22-1833

Aufklärung über Alkoholkonsum in der Schwangerschaft und fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD) im Bezirk Hamburg-Nord Kleine Anfrage gem. § 24 BezVG der GRÜNE-Fraktion

Kleine Anfrage nach § 24 BezVG

Sachverhalt


Alkoholkonsum während der Schwangerschaft kann zu schweren und irreversiblen gesundheitlichen Schäden beim ungeborenen Kind führen. Fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD) zählen zu den häufigsten nicht genetisch bedingten Behinderungen in Deutschland. Nach Schätzungen des FASD-Fachzentrums Hamburg werden jährlich rund 500 Kinder in Hamburg mit alkoholbedingten Beeinträchtigungen geboren¹.

Die Weltgesundheitsorganisation stellt klar, dass es während der Schwangerschaft weder eine unkritische Menge noch einen unbedenklichen Zeitpunkt für Alkoholkonsum gibt.² Dennoch zeigen Studien, dass ein erheblicher Anteil der Schwangeren auch nach Kenntnis der Schwangerschaft Alkohol konsumiert.³

In Hamburg sind seit 2025 erstmals auch Diagnosen von FASD bei Erwachsenen möglich⁴. Dies verdeutlicht, dass FASD häufig erst spät erkannt wird und Betroffene oftmals erst nach Jahren Zugang zu Unterstützungsangeboten und bei sozialrechtlichen Ansprüchen erhalten.

Vor diesem Hintergrund frage ich das Bezirksamt Hamburg-Nord:

  1. Welche Maßnahmen zur Aufklärung über die Gefahren von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft werden im Bezirk Hamburg-Nord derzeit durchgeführt oder unterstützt, und seit wann bestehen diese Maßnahmen?

Bitte nach Art (z. B. Informationsmaterialien, Kampagnen, Projekte), Umfang und ggf. Stadtteilen aufschlüsseln.

  1. In welchen bezirklichen Einrichtungen (z. B. Gesundheitsamt, Familien- und Mütterberatungsstellen, Kitas, Schulen, Einrichtungen der Jugendhilfe, …) wurde das Thema FASD seit2022 aktuell aufgegriffen, und wie viele Einrichtungen bzw. Personen wurden jeweils erreicht?

Bitte ggf. nach Stadtteilen differenzieren.

  1. Welche laufenden Projekte oder Kampagnen im Bezirk Hamburg-Nord adressieren FASD oder Aufklärung über Alkoholkonsum in der Schwangerschaft, und wie werden deren Erfolge, Reichweite oder Teilnehmerzahlen gemessen?
  1. Bestehen Kooperationen des Bezirksamts Hamburg-Nord mit spezialisierten Fachstellen, Trägern oder medizinischen Einrichtungen wie dem FASD-Fachzentrum Hamburg e. V.?

Wenn ja, welche Kooperationen bestehen, seit wann und in welchem Umfang?

  1. Welche Erkenntnisse liegen dem Bezirksamt Hamburg-Nord über besonders gefährdete Zielgruppen oder Bevölkerungsgruppen mit hohem Informationsbedarf vor?
  1. Welche präventiven Maßnahmen hält das Bezirksamt Hamburg-Nord derzeit für besonders geeignet, um das Bewusstsein für die Risiken von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zu stärken? Sind hierzu konkrete Pläne in Vorbereitung?
  1. In welcher Form informiert das Bezirksamt Hamburg-Nord die Bevölkerung regelmäßig über bestehende Beratungs- und Unterstützungsangebote für (werdende) Eltern sowie für von FASD betroffene Menschen?
    Bitte erläutern, wie häufig diese Informationen aktualisiert werden.
  1. Sieht das Bezirksamt Hamburg-Nord zusätzlichen Handlungsbedarf im Bereich Prävention, Aufklärung oder Unterstützung von Betroffenen und ihren Angehörigen, und wenn ja, in welchen Bereichen konkret?
  1. Sind die derzeit verfügbaren personellen und finanziellen Ressourcen aus Sicht des Bezirksamts ausreichend, um präventive und aufklärende Maßnahmen im Bereich FASD im notwendigen Umfang im Bezirk Hamburg-Nord umzusetzen?

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Fußnoten / Quellen

¹ NDR, Alkoholschäden im Mutterleib: Diagnosen jetzt auch für Erwachsene, Stand: 09.09.2025, unter Bezugnahme auf Angaben des FASD-Fachzentrums Hamburg. https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/alkoholschaeden-im-mutterleib-diagnosen-jetzt-auch-fuer-erwachsene,fasd-100.html

²https://www.mdr.de/wissen/alkoholverbot-fuer-frauen-who100.html

³ Hamburger Abendblatt, Alkohol in der Schwangerschaft so verheerend ist ein Glas, 24.10.2023, unter Bezugnahme auf internationale Studien.
https://www.abendblatt.de/hamburg/hamburg-nord/article405024520/alkohol-in-der-schwangerschaft-so-verheerend-ist-ein-glas.html

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/alkoholschaeden-im-mutterleib-diagnosen-jetzt-auch-fuer-erwachsene,fasd-100.html

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