22-2310

Mehr Frauen in Straßennamen würdigen

Gemeinsamer Antrag

Sachverhalt

In Hamburg sind Stand: April 2025 ­noch immer 86 % der nach Personen benannten Straßen nach Männern benannt und nur 14 % nach Frauen. Aus diesem Grund soll künftig bei der Benennung neuer Verkehrsflächen bevorzugt die Würdigung bedeutender Frauen berücksichtigt werden.

Darüber hinaus gibt es, neben der Namensgebung von neu angelegten Verkehrsf­chen, aber auch die Möglichkeit, bei Straßennamen eine Doppel- bzw. Zusatzbenennung vorzunehmen. Auf diese Weise können mit bereits bestehenden Straßennamen auch mehrere Menschen, die vergleichbar Bedeutendes für den Fortschritt der Menschheit geleistet haben, geehrt werden.

Diese Möglichkeit soll genutzt werden, um die Zahl der in Eimsbüttel auf diese Weise geehrten Frauen zu erhöhen und die immer noch vorwiegend nnlich geprägte Erinnerungskultur um Frauen zu ergänzen, die eine eigene öffentliche Würdigung verdienen.

Durch die Mit-Benennung von Verkehrsflächen ist es möglich, schnell und pragmatisch noch mehr Frauen öffentlich zu ehren, ohne den Straßennamen zu ändern.

Auch im Bezirk Eimsbüttel gibt es Verkehrsflächen, die für eine solche Doppel- bzw. Zusatzbenennung in Frage kommen. Dafür geeignet können zum Beispiel folgende Straßen sein:

Fröbelstraße (Rotherbaum) benannt 1892 nach dem Pädagogen Friedrich Fröbel (17821852). Seine zweite Ehefrau Luise Fröbel, geb. Levin (18151900) gründete 1860 den ersten Privatkindergarten Hamburgs und ist auch in Eimsbüttel gestorben.

Unnastraße (Eimsbüttel) 1948 nach dem Dermatologen Paul Gerson Unna (1850-1929) benannt.Seine Schwiegertochter Marie Unna, geb. Boehm (1881-1977) war Gründungsmitglied des 1924 gegründeten Bund Deutscher Ärztinnen (BDÄ) und beschrieb eine bis dahin unbekannte Form der Alopezie, die daraufhin als Unna-Syndrom“bekannt wurde.

Mutzenbecherweg (Lokstedt) benannt 1952 nach dem Kaufmann und zeitweiligen Präses der Commerzdeputation Franz Matthias Mutzenbecher (17791846). Seine Verwandte Wilhelmine Mutzenbecher, geb. Hübbe (18011878) zählte zum Kreis der norddeutschen Erweckungsbewegung und gründete 1849 die heute noch existierende Martha Stiftung, um junge mittellose Mädchen vom Lande durch die Ausbildung zum Dienstmädchen vor der Verelendung zu bewahren.

Petitum/Beschluss
  1. Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, sich bei der Behörde für Kultur und Medien bzw. dem Staatsarchiv dafür einzusetzen,

a) dass eine entsprechende Würdigung der bereits identifizierten und im Sachverhalt aufgeführten Straßen im Bezirk, die nach dem Nachnamen bedeutender Männer benannt sind, für die jedoch eine Mitbenennung weiblicher Familienangehöriger infrage kommt, geprüft wird,

b) eine entsprechende Würdigung der positiv geprüften Straßen in die Wege zu leiten und das Bezirksamt darüber zu informieren.

  1. Die Bezirksamtsleitung wird gebeten,

a) an den bestehenden Straßenschildern der positiv geprüften Straßen neue Hinweis­schilder anzubringen. Diese sollen die Namensgebung unter Berücksichtigung aller namentlich genannten Personen erläutern. Für die Erstellung stellt die Bezirksversamm­lung nach Bedarf Sondermittel zur Verfügung,

b) dem Ausschuss für Haushalt, Kultur und Sport (HaKuS) spätestens im Dezember 2026 einen Bericht über den Stand der Umsetzung vorzulegen.

Ernst Christian Schütt und SPD-Fraktion
Nina Joana Schübel und Grüne-Fraktion

Anhänge

keine

Lokalisation Beta
Rotherbaum Lokstedt

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