22-1772

Volt Antrag: Bericht zum Einsatz von Fernerkundungsdaten zur Bewertung von Baumvitalität und Verschattung im Bezirk Harburg

Antrag

Sachverhalt

Volt Antrag: Bericht zum Einsatz von Fernerkundungsdaten zur Bewertung von Baumvitalität und Verschattung im Bezirk Harburg

Straßenbäume und sonstige Stadtbäume leisten einen zentralen Beitrag zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Insbesondere im dicht bebauten Raum tragen sie durch Verschattung, Verdunstung und Kühlung wesentlich zur Minderung von Hitzeinseln und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität bei.

Die Freie und Hansestadt Hamburg verfügt mit dem Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung Hamburg über eine leistungsfähige Infrastruktur zur Erhebung und Bereitstellung raumbezogener Daten. Dazu zählen unter anderem regelmäßige Luftbildbefliegungen (einschließlich Color-Infrarot), digitale Oberflächen- und Geländemodelle sowie punktuell auch LiDAR- und mobile Mapping-Daten. Diese Daten werden über das Geoportal Hamburg bzw. die Urban Data Platform Hamburg bereitgestellt.

Parallel dazu wird für die Straßenbäume ein digitales Baumkataster geführt, in dem neben Standort und Baumart auch Parameter wie Kronendurchmesser, Stammumfang sowie Vitalitäts- und Schadensmerkmale erfasst werden. In den Metadaten ist dokumentiert, dass Vitalitätsbewertungen unter anderem auch auf Basis von Fernerkundungsdaten (z. B. CIR-Befliegungen) erfolgen können.

Der Bezirk Harburg verfügt über einen umfangreichen Bestand an Straßenbäumen sowie weiteren Bäumen in Grünanlagen. Die Pflege und Kontrolle erfolgt derzeit überwiegend im Rahmen turnusmäßiger Vor-Ort-Kontrollen zur Sicherstellung der Verkehrssicherheit.

Moderne Verfahren der Fernerkundung ermöglichen es jedoch, ergänzend zur klassischen Baumkontrolle großflächige und wiederholbare Analysen durchzuführen. Hierzu zählen insbesondere:

  • die automatisierte Erfassung von Baumkronenstrukturen (z. B. Kronendurchmesser und -fläche),
  • die Ableitung von Vitalitätsindikatoren über spektrale Informationen (z. B. Vegetationsindizes),
  • die Modellierung von Verschattungseffekten im Tages- und Jahresverlauf auf Basis von 3D-Stadtmodellen,
  • sowie die Analyse zeitlicher Entwicklungen (z. B. Veränderung von Kronengrößen über mehrere Jahre).

Solche Verfahren könnten eine datenbasierte Grundlage für klimaangepasste Stadtplanung, gezielte Bewässerungs- und Pflegekonzepte sowie die Priorisierung von Nachpflanzungen bieten. Insbesondere im Hinblick auf zunehmende Hitzeperioden und Trockenstress gewinnt ein kontinuierliches Monitoring von Baumvitalität und Verschattungsleistung an Bedeutung.

Unklar ist bislang, in welchem Umfang diese Möglichkeiten in Hamburg insgesamt und im Bezirk Harburg im Besonderen bereits genutzt werden, ob entsprechende Auswertungen systematisch erfolgen und ob Zeitreihenanalysen zur Entwicklung von Baumkronen und Verschattung vorliegen.

Petitum/Beschluss

Die Verwaltung wird gebeten,

Vertreterinnen und Vertreter des Bezirksamts Harburg sowie der zuständigen Fachbehörde (insbesondere unter Einbeziehung des Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung Hamburg) in eine der nächsten Sitzungen des KUV-Ausschusses einzuladen, um über den aktuellen Stand sowie die Perspektiven des Einsatzes von Fernerkundungsdaten zur Erfassung von Baumvitalität, Kronenentwicklung und Verschattungseffekten zu berichten.

Dabei soll insbesondere dargestellt werden,

  • ob und in welchem Umfang entsprechende Verfahren derzeit in Hamburg und im Bezirk Harburg eingesetzt werden,
  • welche Datengrundlagen und Methoden generell alle in HH genutzt werden,
  • ob Zeitreihenanalysen zur Entwicklung von Baumkronen und Verschattung mit welchen Erkenntnissen vorliegen,
  • sowie welche Potenziale für eine weitergehende Nutzung im Kontext von Klimaanpassung und Stadtplanung gesehen werden.

Lokalisation Beta
Hamburg

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