22-1854

Geplante Fällung von Bäumen im Bereich Hofweg 87-89 - vorgesehene Verwertung und CO2-Ausirkungen.

Kleine Anfrage nach § 24 BezVG

Sachverhalt

Mit Antwort auf die Kleine Anfrage Drs. 22-1815 hat das Bezirksamt Hamburg-Nord bestätigt, dass für das Grundstück Hofweg 8789 am 18.12.2025 eine Baugenehmigung für den vollständigen Abriss der Bestandsgebäude sowie die Errichtung eines Neubaus mit Tiefgarage erteilt wurde. Im Zuge dieses Vorhabens ist die Fällung von insgesamt 11 Bäumen mit teils sehr großen Stammumfängen sowie mehrerer Hecken vorgesehen. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist die Fällung der Bäume bislang noch nicht erfolgt.

Aus den Angaben des Bezirksamtes ergibt sich, dass darunter mehrere Großbäume u. a. Rot-Buchen und Hybrid-Schwarzpappeln mit Stammumfängen bis zu ca. 267 cm betroffen sind, die über Jahrzehnte erhebliche Mengen an CO2 in ihrer Biomasse gebunden haben. Darum ist es von besonderem Interesse, welche konkrete Verwertung des Holzes vorgesehen ist und welche klima- und umweltrelevanten Auswirkungen mit der geplanten Fällung verbunden wären.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Bezirksamtsleitung:

1. Wann ist die Fällung der im Rahmen des Bauvorhabens Hofweg 87–89 vorgesehenen 11 Bäume sowie der genannten Hecken nach aktuellem Stand geplant?

2. Welche konkrete Verwertungsform ist für die im Rahmen des Bauvorhabens geplanten Baumfällungen vorgesehen? Bitte getrennt nach energetischer Nutzung, Kompostierung/Mulch, Brennholz oder stofflicher Nutzung aufschlüsseln.

3. Welche Mengen an Holz (in Kubikmetern oder Tonnen) fallen durch die geplanten Baumfällungen nach Kenntnis des Bezirksamtes insgesamt voraussichtlich an?

4. In welchem Umfang geht das Bezirksamt davon aus, dass durch die geplante Fällung und anschließende Verwertung der Bäume das bislang in der Biomasse gespeicherte CO2 kurzfristig wieder freigesetzt wird?

5. Wurde oder wird geprüft, ob einzelne Stämme oder Stammteile, insbesondere der großdimensionierten Hybrid-Schwarzpappeln und Rot-Buchen, einer hochwertigen stofflichen Nutzung zugeführt werden können, um den gebundenen Kohlenstoff längerfristig zu speichern? Wenn nein, aus welchen Gründen?

6. Hat das Bezirksamt im Genehmigungsverfahren eine Abschätzung oder Bewertung der CO2-Speicherfunktion der zur Fällung vorgesehenen Bäume vorgenommen? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?

7. Wie viele Ersatzpflanzungen sind für die zur Fällung vorgesehenen Bäume geplant, welchen Stammumfang haben diese bei Pflanzung und nach welchem Zeitraum geht das Bezirksamt davon aus, dass der bisherige CO2-Speichervorrat der gefällten Bäume rechnerisch wieder erreicht wird?

8. Werden bei zukünftigen Genehmigungen von Abriss- und Neubauvorhaben vergleichbarer Größenordnung systematisch die CO2-Speicherleistung von Bestandsbäumen sowie die zeitliche Verzögerung durch Ersatzpflanzungen in die Abwägung einbezogen? Wenn ja, nach welchen Maßstäben?

Lokalisation Beta
Hofweg

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