erfolgt gemäß Schreiben der Baubehörde vom 22.03.1999 und dem Bauhandbuch (Ziffer 8.4). Die Aufbewahrung der Akten dient in erster Linie als internes Arbeits- und Recherchematerial. Zusätzlich wird eine Akteneinsicht als Servicedienstleistung angeboten. Eine Aufbewahrungspflicht liegt allerdings bei den Eigentümerinnen und Eigentümern. Diese sind dazu verpflichtet auf Anfrage der Behörden die Genehmigungsunterlagen für ihre Gebäude vorzulegen.
Behandlung von analogen Bauakten im Archiv Hamburg-Nord
Die Gesamtmenge ergibt ca. 2.128 lfd. Aktenmeter, das sind ca. 31.920 Aktenmappen.
Bauakten in Hamburg-Nord werden u.a. in einem speziellen Archivraum aufbewahrt, der trocken, sauber und gut belüftet ist. Das Archiv ist nicht zugänglich für die Öffentlichkeit. Die Akten werden in Mappen gelagert, die zusätzlichen Schutz vor Feuchtigkeit, Staub und Licht bieten. Das Archiv ist so gestaltet, dass keine direkte Sonneneinstrahlung auf die Akten fällt bzw. UV-Licht das Papier schädigen kann.
Gemäß dem Schreiben der Baubehörde vom 22.03.1999 sind Grundstücksakten dauerhaft aufzubewahren.
Gemäß dem Schreiben des Bezirksamtes Bergedorf vom 20.02.1985 und der Dienstvorschrift der Behörde für Inneres vom 24.02.1967 werden Bauakten von abgebrochenen Gebäuden dem Staatsarchiv angeboten.
Alle Schriftstücke sowie die gültigen Bauvorlagen.
Verfahren bei Aktenaussonderung
Nein, eine „Aussonderung“ findet nur statt, wenn Gebäude abgebrochen werden (siehe auch Antworten zu Fragen 4 und 5).
Gar nicht. Siehe im Übrigen Antwort zu Frage 4.
Siehe Antwort zu Frage 7.
Siehe Antwort zu Frage 7.
Sollte das Staatsarchiv kein Interesse an den Bauakten haben, werden diese durch einen Dienstleister vernichtet.
Siehe Antwort zu Frage 4.
Zahlen zu vernichteten Bauakten
Keine, es wurden nur Doppel oder Akten von nicht mehr vorhandenen Gebäuden vernichtet bzw. dem Staatsarchiv angeboten.
Dr. Bettina Schomburg 28.04.2026
(Bezirksamtsleitung)
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