Herr Dahlgaard eröffnet die Sitzung, begrüßt die Anwesenden und teilt mit, dass die Sitzung zu Protokollzwecken aufgezeichnet werde.
Eine öffentliche Fragestunde findet nicht statt, da keine Fragen aus der Öffentlichkeit vorliegen.
Der Ausschuss genehmigt die Niederschrift vom 08.01.2026 einstimmig.
Der Ausschuss genehmigt die Niederschrift vom 05.02.2026 einstimmig.
Frau Leydecker, Frau Müller (Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration (Sozialbehörde)) und Frau Ratzlaff (Fördern und Wohnen AöR (F&W)) berichten anhand einer Präsentation (siehe Anlage) über das Thema der „Neueröffnung des Pik As". Frau Ratzlaff beschreibt die Umbaumaßnahmen und betont deren positive Effekte sowohl für die Klienten als auch für das nachbarschaftliche Zusammenleben.
Herr Dahlgaard bedankt sich bei Frau Leydecker, Frau Müller und Frau Ratzlaff für den Vortrag und eröffnet daraufhin die Fragerunde, an der folgende Ausschussmitglieder: Frau Pless, Herr Karismaz, Herr Knode, Frau Pawletta, Frau Stärz, Herr Abreu de Sousa und Herr Dahlgaard, teilnehmen, um gemeinsam mit Frau Leydecker und Frau Ratzlaff über nachfolgende Aspekte zu diskutieren:
· Schwerpunktpraxis: Die im Pik As verortete Schwerpunktpraxis für wohnungs- und obdachlose Menschen kann aktuell keine psychiatrische Sprechstunde anbieten, da die Stelle der psychiatrischen Fachkraft ist weiterhin aufgrund von Renteneintritt unbesetzt ist und die Suche nach einer Nachfolge andauert. Die Schwerpunktpraxis ist ein Projekt der Stadt Hamburg in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung und wird nicht von F&W betrieben. Sie steht nicht nur Klienten des Pik As zur Verfügung, sondern auch obdachlosen Menschen, die die Übernachtungsstätte nicht nutzen.
· Einrichtungskapazität und Personal: Die Einrichtung verfügt über bis zu 330 Plätze plus 33 weitere Lebensplätze. Der Umzug an den neuen Standort erfolgte mit dem bestehenden Team, die Stellen in der Sozialarbeit sind voll besetzt. Der Schichtdienst mit 24-Stunden-Verlässlichkeit und Beratung kann mit dem aktuellen Personalschlüssel abgedeckt werden. Die Stelle der Teamleitung ist zurzeit vakant, wird aber interimistisch von Frau Ratzlaff begleitet und soll nachbesetzt werden.
· Sicherheit: Ein erfahrener, gut geschulter Sicherheitsdienst ist vor Ort, der auf das Klientel eingestellt ist. Der Sicherheitsschlüssel orientiert sich am bisherigen Standort Pik As. Der Austausch mit der Nachbarschaft ist etabliert und wird durch Veranstaltungen wie Tag der offenen Tür und Richtfest gepflegt.
· Zugänglichkeit von Wasserhahn und WC: Der Wasserhahn ist jederzeit für alle zugänglich, dies wurde im Rahmen der Hitzeaktionsplanung berücksichtigt. Das WC ist ebenfalls zugänglich, befindet sich jedoch hinter dem Innenhof und Eingangsbereich, was die Sichtbarkeit der Nutzer für Mitarbeitende erhöht.
· Nutzung der 33 Lebensplätze: Diese sind ausschließlich für Personen mit Anspruch auf öffentlich-rechtliche Unterbringung vorgesehen. Das Angebot richtet sich vorwiegend an alleinstehende, obdach- und wohnungslose Personen, die auf absehbare Zeit aufgrund verfestigter sozialer und gesundheitlicher Problemlagen derzeit oder dauerhaft nicht mit Wohnraum versorgt werden können.Die Inbetriebnahme ist für Mai 2026 geplant.
· Die 330 Plätze der Notübernachtung sind niedrigschwellig zugänglich, ein Anspruch aus dem Aufenthaltsstatus besteht nicht; die ersten Nächte können unter Pseudonym verbracht werden.
· Die Einrichtung arbeitet nach dem Fachstellen-Konzept, das eine Beratungspflicht beinhaltet und die Anonymität nach einer gewissen Phase aufhebt, um sozialpädagogische Beratung und Unterstützung zu ermöglichen.
· Es erfolgt eine initiale Informationsberatung, gefolgt von individuell abgestimmten Beratungsterminen; Klienten sind zur Mitwirkung verpflichtet.
· Ein Shuttle zwischen dem neuen Pik As (Übernachtungsstätte) und der Tagesaufenthaltsstätte Spaldingstraße, die ebenfalls von F&W betrieben wird, ist nicht geplant. In Hamburg existieren weitere niedrigschwellige Tagesangebote für obdachlose Menschen, u.a. TAS Bundesstraße, Herz As. Seit Anfang März wird zudem in der Stresemannstraße 138 eine Tagesaufenthaltsstätte von F&W betrieben. Klienten des Pik As steht es frei, eine Tagesangebot zu nutzen bzw. zu wählen.
Im Anschluss an den Vortag äußert Herr Dahlgaard den Wunsch, dass der Ausschuss zu einem späteren Zeitpunkt weitere Informationen zu den Interaktionen und Auswirkungen des Umbaus auf das Klientel sowie das nachbarschaftliche Zusammenleben erhalten möchte, was von den Referentinnen positiv aufgenommen wird.
Der Ausschuss nimmt Kenntnis.
In der Folge berichtet Frau Bader (Bezirksamt Hamburg-Mitte, Fachamtsleiterin des Fachamtes Gesundheit) anhand einer Präsentation (s. Anlage) über das Thema „Information zum Haus im Bloomspark, Haus für schutzsuchende Mütter und zum Standort zur Versorgung von Kranken ohne Versicherungsschutz". Zunächst verweist sie auf die zeitliche Planung der beiden Neubauprojekte, da die neuen Gebäude noch errichtet werden müssen und derzeit keine nutzbaren Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Sie verweist zudem auf die Präsentation, die anschauliche architektonische Darstellungen der jeweiligen Gebäude enthält. Danach thematisiert sie die folgenden weiterführenden Themeninhalte vertieft:
Die Auswahl der neuen Mieter für das Gebäude ist abgestimmt; Einzug wird Anfang 2028 erwartet.
Die Fertigstellung des Gebäudes dauert aufgrund der architektonischen Komplexität und der speziellen Anforderungen medizinischer Einrichtungen bis dahin.
Das Gebäude wird mehrere medizinische Einrichtungen beherbergen, darunter eine Praxis mit besonderen baulichen Anforderungen und ein Geburtshaus mit eigenen Bedarfen.
Ziel ist die Schaffung eines „Hauses für Gesundheit" mit einer funktionalen Dreiteilung oder Vierteilung.
Im linken Gebäudeteil wird das Geburtshaus im oberen Bereich und das Gesundheitsamt im unteren Bereich untergebracht.
Ein verbindender Mittelteil („Riegel") soll ein Café und Treffpunkt beherbergen.
Der rechte Gebäudeteil ist für die „Praxis ohne Grenzen" vorgesehen.
Herr Dahlgaard bedankt sich bei Frau Bader für die bereitgestellten Informationen und eröffnet die anschließende Fragerunde. Im weiteren Verlauf der Diskussion erörtern die Ausschussmitglieder, darunter Frau Wölk, Frau Wittern, Frau Stärz und Herr Knode, gemeinsam mit Frau Bader verschiedene Aspekte, u.a. zu:
Außenbereich: Steintreppe zur Horner Landstraße ohne durchgängiges Geländer und Beleuchtung; Beleuchtung an Treppe und Zuwegung zum Parkeingang erforderlich, um Sicherheit zu gewährleisten.
Küche: Planung umfasst Personalküche und Großküche im Neubau; Nutzung der bestehenden Großküche für Kochkurse mit ernährungsbezogenem Fokus wird erwogen.
Café: Niedrigschwelliges, kostengünstiges Angebot soll aus Sicht der Politik angestrebt werden, um breite Zugänglichkeit zu gewährleisten.
Beratungsangebote: Temporäre Angebote wie Pflegestützpunkt oder kinderpsychiatrischer Dienst sind sinnvoll und können vor Eröffnung mit dem zuständigen Fachamt abgestimmt werden.
Öffnungszeiten des Hauses sind noch unklar und hängen von der zukünftigen Betreiberstruktur ab; eine Anpassung an berufstätige Menschen ist derzeit nicht konkret geplant, da weder Pächter noch Verantwortliche feststehen und haushaltsrechtliche Aspekte berücksichtigt werden müssen.
Informationen zu kostenlosen Angeboten sind begrenzt: Das Geburtshaus wird überwiegend Frauen mit Versicherungsschutz betreuen, um wirtschaftlich zu arbeiten, bietet aber auch einige kostenlose Beratungsleistungen an; alle Angebote des Bezirksamts sind kostenfrei.
Zur Unterbringung von Ukrainerinnen im alten Gebäude liegen keine Informationen vor, da dies von einem anderen Fachamt betreut wird.
Die Praxis ohne Grenzen wird von ehrenamtlichen Ärzt:innen betrieben, die gut vernetzt sind und schwierige Fälle weitervermitteln; es besteht bereits ein funktionierendes Versorgungssystem für obdachlose schwangere Frauen, sodass eine Zuweisung von Frauen ohne Versicherungsschutz durch Allgemeinmediziner oder Gynäkolog:innen möglich und gut organisiert ist.
Der Ausschuss nimmt Kenntnis.
Darüber hinaus informiert Frau Bader den Ausschuss anhand einer Präsentation über das Thema „Stand zum medizinischen Versorgungszentrum in Mümmelmannsberg". Sie präsentiert dem Ausschuss das neue Ärztehaus in Mümmelmannsberg, das in umittelbarer Näher zum bestehenden Ärztehaus sowie gegenüber dem neuen Edeka und der Haspa-Filiale liegt. Neben medizinischen Einrichtungen sollen dort auch Wohnmöglichkeiten für Studierende und Senioren entstehen. Das Fachamt Gesundheit erhofft sich durch die günstige Lage an der U-Bahn-Station eine Anziehung neuer Ärzte und die Sicherung der bestehenden Ärzteschaft. Die derzeitige Stadtteilklinik ist sanierungsbedürftig und umfasst ein kleines Krankenhaus mit etwa zehn Betten, Hausarztpraxen sowie eine psychiatrische Tagesklinik. Das neue Ärztehaus soll alle bisherigen Praxen integrieren, um die auf den Stadtteil zugeschnittene Versorgung zu erhalten. Die Planungen sind weit fortgeschritten, und alle Facharztpraxen bleiben vor Ort.
Herr Dahlgaard bedankt sich bei Frau Bader für die Informationen und eröffnet die anschließende Fragerunde, in der die Ausschussmitglieder, darunter Herr Knode und Frau Awudu-Denteh, gemeinsam mit Frau Bader über folgende weitere relevante Aspekte diskutieren:
Der Ausschuss legt großen Wert darauf, ausreichend Kinderärzte vor Ort zu haben und langfristig zu binden.
Das Wilhelmsstift hat neue Räumlichkeiten in der ehemaligen SAGA-Geschäftsstelle bezogen, wodurch das Fachamt Gesundheit den Stadtteil besser mit Kinderarztterminen versorgen kann.
Trotz dieser Verbesserung besteht weiterhin ein Mangel an Kinderärzten, den das Fachamt Gesundheit aktiv beobachtet.
Der Ausschuss nimmt Kenntnis.
Es liegen keine Sondermittelanträge vor.
Es liegen keine Anträge der Politik vor.
Es liegen keine Vorlagen oder Mitteilungen der Verwaltung vor.
Herr Ungerer informiert den Ausschuss über die Woche des Gedenkens vom 20. April bis 8. Mai 2026, die inhaltlich gemeinsam mit Schulen erweitert wurde. Die zentrale Veranstaltung mit Preisverleihung findet am 28. April statt. Am 9. Mai wird beim Tag der Städtebauförderung auch das hiesige Modellvorhaben ein Projekt präsentiert, zeitgleich gibt es eine Veranstaltung zur Revitalisierung der Schule am Bullenhuser Damm. Das Projekt kann zudem am 21. Mai beim Frühlingsfest nochmals kennengelernt werden.
Der Ausschuss nimmt Kenntnis.
Frau Radtke kritisiert, dass der Integrationsbeirat erst spät über den Antrag zur Durchführung einer Inklusionskonferenz informiert wurde und nicht in den Prozess eingebunden war. Sie bemängelt einen Fehler gleich im ersten Absatz des Antrages und verweist darauf, dass der Beirat erst Ende 2025 berufen wurde, weshalb eine Konferenz im Jahr 2026 nicht sinnvoll erscheint. Frau Radtke fordert, dass künftige Anträge dieser Art vorab mit dem Integrationsbeirat abgestimmt werden.
Herr Abreu de Sousa berichtet, dass der Ausschuss in der letzten Sitzung grundsätzlich die Durchführung einer Inklusionskonferenz befürwortet hat, woraufhin die Koalition einen umfassenden Antrag eingereicht hat. Nach Gesprächen mit der Verwaltung, die den Integrationsbeirat betreut, wurden keine Hinweise auf einen Abarbeitungsstau gegeben. Dennoch schlägt er vor, die Möglichkeit eines Tauschs der Konferenztermine zu prüfen, wobei eine Abstimmung mit der Verwaltung erforderlich ist.
Nach einer intensiven Diskussion zwischen den Beteiligten: Frau Stärz und Herrn Abreu de Sousa, beendet Herr Dahlgaard die Diskussion.
Anschließend beendet Herr Dahlgaard die Sitzung um 19:25 Uhr und verabschiedet die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Sport.