22-2118

Eingabe: Umbau Stübeheide

Mitteilungsvorlage vorsitzendes Mitglied

Letzte Beratung: 27.04.2026 Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel Ö 4.2.15

Sachverhalt

Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord unterrichtet über folgende Eingabe:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe Ihnen als Mutter von zwei Kindern (Kita- und Grundschulalter) und Anwohnerin der Stübeheide. Wir sind hier täglich zu Fuß, mit dem Fahrrad und Lastenrad unterwegs und die geplante Fahrradstraße wäre für uns und viele andere Familien im Viertel eine echte, längst überfällige Verbesserung.

Wie viele andere Familien in Klein-Borstel bringen wir unsere Kinder jeden Morgen mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Kita und zur ASS. Wir kaufen mit dem Lastenrad ein im Café Luise, in der Apotheke, am Eisca und bei den weiteren Geschäften am Kornweg. Auch sonst fahren wir fast alles mit dem Rad: zur S-Bahn Kornweg, zur U-Bahn Klein Borstel, zum Friedhof, ins Alstertal, zu Freunden. Das Auto nutzen wir nur für besondere Anlässe. Genau das macht Klein-Borstel für uns lebenswert und genau das möchte Hamburg doch erreichen, wenn es von einer Fahrradstadt spricht.

In anderen Eingaben wird die Sorge geäert, die Geschäfte am Kornweg könnten unter weniger Parkplätzen leiden. Ich verstehe die Sorge, aber unsere Familie ist wie viele andere hier ein lebendes Gegenbeispiel: Wir kaufen dort nahezu täglich ein, ohne je einen Parkplatz zu brauchen. Und die Geschäfte bleiben ja weiterhin gut mit dem Auto erreichbar. Studien aus anderen Städten zeigen immer wiederdasselbe: Lokale Geschäfte profitieren von fahrrad- und fußngerfreundlichen Straßen, sie verlieren dadurch nichts.

Die Gehwege in der Stübeheide sind abschnittsweise sehr schmal, uneben und von Baumwurzeln aufgebrochen r Kinder auf kleinen Rädern wie für Kinderwagen jeden Tag ein Ärgernis. An den Grundstückszufahrten: Autofahrer, die herausfahren, achten oft nicht auf Kinder auf dem Gehweg. Durchgezogene Gehwege im Bereich der Einfahrten und die geplanten breiteren Wege (2,65 m statt heute oft nur 1,50 m) wären hier eine echte Erleichterung, ebenso die neuen Zebrastreifen am Schluchtweg und am Kreisel.

Unser älteres Kind wechselt in knapp drei Jahren auf die Fahrbahn. Ich würde mir wünschen, dass bis dahin alles fertig ist. Denn was heute auf der Stübeheide passiert, beobachte ich jeden Tag mit Sorge: Die auf einer Seite parkenden Autos machen die Fahrbahn so eng, dass Autos die Kinder beim Überholen kaum noch den nötigen Abstand einhalten können und es trotzdem tun. Genau das würde die Fahrradstraße verändern.

Mir ist bewusst, dass auch viele kritische Eingaben vorliegen. Eine Sache liegt mir dazu am Herzen: Diejenigen, die am meisten von der Fahrradstraße profitieren würden, melden sich erfahrungsgemäß am wenigsten. Unsere Kinder haben keine Stimme in solchen Verfahren. Und die Menschen, die sich heute gar nicht erst aufs Rad trauen, tauchen in keiner Zählung auf obwohl sie eine sichere Fahrradstraße zuerst nutzen würden.

Dass auf der Stübeheide heute schon täglich mehr Fahrräder als Autos gezählt werden und das, obwohl es nicht einmal richtige Radwege gibt und es morgens im Elterntaxi-Chaos regelmäßig gefährlich wird sagt doch alles über den Bedarf.

Zur Alternativroute über Kleine Horst / Sodenkamp:

Eine kritische Eingabe schlägt vor, den Radverkehr über Kleine Horst und Sodenkamp umzuleiten. Aus unserem Familienalltag: Das funktioniert nicht.

Der Weg wird länger und umständlicher. Gute Radwege müssen aber genau das Gegenteil sein direkt und einfach.

Die Umleitung führt nicht dorthin, wo die Kinder tatsächlich hinmüssen: zur Schule, zur Kita, zur Kirche, zu den Geschäften am Kornweg.

Vor allem aber löst sie das eigentliche Problem nicht: Die gefährlichen Situationen mit Elterntaxis und überholenden Autos passieren ja auf der Stübeheide selbst und genau dort muss sich etwas ändern.

Ich bitte den Regionalausschuss, die Planung für die Fahrradstraße Stübeheide zu unterstützen. Bitte berücksichtigen Sie in Ihrer Abwägung, wie wichtig der sichere Schulweg für unsere Kinder ist und wie viele Familien hier täglich Rad fahren und wie viele es gerne täten, wenn sie sich trauen würden. Für uns in Klein-Borstel ist diese Maßnahme überfällig.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für diese Eingabe nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Petitum/Beschluss

Um Kenntnisnahme wird gebeten.

Isabel Permien

Bera­tungs­reihen­folge
Anhänge

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Lokalisation Beta
Klein Borstel

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