Die geplante Sanierung der „Kampnagel-Kulturfabrik“ wird für den Steuerzahler zunehmend zur Belastung. Während im Jahr 2019 noch Kosten von 120 Millionen Euro im Raum standen, beläuft sich die Kalkulation mittlerweile auf rund 168 Millionen Euro. Trotz dieser enormen Summen bleiben viele Details zur Finanzierung und zu den tatsächlichen Ausgaben im Dunkeln.
In der letzten Anfrage (Drucksache 22-0690) wurde auf eine „Risikomatrix“ verwiesen, die zur Vermeidung von Kostensteigerungen dienen soll. Angesichts der Erfahrungen mit Hamburger Großprojekten wie der Elbphilharmonie reicht ein bloßer Verweis auf theoretische Instrumente nicht aus. Zudem hat sich die politische Lage im Bund seit Mai 2025 grundlegend geändert. Die Zusage über 60 Millionen Euro Bundesmittel stammte noch aus der Ära der Vorgängerregierung unter Olaf Scholz. Unter der amtierenden Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz ist unklar, ob diese Mittel weiterhin bedingungslos fließen.
Besonders pikant sind zudem weitere „versteckte“ Kosten. So wurden kürzlich für eine einzelne „Toilette für alle“ (Changing Place) auf dem Gelände zusätzliche Fördermittel in Höhe von fast 59.000 Euro beantragt. Dies wirft die Frage auf, wie viele solcher „Kleinförderungen“ an der sowieso schon astronomisch hohen Gesamtsumme von 168 Millionen Euro vorbei bewilligt wurden und in Zukunft noch werden sollen.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Bezirksamtsleitung:
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In der Antwort zu Frage 7 der Drs. 22-0690 wurden bauliche Basiskosten von rund 83 Mio. Euro benannt. Zuzüglich der 14 Mio. Euro für Architekten ergibt dies 97 Mio. Euro. Sind diese Zahlen aktuell? Wie genau setzt sich die verbleibende Differenz von 71 Millionen Euro zum Gesamtkostenansatz zusammen? (Bitte detaillierte Auflistung nach Kostenarten wie Haustechnik, Ausstattung, weitere Planungskosten, Risikozuschläge etc.).
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Das Architekturbüro Lacaton & Vassal soll laut Drs. 22-0690 rund 14 Millionen Euro für ihren Einsatz erhalten. Ist dies, Stand Mai 2026, weiterhin der Fall und wie sieht die konkrete Summe aus, woraus setzt sich diese zusammen? (Bitte detaillierte Auflistung nach Arbeitsaufwand, Zeitaufwand, Anzahl an mitwirkenden Mitarbeitern etc.).
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Die geplanten Herstellungskosten umfassen laut Drs. 22-0690 rund 44 Mio. Euro für die Veranstaltungshallen (Bestand), 3 Mio. Euro für den Verwaltungsbau (Bestand), 4 Mio. Euro für die Residenz (Neubau), 30 Mio. Euro für die K 7 „Halle über der Halle“ (Neubau) sowie 2 Mio. Euro für die Außenanlagen (Umbau). Ist dies, Stand Mai 2026, weiterhin der Fall oder gab es eine preisliche Anpassung?
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Gibt es seit der letzten Mitteilung über 168 Millionen Euro weitere aktuelle Kostensteigerungen?
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Wie hoch sind die aktuellen Gesamtkosten für das Bauvorhaben am Kampnagel?
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Wie setzen sich die Gesamtkosten, unter Berücksichtigung aller Kostengruppen, detailliert zusammen? Bitte um eine tabellarische Auflistung.
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Ist die Auszahlung der 60 Millionen Euro Bundesmittel unter der neuen Bundesregierung bereits rechtlich bindend erfolgt?
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Gab es seit dem Regierungswechsel im Mai 2025 neue Gespräche oder Auflagen seitens des Bundes hinsichtlich des Projekts?
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Wurden die Mittel in Höhe von 58.833,60 Euro aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2030“ für den „Changing Place“ auf Kampnagel bereits bewilligt?
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Warum ist der Betrag für die „Changing Place“ nicht in den veranschlagten 168 Millionen Euro Gesamtkosten bereits enthalten?
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Welche weiteren Fördermittel aus Töpfen wie dem Sanierungsfonds wurden seit 2020 für Kampnagel zusätzlich zu den 168 Millionen Euro bewilligt? (Bitte auflisten nach Datum, Zweck und Betrag).
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Wird die in Drs. 22-0690 erwähnte Risikomatrix der Bezirksversammlung zur Einsicht vorgelegt?
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Welches sind derzeit die größten finanziellen Risiken, die in dieser Matrix mit welcher Wahrscheinlichkeit geführt werden?
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Wie hoch werden die jährlichen Betriebs- und Instandhaltungskosten nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2030 geschätzt?
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Um wie viel Euro pro Jahr übersteigen diese Kosten den aktuellen Aufwand für den laufenden Betrieb?
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In der Vorbemerkung zu Drs. 22-0690 wurde ein Gästehaus mit 26 Einheiten erwähnt. Wie hoch sind die kalkulierten Übernachtungskosten für Künstler, die dort untergebracht werden, im Vergleich zu ortsüblichen Hotelpreisen?
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Gibt es Pläne, diese Wohneinheiten bei Leerstand auch kommerziell zu vermieten, um die Betriebskosten zu senken?