22-1907

Eingabe: Unterstützung des Vorschlags zur Einrichtung einer Fahrradstraße in der Rathenaustraße

Mitteilungsvorlage vorsitzendes Mitglied

Sachverhalt

Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord unterrichtet über folgende Eingabe:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wohne seit 10 Jahren in Alsterdorf, zuletzt in der Rathenaustraße zwischen Sengelmannstraße und Traute-Lafrenz-Straße. Wir in Alsterdorf leben in einer wunderbaren Gegend nah genug am Stadtzentrum für kulturelle Angebote, aber dennoch reich an fußufigen Grünflächen, die eine erholsame Atmosphäre bieten. Um dieses Gleichgewicht zu bewahren,unterstütze ich nachdrücklich die Umwandlung der Rathenaustraße in eine Fahrradstraße.

Meine Familie und ich erledigen alle täglichen Wege mit dem Fahrrad sei es zur Arbeit, zur Schule oder zu sozialen Terminen. Sichere und komfortable Wege sind hierfür die Grundvoraussetzung. Wir entscheiden uns für das Fahrrad, weil es eine nachhaltige und ruhige Art der Fortbewegung ist, die unsere Mitmenschen und die Umwelt nicht belastet. Im Gegensatz dazu wirken sich das wachsende Autoaufkommen und insbesondere dieZunahme großer SUVs negativ auf die Anwohner und das lokale Umfeld aus.

Derzeit erlebe ich auf meinem Arbeitsweg regelmäßig unsichere Situationen, da Autofahrer mich übersehen oder aktiv versuchen, mich durch Hupen oder enges Überholen einzuschüchtern. Viele Fahrer betrachten Radfahrende offenbar als „Hindernis“ und nicht als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. Trotz dieser Erfahrungen fahre ich weiterhin mit dem Rad, da es sowohl für die Umwelt als auch für meine eigene Gesundheit die bessere Wahl ist.

Eine Fahrradstraße in der Rathenaustraße wird nicht nur Radfahrenden zugutekommen, sondern auch Fußngern, Joggern und Hundebesitzern, die den Alsterwanderweg nutzen. Durch ein attraktives Angebot für den Radverkehr auf der Straße bleiben die ufernahen Gehwege frei für die vielen Spaziergänger. Eine Reduzierung des Autoverkehrs verbessert zudem die Luftqualität, senkt den Lärmpegel und schafft insgesamt eine angenehmere Atmosphäre für alle.

Über den unmittelbaren Nutzen für Pendler hinaus ist dieser Vorschlag eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Die Umwandlung der Rathenaustraße dient dem Gemeinwohl, indem sie insbesondere schutzbedürftige Gruppen unterstützt:

  • Kinder und Senioren: Verkehrsberuhigte Straßen ermöglichen Kindern den sicheren Weg zu Schule und Sport und bieten Senioren ein weniger einschüchterndes Umfeld in ihrer Nachbarschaft.
  • Menschen ohne eigenes Auto: Es korrigiert die derzeitige Ungleichheit, bei der Menschen, die kein Auto fahren, dennoch den Lärm, die Abgase und die Sicherheitsrisiken des schweren Durchgangsverkehrs tragen müssen.
  • Lokale Vitalität: Ein fahrradfreundliches Alsterdorf lädt zum Verweilen und zum Besuch lokaler Geschäfte ein, anstatt den Stadtteil lediglich als schnelle Durchgangsstation für den Autoverkehr zu nutzen.

Diese Maßnahme ist zudem entscheidend für das städtische Gesamtnetz: Viele Radfahrende nutzen die Rathenaustraße täglich als Hauptverbindung zwischen den nordöstlichen Stadtteilen und der Fahrradstraße Leinpfad / Harvestehuder Weg. Solche regionalen Verbindungen sind der Schlüssel, um eine langfristige und tragfähige Alternative zur Autoabhängigkeit zu schaffen.

Bezüglich der Bedenken, dass diese Maßnahme zu einer Verkehrsverlagerung in andere Alsterdorfer Straßen hren könnte: Dies halte ich für kurzfristiges Denken. Der einzige Weg, das Wachstum des Autoverkehrs zu begrenzen, besteht darin, echte Alternativen zu schaffen und den für Autos vorgesehenen Raum neu zu bewerten.

Mit den richtigen Begleitmaßnahmen lassen sich die Auswirkungen verlagerten Verkehrs durch kluge Routenführung und Verkehrsberuhigung lösen. Beispielsweise biegen die meisten Autos, die stadtauswärts auf der Rathenaustraße fahren, links in die Sengelmannstraße Richtung Flughafen/Autobahn ab. Dieser Verkehr könnte bereits frühzeitig über die Deelböge oder Wilhelm-Metzger-Straße auf den zweispurigen Alsterkrugchaussee umgeleitet werden, um die Alsterdorfer Wohnstraßen zu entlasten.

Letztendlich spiegelt die Art und Weise, wie wir öffentlichen Raum und Ressourcen verteilen, unsere Werte als Gemeinschaft wider. Die Investition in hochwertige Fahrradinfrastruktur ist kein Privileg für Radfahrer, sondern eine Investition in die Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität des gesamten Stadtteils. Ein Festhalten am autozentrierten Modell führt hingegen zu sozialer Ungleichheit und einer Minderung des Gemeinwohls.

Mit Ihrer Unterstützung für die Fahrradstraße in der Rathenaustraße wählen Sie eine Zukunft für Alsterdorf, die inklusiv, nachhaltig und sicher für alle ist. Ich freue mich auf Ihre positive Entscheidung in dieser Angelegenheit.

Bitte verfolgen Sie im Bezirk und der Stadt diesen eingeschlagenen Weg der Zukunft weiter und leiten diese Eingabe an die Entscheiderin und Entscheider und den zuständigen Ausschuss weiter.

Mit freundlichen Grüßen

Petitum/Beschluss

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

Isabel Permien

Anhänge

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Lokalisation Beta
Rathenaustraße Alsterdorf Sengelmannstraße Traute-Lafrenz-Str. Harvestehuder Weg Wilhelm-Metzger-Straße Alsterkrugchaussee

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