Schulhöfe öffnen Spiel, Spaß und Bewegung für Kinder und Jugendliche auch nach Schulschluss Antrag der GRÜNE-Fraktion
Letzte Beratung: 12.02.2026 Bezirksversammlung Ö 6.2
Der Antrag in Kürze und einfacher Sprache
Problem: Kinder und Jugendliche haben in der Stadt zu wenig Platz zum Spielen und Bewegen. Viele Kinder bewegen sich zu wenig. Das ist schlecht für die Gesundheit und ihre Entwicklung.
Lösung: Schul-Höfe sollen auch nach der Schule zum Spielen offen sein. Sie sind nah, bekannt und haben oft schon Spiel-Geräte. Klare Regeln für Reinigung, Schutz und Ruhe sind nötig.
Wer das machen soll: Das Bezirks-Amt Hamburg-Nord mit Schulen und Behörden.
Die Forschungslage ist ebenso eindeutig wie traurig [1]: Die Aufenthalts- und Bewegungsräume für Kinder und Jugendliche haben sich in den vergangenen Jahrzehnten drastisch verringert. Verkehr, Nachverdichtung, zunehmender Parkdruck und die Privatisierung von Freiflächen führen dazu, dass gerade im städtischen Raum immer weniger Orte für freies Spielen, Sport und Begegnung zur Verfügung stehen. Die gravierenden negativen Folgen zeigen Studien deutlich:
Gerade für Kinder und Jugendliche aus dicht bebauten Quartieren ohne eigene Gärten oder nahegelegene Spiel- und Sportflächen ist der Zugang zu frei nutzbaren Bewegungsräumen entscheidend – auch und gerade jenseits organisierter Vereinsangebote. Das gilt auch am Wochenende und in den Ferien, wo genug Zeit für Bewegung wäre, aber der Platz dafür fehlt. Der kostenlose und spontane Zugang zu Aufenthalts- und Beschäftigungsmöglichkeiten mit Gleichaltrigen ist ein wichtiger Baustein einer gesunden Entwicklung.
Schulhöfe bieten hier ein enormes Potenzial: Sie sind oft wohnortnah, meist gut erreichbar, häufig mit Spiel- und Sportgeräten ausgestattet und für Kinder und Jugendliche vertraute Orte. In vielen Hamburger Bezirken – unter anderem in Eimsbüttel – werden Schulhöfe bereits ganz oder teilweise außerhalb der Unterrichtszeiten genutzt.
Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen dort auch klar: Damit Schulhöfe dauerhaft geöffnet werden können, braucht es verbindliche Rahmenbedingungen, insbesondere
Hamburg-Nord ist ein wachsender Bezirk mit vielen jungen Familien, aber auch mit Quartieren, in denen öffentliche Bewegungsflächen rar sind, denn es ist – trotz Friedhof und Stadtpark – der am dichtesten besiedelte Bezirk der Hansestadt. Die Öffnung von Schulhöfen ist daher nicht nur eine bildungs- oder sportpolitische Maßnahme, sondern ein Beitrag zu Gesundheit, sozialer Teilhabe, Prävention und Chancengerechtigkeit.
Ziel ist es, Schulhöfe grundsätzlich als Teil der sozialen Infrastruktur im Stadtteil zu begreifen – und ihre Nutzung für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre systematisch zu ermöglichen.
Beschluss:
Die Bezirksversammlung möge daher beschließen:
Die Bezirksamtsleitung wird gebeten, gemeinsam mit den zuständigen Landesbehörden
- Reinigungs- und Kontrollmechanismen vor Schulbeginn,
- Zuständigkeiten und Finanzierung bei der Behebung von Vandalismus oder Schäden,
- Möglichkeiten eines bedarfsorientierten Schließ- oder Bereitschaftsdienstes,
- sowie Modelle zur Entlastung der Schulleitungen (z. B. zentrale Ansprechstellen oder „Troubleshooting-Personen“);
- den Bedarf im jeweiligen Quartier (Mangel an öffentlichen Spiel- und Bewegungsflächen im Umfeld),
- die vorhandene Ausstattung der Schulhöfe (Sport- und Spielgeräte),
- die Bereitschaft der Schulgemeinschaft;
Für die GRÜNE Fraktion
Timo B. Kranz
Daniela Clément
[1]
Keine
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