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Wohnen für Auszubildende schaffen - Teilflächen des Bebauungsplans Marienthal 36 an der Hammer Straße nutzen Debattenantrag der CDU-Fraktion

Antrag

Letzte Beratung: 05.02.2026 Bezirksversammlung Wandsbek Ö 4.5

Sachverhalt

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum stellt für viele Auszubildende in Hamburg und insbesondere im Bezirk Wandsbek eine zunehmende Belastung dar. Steigende Mieten erschweren es jungen Menschen, eine Ausbildung aufzunehmen oder fortzuführen. Bei einigen Ausbildungen kommt hinzu, dass der Bedarf nach Wohnraum in Hamburg für die Auszubildenen nur temporär ist. So ist beispielsweise nur der blockweise organisierte Berufsschulunterricht in Hamburg, wohingegen der Ausbildungsbetrieb im Umland liegt. Eine solche Konstellation erschwert es Auszubildenden zusätzlich eine Unterbringung zu finden. Gleichwohl leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und zur wirtschaftlichen Stärke unseres Bezirks leisten.

Die Handwerkskammer Hamburg hat in ihren Stellungnahmen und Beschlüssen wiederholt darauf hingewiesen, dass der fehlende Wohnraum für Auszubildende zunehmend zu einem Standortnachteil wird und Ausbildungsplätze insbesondere im Handwerk gefährdet. Sie fordert die Politik ausdrücklich auf, den Ausbau von Wohnangeboten für Auszubildende deutlich voranzubringen, um Hamburg als attraktiven Ausbildungsstandort zu sichern.

Mit der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens Marienthal 36 am 15. Februar 2022 besteht die Chance, die weitere Entwicklung des Plangebiets verantwortungsvoll und bedarfsgerecht zu gestalten. Der Standort zeichnet sich durch seine zentrale Lage innerhalb des Ring 2, die gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (S- und U-Bahn) und die Autobahn 24 sowie die Nähe zu Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen aus und ist daher besonders geeignet für Wohnangebote für Auszubildende. Obendrein befindet sich die Fläche im städtischen Eigentum.

Bei der Entwicklung neuer Quartiere sollten unterschiedliche Wohnformen mitgedacht werden. Wohnraum für Auszubildende kann dabei eine wichtige Ergänzung zum klassischen Wohnungsbau (Eigentum, frei finanzierter und sozialer Wohnungsbau) darstellen und zur sozialen Durchmischung beitragen.

Die frühzeitige Prüfung entsprechender Nutzungsmöglichkeiten im laufenden Bebauungsplanverfahren eröffnet die Möglichkeit, den von der Wirtschaft und den Kammern benannten Handlungsbedarf aufzugreifen, einen konkreten Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten und den Bezirk Wandsbek als attraktiven Ausbildungs- und Wohnstandort weiter zu stärken.

Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung Wandsbek beschließen:

Petitum/Beschluss

Das Bezirksamt wird gebeten in Absprache mit der Fachbehörde zu prüfen, inwieweit im Rahmen des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans Marienthal 36 an der Hammer Straße geeignete Teilflächen für die Schaffung von Wohnraum für Auszubildende genutzt werden können.

Dabei sollen insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:

  1. die planerische Ermöglichung von bezahlbarem und bedarfsgerechtem Wohnraum für Auszubildende,
  2. die Integration dieser Wohnform in ein ausgewogenes städtebauliches Nutzungskonzept,
  3. die Prüfung möglicher Kooperationen mit Wohnungsbaugesellschaften, Stiftungen, Kammern oder Ausbildungsbetrieben,
  4. die Sicherstellung einer angemessenen Wohnqualität unter Berücksichtigung von Lärm- und Immissionsschutz sowie
  5. eine gute städtebauliche und soziale Einbindung in das Quartier.
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Lokalisation Beta
Hammer Str.

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