Eingabe: Stellungnahme zur Teilbaumaßnahme Stübeheide - Auswirkungen auf Anwohner (Kornweg)
Letzte Beratung: 29.06.2026 Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Alsterdorf-Groß Borstel Ö 4.2.9
Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord unterrichtet über folgende Eingabe:
„Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bitte darum, meine folgende Stellungnahme zur Teilbaumaßnahme Stübeheide dem zuständigen Ausschuss zur Beratung vorzulegen.
Als Anwohner des Kornwegs verfolge ich die Planungen zur Umgestaltung der Stübeheide mit großer Aufmerksamkeit und auch mit Sorge.
Zunächst möchte ich betonen, dass ich die Förderung des Radverkehrs sowie die Einrichtung einer Fahrradstraße grundsätzlich ausdrücklich begrüße. Als regelmäßiger Radfahrer kann ich die Zielsetzung, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und den Umweltverbund zu stärken, gut nachvollziehen.
Allerdings erscheint mir der Umfang der vorgesehenen baulichen Maßnahmen nicht verhältnismäßig im Verhältnis zum tatsächlichen Bedarf. Aus meiner eigenen Erfahrung ist insbesondere der Abschnitt zwischen Borstels Ende und Tornberg derzeit als unangenehm und verbesserungsbedürftig wahrnehmbar. Die übrigen Bereiche der Stübeheide lassen sich hingegen bereits heute gut und sicher befahren und weisen aus meiner Sicht keinen grundlegenden baulichen Umgestaltungsbedarf auf.
Vor diesem Hintergrund stellt sich für mich auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit der Maßnahme, wenn umfangreiche Eingriffe in Bereichen erfolgen, in denen kein erkennbarer Verbesserungsbedarf besteht.
Es wurden in der Vergangenheit schon diverse Fahrradstraßen in Hamburg ohne bauliche Umgestaltungsmaßnahmen erfolgreich eingerichtet.
Die geplanten Maßnahmen bedeuten zudem eine erhebliche zusätzliche Belastung für die Anwohnerschaft – sowohl während der Bauphase als auch durch die dauerhaften Veränderungen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass viele Anwohner bereits seit Sommer 2024 durch die Bauarbeiten in der Wellingsbütteler Landstraße stark beeinträchtigt sind.
Ein weiterer zentraler Punkt ist aus meiner Sicht der ruhende Verkehr. Durch den geplanten Wegfall einer größeren Anzahl von Parkplätzen in der Stübeheide ist zu erwarten, dass sich der Parkdruck in die umliegenden Nebenstraßen verlagert. Der Kornweg war bereits vor Beginn der Baumaßnahmen in der Wellingsbütteler Landstraße insbesondere in den Abendstunden stark ausgelastet. Zusätzlicher Parksuchverkehr würde die Situation deutlich verschärfen und zu erhöhten Belastungen durch Verkehr, Lärm und Emissionen führen.
Ich befürchte insbesondere:
Ergänzend möchte ich auf eine in der öffentlichen Diskussion geäußerte Auffassung eingehen, wonach Anwohner, die über private Stellplätze verfügen, diese vorrangig nutzen sollten. Unabhängig von der rechtlichen Bewertung halte ich diese Annahme in der praktischen Umsetzung für nicht tragfähig.
In vielen Haushalten existieren mehrere Fahrzeuge, während private Stellplätze häufig nur begrenzt vorhanden sind. Hinzu kommt zusätzlicher Bedarf durch Besucher, Handwerksbetriebe, Pflege- und Lieferdienste. Der öffentliche Straßenraum erfüllt daher eine unverzichtbare Funktion für den ruhenden Verkehr, die sich nicht vollständig auf private Flächen verlagern lässt.
Eine Planung, die implizit davon ausgeht, dass ein erheblicher Teil des Parkbedarfs auf private Flächen verlagert werden kann, greift aus meiner Sicht zu kurz und führt zu einer Verlagerung der Probleme in die angrenzenden Wohnstraßen. Eine faktische Ungleichbehandlung von Anwohnern mit und ohne private Stellplätze sollte dabei vermieden werden.
Vor diesem Hintergrund bitte ich darum,
Ich bitte Sie, meine Stellungnahme in das weitere Verfahren einzubeziehen.
Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen“
Um Kenntnisnahme wird gebeten.
Isabel Permien
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