Eingabe: Fahrradstraße Stübeheide
Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord unterrichtet über folgende Eingabe:
„Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte eine Stellungnahme zur den geplanten Straßenbaumaßnahmen in der Stübeheide abgeben.
Ich bin berufstätig, seit 2009 Bewohner des Neubaugebietes am Erna-Stahl-Ring und Fahrradfahrer.
Morgens haben wir es alle eilig. Der eine muss zur Arbeit der andere zur Schule.
Wir haben zwei Schulen
-Albert-Schweitzer-Schule in der Stübeheide
-Albert-Schweitzer-Gymnasium an der Wellingsbüttler Landstraße,
zu denen kurz vor 8:00 irgendwie alle gleichzeitig wollen:
Schüler als Fußgänger, Schüler als Radfahrer, Schüler in den Autos ihrer sie bringenden Eltern.
(Hier gilt offensichtlich nicht: kurze Beine - kurze Wege. Das Einzugsgebiet beider Schulen ist groß)
Ich möchte zwei Schwerpunkte beleuchten:
a) Vor der Albert-Schweitzer-Schule in der Stübeheide
An der ASS ist die Situation jeden Morgen eine Katastrophe: Überall Schüler und Autos im Nahkampf. Täglich hochgradige Gefährdungssituationen.
Es gibt dort viel zu viele parkende Autos und die Glascontainer.
Es sind seit 2009 viele neue Menschen mit Fahrzeugen nach Klein-Borstel gezogen. Früher war noch eine grüne Wiese gegenüber der ASS, jetzt sind dort die "Borribles" eingezogen. Einige haben Betriebsfahrzeuge ihrer Firmen und Anhänger auf der Straße abgestellt. Dazu kamen 4 schöne neue weiße Häuser mit je 2 Parteien. Und so manche Familie scheint auf ein zweites Auto, geparkt auf öffentlichen Raum, zu setzen. Seither sind die Straßen Schluchtweg und Stübeheide gegenüber der Schule immer voll zugeparkt - das war früher nicht so. Es ist also nur eine Spur frei, aber Autos wollen in 2 Richtungen fahren. Für Autofahrer unbefriedigend. Als Radfahrer fährt man illegal auf dem Fußweg. Für Kinder (lebens-)gefährlich.
b) Die Stübeheide im Verlauf zwischen Kreisel (Schluchtweg/Stübeheide/Sodenkamp) und Einmündung in die Wellingsbüttler Allee
Jeden Morgen fahren ganze Kolonnen von PKWs aus den südlichen Teilen von Wellingsbüttel oder Kleinborstel via Sodenkamp zur Stübeheide, dann runter auf die Wellingsbüttler Allee und dann in Richtung Innenstadt. Es ist eine zweite Arterie geworden, als Alternative zur Wellingsbüttler Straße, um in die Stadt zu fahren.
Ich habe Angst, diesen Teil der Straße als Radfahrer zu befahren, habe aber keine Alternative, genausowenig wie die Schüler (aus Kleinborstel Richtung ASG). Das Problem ist, dass die einseitig stets zugeparkte Straße ein Überholen von Autos aufgrund der geringen übrigbleibenden Breite an den meisten Stellen eigentlich nicht ermöglicht, es manche Autofahrer aber eiliger haben als die Radfahrer fahren können (obwohl es bergab geht). So wird trotzdem überholt, mit vollem Tempo 30, und mit Abständen zum Fahrradlenker wo es einem schwindelig wird.
Gern fahre ich daher mittig, um die mit mir im "Tross" fahrenden Kinder vor solchen gefährdenden Überholmanövern zu schützen. Das geht meistens gut, und es wird nicht gehupt. (Der erfahrene Autofahrer weiß, dass unten, an der Einmündung zur Welllingsbüttler er eh im Stau vor der Kreuzung steht).
Kürzlich, im Februar, war es glatt. Was hilft's auch ich muss zur Arbeit. Entsprechend vorsichtig fuhr ich langsam auf meinem Rad und konzentrierte mich, in der eisfreien Spur zu bleiben. Hinter mir ein Auto, was immer näher kam. Ich bekam Angst: was, wenn das Auto jetzt in diesem engen Bereich mich überholt und ich in dem Moment hinfalle? Aber es kam anders: ich fiel hin ohne dass es mich überholte. Auf die Schmerzen war ich gefasst, aber nicht aufdas, was dann passierte: der Autofahrer hupte. "Mach Platz" war die klare Botschaft. Unterlassene Hilfe und weiterfahren. Es fühlt sich so schlecht an, wenn man wie ein Gegenstand behandelt wird.
Meine Vision: Lasst uns die Stübeheide von durchfahrendem Verkehr befreien. Wie das gelingt, dazu gibt es wahrscheinlich mehrere Möglichkeiten, die Ausweisung als Fahrradstraße ist sicherlich eine gute Idee, vielleicht auch der beste Weg.
Aber ich habe diese Sorge: Fahren dann nicht trotzdem die gleiche Anzahl von Autos durch diese Straßen? Wie kann man den Verkehr auf die reinen Anwohner beschränken, und verhindern, dass durch Wohngebiete der Ausweichverkehr von der Wellingsbüttler fährt?
Wäre es möglich, die beiden Teilabschnitte der Stübeheide zusätzlich jeweils auf halber Strecke zwischen den Kreuzungen durch Bömpel auf der Straße zu unterbrechen? So dass Autofahren sie nicht mehr als Durchfahrt nutzen können, Radfahrer aber schon. So kann jeder Anwohner trotzdem mit Auto zu seinem Grundstück. Dann wäre es auch weniger störend, dass die Straßen dauerhaft zugeparkt sind, was sich ja wahrscheinlich nicht ändern lassen wird...
Vielen Dank für Ihre Berücksichtigung
Mit freundlichen Grüßen“
Um Kenntnisnahme wird gebeten.
Isabel Permien
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