23-1147

Antwort: Umfassende Aufklärung zu Versorgungslücken in der Notfall- und Arbeitsunfallversorgung nach Schließung des Krankenhauses Groß-Sand in Wilhelmsburg (Anfrage der AfD-Fraktion)

Anfrage nach § 27 BezVG

Sachverhalt

Fragestellerinnen und Fragesteller: Nicole Jordan, Norbert Jordan, Marc-Manuel Kunstmann, Bernd Bamberg

Die Schließung der Notfallambulanz, chirurgischen Abteilung und Berufsgenossenschaftliche-Abteilung (BG-Abteilung) im Krankenhaus Groß-Sand zum 15. Juli 2025 hat eine kritische Versorgungslücke für die circa 60.000 Einwohner von Wilhelmsburg, sowie die zahlreichen ortsansässigen Betriebe und Hafenbetriebe geschaffen. Angesichts der industriellen Prägung des Stadtteils und seiner verkehrlichen Isolierung bitten wir um umfassende Aufklärung zur aktuellen und zukünftigen Sicherstellung der Notfallversorgung für alle Bürger und der spezialisierten Versorgung von Arbeitsunfällen.

Die Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration (Sozialbehörde) nimmt zu der o. g. Anfrage, unter Einbeziehung der Behörde für Inneres und Sport (BIS), wie folgt Stellung:

Auf die gestellten Fragen hat der Senat bzw. die Sozialbehörde bereits sowohl im Gesundheitsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft, als auch in verschiedenen Anfragen differenziert Stellung genommen. Siehe dazu u.a. zuletzt die Drs. 23/1893 oder 23/565 sowie das Wortprotokoll Nr. 23/3 zur Sitzung des Gesundheitsausschusses vom 21. Juli 2025.

1 Vorgeschichte, Entscheidungsfindung und Verkaufspläne

1.1. Entscheidungsprozess und Zeitplan

1.1a)

Welche konkreten Entscheidungsträger (Erzbistum Hamburg, Senat, Gesundheitsbehörde) haben die Schließung der Notaufnahme, inklusive der Berufsgenossenschaftlichen Versorgung beschlossen und auf welcher rechtlichen Grundlage erfolgte diese?

Im Sommer 2025 hat das Wilhelmsburger Krankenhauses Groß-Sand bei der für die Krankenhausplanung zuständigen Behörde eine Änderung des Versorgungsauftrages beantragt, der auch die Schließung der Notaufnahme umfasste. Die zuständige Behörde hat den Landesausschuss für Krankenhaus- und Investitionsplanung gemäß § 18 Hamburgisches Krankenhausgesetz (HmbKHG) beteiligt (unmittelbar Beteiligten im Sinne von § 17 Absatz 2 HmbKHG) und über den Antrag Beschluss gefasst. Aufgrund dieses Beschlusses ist der Versorgungsauftrag des Wilhelmsburger Krankenhauses Groß-Sand durch Bescheid gemäß § 15b Absatz 2, 3, 5 HmbKHG geändert worden.

Die berufsgenossenschaftliche Versorgung beruht auf dem Siebten Buch Sozialgesetzbuch - Gesetzliche Unfallversicherung und steht nicht im Verantwortungsbereich der Behörden. Hierzu beantragen die Krankenhäuser die Teilnahme am sogenannten Verletzungsartenverfahren bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e. V. (DGUV), vertreten durch den jeweils regional zuständigen Landesverband. Nähere Informationen sind den Ausführungen der DGUV zu entnehmen:

https://www.dguv.de/landesverbaende/de/med_reha/vav/index.jsp .

1.1b)

Wann wurden die ersten Gespräche über eine Schließung geführt und wann informierte das Erzbistum die zuständigen Behörden?

Auf die gestellte Frage hat der Senat bereits im Gesundheitsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft, als auch in verschiedenen Anfragen differenziert Stellung genommen. Siehe dazu u.a. zuletzt die Drs. 23/1893 oder 23/565 sowie das Wortprotokoll Nr. 23/3 zur Sitzung des Gesundheitsausschusses vom 21. Juli 2025.

Verkaufspläne und Zukunft des Standorts

1.2 a)

Liegen der Behörde konkrete Pläne des Bistums Hamburg vor, das Krankenhaus Groß-Sand an die Stadt Hamburg zu verkaufen?

1.2 b)

Wie ist der aktuelle Sachstand der Verhandlungen, welcher Verkaufspreis ist angedacht und soll der Klinikbetrieb vollständig an die Stadt Hamburg übergehen?

1.2 c)

Sofern der vollständige Übergang an die Stadt Hamburg erfolgen sollte: Wie soll die Klinik in die Verwaltungsstruktur der Stadt Hamburg eingegliedert werden und wie wird dieses Vorhaben im Hamburger Krankenhausplan bzw. Bettenbedarfsplan berücksichtigt?

Antwort zu 1.2 a), b) und c)

Das Erzbistum und die Freie und Hansestadt Hamburg haben in Aussicht genommen, dass die Freie und Hansestadt Hamburg nach einer vollständigen Schließung des Wilhelmsburger Krankenhauses Groß-Sand möglicherweise die Liegenschaft (Grundstück und Gebäude) erwerben kann. Ein Erwerb des Krankenhausbetriebes durch die Freie und Hansestadt Hamburg und eine Eingliederung in die Verwaltungsstruktur sind nicht vorgesehen. Die Verhandlungen sind nicht abgeschlossen. Für Details der laufenden Verhandlungen ist wie in solchen Fällen üblich Vertraulichkeit vereinbart.

Im Übrigen siehe Antwort zu 1.1b

2 Quantifizierung des Wegfalls und Betroffenengruppen

2.1. Statistik der bisherigen Versorgung

2.1 a)

Wie viele Arbeitsunfälle wurden in den letzten fünf Jahren in der Klinik Groß-Sand behandelt (ambulant/stationär)?

2.1 b)

Aus welchen Branchen (Hafen, Logistik, Baugewerbe, produzierendes Gewerbe etc. pp.) kamen diese Arbeitsunfälle?

Nach Rückmeldung des Krankenhauses verteilen sich die Arbeitsunfälle wie folgt:

Branche nach BG

Wilhelmsburger Krankenhaus Groß Sand
Arbeitsunfälle - Fallzahl stationär (Aufnahme)

2020

2021

2022

2023

2024

2025 (Stand 12.11.2025)

Gesamt

BG BAU

Einzelangaben aufgrund von Werten kleiner 4 aus
Datenschutzgründen zusammengefasst.

16

BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse

5

BG Holz und Metall

21

BG Rohstoffe und chemische Industrie

12

Landwirtschaftliche BG

5

Summe: BG BAU, Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse, Holz und Metall, Rohstoffe und chemische Industrie, Landwirtschaft

12

4

10

9

17

7

59

BG für Gesundheitsdienst und
Wohlfahrtspflege

Einzelangaben aufgrund von Werten kleiner 4 aus
Datenschutzgründen zusammengefasst.

12

BG für Verkehr, Bund und Bahn

17

Summe: BG Handel- und Warendistribution, Nahrungsmittel und Gaststätten

40

Summe: BG für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Verkehr, Nahrungsmittel u. Gaststätten, Handel-u. Warendistribution

13

8

13

14

11

10

69

DGUV VBST

Einzelangaben aufgrund von Werten kleiner 4 aus
Datenschutzgründen zusammengefasst.

8

Sonstige

5

Unfallkasse Standort Nord

7

Verwaltungs-BG

26

Summe: DGUV VBST; Sonstige, Unfallkasse Standort Nord, Unfallversicherung Bund u. Bahn, Verwaltungs-BG

8

6

5

12

9

6

46

Gesamtergebnis

33

18

28

35

37

23

174

BG

Wilhelmsburger Krankenhaus Groß Sand
Arbeitsunfälle - Fallzahl ambulant

2020

2021

2022

2023

2024

2025 (Stand 12.11.2025)

Gesamt

BG BAU

138

104

129

168

141

88

768

BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse

36

21

54

54

62

29

256

BG für Gesundheitsdienst u. Wohlfahrtspflege

105

104

140

190

137

92

768

BG für Verkehr

122

121

129

141

159

99

771

BG Holz + Metall

149

121

151

148

150

87

806

BG Nahrungsmittel u. Gastgewerbe

38

31

64

78

85

46

342

BG Rohstoffe und chemische Industrie Geschäftsstelle Hamburg

66

65

101

95

101

50

478

BGHW Berufsgenossenschaft Handel-u. Warendistribution

304

260

322

398

270

155

1.709

Landwirtschaftliche BG /SVLFG

20

23

20

28

31

14

136

Sonstige

23

20

35

45

38

14

175

Unfallkasse Standort Nord

301

277

488

562

493

326

2.447

Unfallversicherung Bund u. Bahn

10

7

15

18

17

9

76

Verwaltungs-BG

125

136

151

205

168

103

888

Gesamtergebnis

1.437

1.290

1.799

2.130

1.852

1.112

9.620

2.2 Betroffenengruppen in Wilhelmsburg

2.2 a)

Wie viele Gewerbebetriebe mit welchen betrieblichen Tätigkeitsbereichen sind im Einzugsbereich des Krankenhauses Groß-Sand ansässig?

Grundsätzlich können Gewerbebetriebe mehrere Tätigkeiten ausüben, die in unterschiedliche Tätigkeitsbereiche klassifiziert werden können. Für diese Auswertung wurde für die Zuordnung zu einem Tätigkeitsbereich jeweils die in der Gewerbeanzeige erstgenannte Tätigkeit herangezogen.

Als Einzugsbereich wurde von der Sozialbehörde die Stadtteile Wilhelmsburg, Veddel sowie Kleiner Grasbrook definiert. Für diesen Einzugsbereich liegen dem Bezirksamt Mitte insgesamt 6715 Gewerbeanzeigen vor.

Stadtteil Wilhelmsburg – Gewerbebetriebe nach Tätigkeitsbereich

Anzahl Gewerbebetriebe

Landwirtschaft, Jagd und damit verbundene Tätigkeiten

12

Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln

39

Tabakverarbeitung

1

Herstellung von Textilien

6

Herstellung von Bekleidung

6

Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen

2

Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel)

2

Drucken und Vervielfältigung von bespielten Medien

4

Kokerei und Mineralölverarbeitung

5

Herstellung von chemischen Erzeugnissen

12

Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren

8

Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden

7

Herstellung von Metallerzeugnissen
(ohne Maschinen und Ausrüstungen)

21

Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und
optischen Erzeugnissen

7

Herstellung von elektrischen Ausrüstungen

1

Maschinenbau

24

Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen

1

Sonstiger Fahrzeugbau

2

Herstellung von Möbeln

2

Herstellung von sonstigen Waren

26

Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen

17

Energieversorgung

7

Wasserversorgung

37

Abwasserentsorgung

13

Sammlung, Behandlung und Beseitigung von Abfällen; Rückgewinnung

26

Hochbau (einschließlich der Projektentwicklung im Hochbau)

58

Tiefbau

19

Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe

482

Handel mit Kraftfahrzeugen; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen

119

Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)

212

Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)

793

Landverkehr und Transport in Rohrfernleitungen

171

Schifffahrt

9

Lagerei sowie Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für den Verkehr

299

Post-, Kurier- und Expressdienste

42

Beherbergung

9

Gastronomie / Erbringung von Dienstleistungen der Verpflegung

195

Verlagswesen

15

Herstellung von Filmen, Videofilmen und Fernsehprogrammen; Tonaufnahme und Musikverlage

20

Rundfunkveranstalter (Hörfunk und Fernsehen)

1

Telekommunikation

9

Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie

97

Informationsdienstleistungen

8

Erbringung von Finanzdienstleistungen

56

Versicherungen, Rückversicherungen und Pensionskassen (ohne Sozialversicherung)

1

Mit Finanz- und Versicherungsdienstleistungen verbundene Tätigkeiten

55

Grundstücks- und Wohnungswesen

71

Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung

8

Unternehmensführung und -beratung

164

Architektur- und Ingenieurbüros; technische, physikalische und chemische Untersuchung

43

Forschung und Entwicklung

1

Werbung und Marktforschung

111

Sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten

82

Veterinärwesen

1

Vermietung von beweglichen Sachen

47

Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften

33

Reisebüros, Reiseveranstalter und sonstige Reservierungsdienstleistungen

25

Private Wach- und Sicherheitsdienste sowie Detekteien

2

Gebäudebetreuung; Garten- und Landschaftsbau

402

Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen a. n. g.

208

Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung

44

Erziehung und Unterricht

74

Gesundheitswesen

22

Heime (Pflege, Senioren, sonstige soziale Einrichtungen)

1

Sozialwesen (ohne Heime)

24

Kreative, künstlerische und unterhaltende Tätigkeiten

45

Bibliotheken, Archive, Museen und sonstige kulturelle Einrichtungen

4

Spiel-, Wett- und Lotteriewesen

19

Erbringung von Dienstleistungen des Sports, der Unterhaltung und der Erholung

14

Interessenvertretungen und kirchliche Vereinigungen

9

Reparatur von Datenverarbeitungsgeräten und Gebrauchsgütern

13

Erbringung von sonstigen persönlichen Dienstleistungen

663

Tätigkeiten von privaten Haushalten als Arbeitgeber für Hauspersonal

7

Exterritoriale Organisationen und Körperschaften

129

Gesamt

5224

Stadtteil Veddel - Gewerbebetriebe nach Tätigkeitsbereich

Anzahl Gewerbebetriebe

Landwirtschaft, Jagd und damit verbundene Tätigkeiten

3

Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln

10

Herstellung von Textilien

1

Herstellung von Bekleidung

2

Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel)

4

Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus

1

Herstellung von chemischen Erzeugnissen

5

Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren

4

Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden

4

Herstellung von Metallerzeugnissen

6

Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen

4

Herstellung von elektrischen Ausrüstungen

3

Maschinenbau

3

Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen

3

Herstellung von sonstigen Waren

7

Sammlung, Aufbereitung und Versorgung mit Wasser

11

Sammlung und Behandlung von Abwasser

2

Sammlung, Behandlung und Beseitigung von Abfällen; Rückgewinnung

18

Beseitigung von Umweltverschmutzungen und sonstige Entsorgung

2

Hochbau

12

Tiefbau

6

Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe

66

Handel mit Kraftfahrzeugen; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen

19

Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)

94

Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)

113

Landverkehr und Transport in Rohrleitungen

28

Schifffahrt

8

Lagerei und sonstige Dienstleistungen für den Verkehr

113

Post-, Kurier- und Expressdienste

12

Beherbergung

2

Gastronomie

31

Verlagswesen

3

Herstellung von Filmen und Tonaufnahmen; Rundfunkveranstalter

4

Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie

20

Erbringung von Finanzdienstleistungen (ohne Versicherungen und Pensionskassen)

14

Erbringung von Dienstleistungen für Versicherungen und Pensionskassen, außer Sozialversicherung

7

Grundstücks- und Wohnungswesen

9

Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung

2

Unternehmensverwaltung und -führung; Unternehmensberatung

44

Architektur- und Ingenieurbüros; technische, physikalische und chemische Untersuchung

3

Forschung und Entwicklung

2

Werbung und Marktforschung

25

Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen

21

Vermietung von beweglichen Sachen

7

Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften

4

Reisebüros, Reiseveranstalter und Erbringung sonstiger Reservierungsdienstleistungen

5

Sicherheitsdienste und Detekteien

1

Erbringung von Dienstleistungen für Gebäude und Landschaftsflächen

63

Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen

32

Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung

5

Erziehung und Unterricht

10

Gesundheitswesen

2

Sozialwesen

2

Kreative, künstlerische und unterhaltende Tätigkeiten

12

Glücksspiel und Wetten

2

Erbringung von Dienstleistungen des Sports, der Unterhaltung und der Erholung

2

Reparatur von Datenverarbeitungsgeräten und Gebrauchsgütern

2

Erbringung sonstiger Dienstleistungen

133

Tätigkeiten privater Haushalte als Arbeitgeber von Hauspersonal

1

Exterritoriale Organisationen und Körperschaften

45

Gesamt

1079

Stadtteil Kleiner Grasbrook –
Gewerbebetriebe nach Tätigkeitsbereich

Anzahl Gewerbebetriebe

Landwirtschaft, Jagd und damit verbundene Tätigkeiten

2

Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln

3

Gewinnung von Steinen und Erden, sonstiger Bergbau

1

Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren

1

Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen

1

Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren

1

Herstellung von Metallerzeugnissen

1

Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen

1

Herstellung von elektrischen Ausrüstungen

1

Maschinenbau

1

Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen

1

Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen

1

Energieversorgung

7

Wasserversorgung; Sammlung, Behandlung und Versorgung mit Wasser

2

Sammlung, Behandlung und Beseitigung von Abfällen; Rückgewinnung

1

Bau von Gebäuden und Gebäudetechnik

8

Ausbaugewerbe

23

Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)

27

Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)

30

Landverkehr und Transport in Rohrleitungen

16

Schifffahrt

1

Lagerei und sonstige Dienstleistungen für den Verkehr

81

Post-, Kurier- und Expressdienste

1

Gastgewerbe

3

Verlagswesen

4

Herstellung von Filmen und Tonaufnahmen; Verlagswesen für Musik

5

Telekommunikation

1

Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie

9

Informationsdienstleistungen

1

Erbringung von Finanzdienstleistungen

10

Erbringung von Dienstleistungen des Versicherungsgewerbes, der Rückversicherung und der Pensionskassen, mit Ausnahme der Sozialversicherung

1

Grundstücks- und Wohnungswesen

1

Unternehmensberatung

12

Architektur- und Ingenieurbüros; technische, physikalische und chemische Untersuchung

5

Forschung und Entwicklung

1

Werbung und Marktforschung

10

sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten

5

Vermietung von beweglichen Sachen

2

Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften

1

Reisebüros, Reiseveranstalter und sonstige Reservierungsdienstleistungen

1

Gebäudebetreuung; Garten- und Landschaftsbau

20

Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen

17

Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung

2

Erziehung und Unterricht

4

Erbringung von Dienstleistungen im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung

3

Bibliotheken, Archive, Museen und sonstige kulturelle Einrichtungen

1

Erbringung von sonstigen persönlichen Dienstleistungen

57

Private Haushalte mit Hauspersonal

2

Exterritoriale Organisationen und Körperschaften

22

Gesamt

412

2.2 b)

Wie viele Beschäftigte arbeiten in diesen Betrieben und wie viele Einwohner sind von der Schließung unmittelbar betroffen?

Zur Anzahl der Beschäftigten in den Gewerbebetrieben liegen dem Bezirksamt Mitte keine Informationen vor.

3 Aktuelle Versorgungsstrukturen und rechtliche Grundlagen

3.1 Berufsgenossenschaftliche (BG) - Versorgung und Durchgangsärztliche (D-Ärzte) in Hamburg

3.1 a)

Welche Krankenhäuser in Hamburg und in den angrenzenden Bundesländern und Landkreisen verfügen über eine Berufsgenossenschaftliche Zulassung (BG-Zulassung) und durchgangsärztliche Versorgung (D-Arzt)?

3.1 b)

Welche strukturellen Voraussetzungen (Schockräume, spezielle OP-Kapazitäten o.ä.) erfüllen diese Kliniken für die BG-Versorgung, respektive für eine BG-Zulassung?

Auf dem Suchportal der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung unter:
https://diva-online.dguv.de/diva-online/ sind Kliniken mit der entsprechenden Zulassung zu den einzelnen berufsgenossenschaftlichen Behandlungsverfahren und auch die dafür notwendigen Strukturvoraussetzungen zu finden. Es stehen innerhalb von 20km Entfernung zum Standort des Wilhelmsburger Krankenhauses Groß-Sand die in der folgenden Übersicht aufgeführten Kliniken zur Verfügung:

Ansonsten siehe zu dieser Thematik die Ausführungen unter 1.1a).

Krankenhaus
in absteigender Entfernung vom Standort des Wilhelmsburger
Krankenhauses Groß-Sand

Stationäres
Durchgangs-
arten-
verfahren

Verletzungs-
arten-
verfahren

Schwerst-
verletzungs-
arten-
verfahren

Schwerst-
verletzungs-
arten-
verfahren
Hand

Asklepios Klinikum Harburg

x

x

Asklepios Klinik St. Georg

x

x

x

Kath. Marienkrankenhaus

x

Asklepios Klinik Altona

x

x

Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg

x

x

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

x

x

x

Asklepios Klinik Wandsbek

x

x

Bundeswehrkrankenhaus Hamburg

x

x

Asklepios Klinik Barmbek

x

x

BG Klinikum Hamburg

x

x

x

Albertinen-Krankenhaus

x

Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift

x

Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus

x

Krankenhaus Buchholz

x

Asklepios Klinik Nord - Heidberg

x

x

Regio Klinikum Pinneberg

x

4 Allgemeine Notfallversorgung

4.1 a)

Bitte listen Sie alle Krankenhäuser in Hamburg und im angrenzenden Umland auf, die für die allgemeine Notfallversorgung der Wilhelmsburger Bevölkerung vorgesehen sind.

S. Antwort zu 3.1b

5 Rechtliche Grundlagen

5.1 a)

Bestanden mit den Berufsgenossenschaften vertragliche Vereinbarungen und wurden diese vor der Schließung fristgerecht gekündigt?

Es bestand mit der DGUV ein Vertrag zur Beteiligung am stationären Durchgangsarztverfahren, welcher ein Ende der Beteiligung u.a. bei Schließung der Abteilung vorsah.

5.1 b)

Über wie viele Durchgangsärzte (D-Ärzte) verfügte Groß-Sand bis zur Schließung und wurden alternative Standorte geschaffen?

Das Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand verfügte über ein/e D-Arzt/Ärztin.

Die Beteiligung von Leistungserbringern am stationären Durchgangsarztverfahren obliegt der DGUV.

6 Rettungsdienstliche Steuerung und Transportlogistik

6.1 Zielklinik-Ansteuerung und Ermessensspielraum

6.1 a)

Nach welchen konkreten Kriterien entscheidet die Rettungsleitstelle oder die Besatzung eines Rettungsmittels, in welche Klinik ein Patient aus Wilhelmsburg verbracht wird?

6.1 b)

Wie wird der Ermessensspielraum bei der Wahl der "nächstgelegenen geeigneten Klinik" in der Praxis ausgeübt?

Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen oder Traumata wurden bereits vor der Schließung des Krankenhauses Groß-Sand in andere Krankenhäuser transportiert, da Groß-Sand hierfür kein geeignetes Zielkrankenhaus darstellte.

Gegenstand der Notfallrettung ist es gemäß § 3 Hamburgisches Rettungsdienstgesetz (HmbRDG), bei Notfallpatientinnen bzw. Notfallpatienten, soweit unter den gegebenen Verhältnissen möglich, lebensrettende Maßnahmen durchzuführen, ihre Transportfähigkeit herzustellen sowie sie unter Aufrechterhaltung der Transportfähigkeit und unter fachgerechter Betreuung der weiteren medizinischen Versorgung zuzuführen, insbesondere sie in ein für die weitere Versorgung geeignetes Krankenhaus oder andere geeignete Einrichtungen zu befördern.

Hierbei ist grundsätzlich das nächstgelegene geeignete Notfallkrankenhaus anzufahren. Die Beurteilung, welches Notfallkrankenhaus für die Behandlung der jeweiligen Patientin bzw. des jeweiligen Patienten geeignet ist, ist eine Entscheidung, die allein den die Notfallpatienten behandelnden Notärztinnen und Notärzten bzw. Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter obliegt. Die Entscheidung wird hierbei unter Berücksichtigung einer Vielzahl von Faktoren getroffen, u. a. der Zustand der Patientin bzw. des Patienten, die Verdachtsdiagnose, eventuelle Vorerkrankungen sowie ambulante und stationäre Vorbehandlungen, aber auch die Fähigkeiten und Auslastung der Notfallkrankenhäuser und nicht zuletzt die aktuelle Verkehrssituation. So sind beispielsweise für bestimmte Erkrankungs- bzw. Verletzungsbilder Fachabteilungen notwendig, die nicht in jedem der Hamburger Notfallkrankenhäuser vorhanden sind.

Die Freie und Hansestadt Hamburg verfügt über eine sehr hohe Krankenhausdichte, die deutlich über dem in der Bundesrepublik üblichen Niveau liegt, siehe die Darstellung der regionalen Verteilung der Hamburger Krankenhäuser in Krankenhäuser in Hamburg.

7 Transportwege und Erreichbarkeit

7.1 a)

Welche Fahrzeiten ergeben sich mit dem Rettungsdienst (Rettungswagen (RTW), Notartztwagen (NAW) oder dem Pkw zu den Ausweichkliniken unter Berücksichtigung der stauanfälligen Elbbrücken und Baustellen-Lage?

7.1 b)

Liegen der Behörde hierzu bereits belastbare Daten oder Prognosen vor?

Eine Auswertung unter Berücksichtigung der Elbbrücken und der Baustellen-Lage ist nicht möglich, da die Verkehrssituation und die durch die Fahrzeuge gewählten Routen nicht nachvollzogen werden können. Zudem bestehen keine Vorgaben für Transportzeiten, da die Auswahl des Zielkrankenhauses im konkreten Einsatzfall auf Basis verschiedener Faktoren erfolgt.

7.2 Überregionale Transporte

7.2 a)

Unter welchen Umständen erfolgen Rettungstransporte in Krankenhäuser der angrenzenden Bundesländer und Landkreise?

Die Rechtsgrundlage überregionaler bzw. länderübergreifender Transporte im Rettungsdienst ergibt sich aus einer Kombination aus gesetzlichen Grundlagen, Amtshilfeprinzipien und medizinisch-fachlichen Erfordernissen.

Das HmbRDG regelt primär die Notfallrettung und den Krankentransport im Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg (§ 1 Abs. 1 HmbRDG).

Überregionale Transporte sind jedoch nicht ausgeschlossen, wenn Ziel oder Start des Einsatzes in Hamburg liegen (§ 1 Abs. 2 Nr. 2 HmbRDG – Anwendungsbereich) oder ein öffentliches Interesse oder eine medizinische Notwendigkeit besteht (z. B. Spezialversorgung in Hamburger Kliniken).

Darüber hinaus hat die Freie und Hansestadt Hamburg mit den Nachbarländern Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen, z. B. die Zusammenarbeit im Rettungsdienst und in der Luftrettung mit Schleswig-Holstein. Derartige Vereinbarungen konkretisieren die Amtshilfe und regeln praktische Aspekte wie Alarmierung, Kostenübernahme, Kommunikation und Zuständigkeiten.

Überregionale Transporte sind oft medizinisch notwendig, z. B. bei:

  • Intensivtransporten, wenn die spezialisierte Zielklinik (z. B. ECMO, Neurochirurgie) außerhalb Hamburgs liegt,
  • Rückverlegungen von Patientinnen bzw. Patienten in ihre Heimatkliniken,
  • Kapazitätsengpässen (z. B. im Rahmen von MANV- oder Pandemielagen).

Patientinnen bzw. Patienten aus der Notfallrettung (Primärrettung) werden nur selten in Krankenhäuser im Umland transportiert, wenn es sich dabei um das nächstgelegene, geeignete und aufnahmebereite Krankenhaus handelt bzw. Hamburger Rettungsmittel im Rahmen der Amtshilfe im Umland eingesetzt werden. (In Abhängigkeit vom Einsatzort handelt es sich dabei regelmäßig um die Krankenhäuser Buxtehude und Reinbek.)

7.2 b)

Wie wirkt sich diese weitere Distanz auf die Kostenabrechnung und auf die Vorhaltung zusätzlicher Rettungsmittel im Bereich von Wilhelmsburg aus?

Auswirkungen auf die Abrechnung ergeben sich ausschließlich bei Fahrten nach außerhalb Hamburgs, da hier zusätzlich zur Gebührenpauschale eine Kilometerpauschale ab dem 21. Kilometer erhoben wird.

Überregionale Einsätze wurden und werden in der Bedarfsplanung berücksichtigt. Es ergibt sich hier keine Veränderung.

7.2 c)

Wie wird seitens der beteiligten Behörden und Organisationen sichergestellt, dass die gesetzliche Hilfsfrist eingehalten wird?

Die Einhaltung der Hilfsfrist zum Eintreffen von Ressourcen der Notfallrettung wird im Wesentlichen durch die Rettungsdienststandorte, die Vorhaltung der Ressourcen und die mögliche Fahrgeschwindigkeit bzw. Verkehrssituation bestimmt. Die Standorte der Zielkrankenhäuser wirken sich nicht auf die Hilfsfrist aus.

8 Kapazitäten und Qualitätssicherung

8.1. Aufnahmefähigkeit der Ersatzkliniken

8.1 a)

Verfügen die Ausweichkliniken über ausreichende Kapazitäten (Personal, OP-Säle, Betten), um die zusätzlichen Patienten ohne Verzögerungen in der Versorgung aufzunehmen?

8.1 b)

Bestehen ggf. Engpässe in der unfallchirurgischen Versorgung und wenn ja, in welchem Umfang?

8.1 c)

Falls in der Frage 8.1 b Engpässe zu verzeichnen sein sollten, wie wird dieses Problem zeitnah abgestellt?

Zu 8: S. Antwort zu 1.1b

9 Qualitätssicherung und Monitoring

9.1 a)

Wie wird sichergestellt, dass die Versorgungsqualität für die Notfall Patienten nicht unter den längeren Transportwegen leidet?

Für die Versorgungsqualität ist in erster Linie das Eintreffen von Ressourcen der Notfallrettung und die Erstversorgung maßgeblich.

9.1 b)

Gibt es Monitoring-Mechanismen, um Versorgungsdefizite frühzeitig zu erkennen?

Ja, es gibt Monitoring-Mechanismen, um Versorgungsdefizite im Rettungsdienst frühzeitig zu erkennen, z. B. durch Einsatz- und Zeitdatenerfassung, Fallauswertungen, Patientenmonitoring und Rückfragen in den Krankenhäusern im Einzelfall. Diese Instrumente erlauben jedoch nur Rückschlüsse auf die rettungsdienstliche Versorgung. Weiterhin sollen Versorgungsdefizite durch die konsequente Etablierung des Qualitätsmanagements erkannt werden. Ein Element ist hierbei z.B. das Reanimationsregister.

10 Finanzielle Konsequenzen und Langfristige Planung

10.1. Kostenfolgen

10.1 a)

Mit welchen finanziellen Mehrbelastungen für die öffentliche Hand, Unfallversicherungsträger, gesetzliche und private Krankenversicherer und Patienten ist durch die längere Transportzeit und die Umverteilung der Versorgungskapazitäten zu rechnen?

Siehe Antwort zu 1.1b

10.1 b)

Welche Kosten werden durch den Wegfall der BG-Leistungen in Groß-Sand eingespart und wie werden diese ggf. verrechnet?

Hierzu liegen der zuständigen Behörde keine Angaben vor.

11 Langfristige Planung und Ersatzangebote

11.1 a)

Gibt es konkrete, terminierte Planungen für eine neue Berufsgenossenschaftliche-Versorgungseinrichtung in Wilhelmsburg?

11.1 b)

Welche Rolle soll die geplante Stadtteilklinik Groß-Sand in der BG-Versorgung spielen und bis wann soll eine wohnortnahe Versorgung wiederhergestellt sein?

Siehe Antwort zu 1.

12 Information und Kommunikation

12.1 Kommunikation gegenüber Betrieben und Bürgern

12.1 a)

Wie und wann wurden die betroffenen Betriebe, Arbeitgeber und Beschäftigten über die Schließung informiert?

Außerhalb von Pressemitteilungen und der öffentlichen Berichterstattung wurden einige Tage vor der Beendigung am D-Arzt-Verfahren relevante Betriebe und Institutionen in der Umgebung (Hafen, Süderelberaum) per E-Mail bzw. fernmündlich sowie über die Homepage informiert.

12.1 b)

Wie werden Betroffene aktuell über die neuen Anlaufstellen im Notfall aufgeklärt?

Seit dem 16.07.2025 wenden sich Betroffene bei einem Notfall nur noch in Ausnahmefällen an das Krankenhaus. Eine Aufklärung über ambulante und stationäre Behandlungsalternativen erfolgt bei Bedarf fernmündlich oder in Einzelfällen persönlich.

13 Presseberichterstattung

13.1 a)

Ist der Behörde die Berichterstattung in lokalen Medien (zum Beispiel Bild Hamburg, HamburgerAbendblatt,Hamburger Morgenpost, NDR etc.) über die Schließung bekannt?

Der zuständigen Behörde ist die Berichterstattung aus den gängigen lokalen Medien im Rahmen der Medienbeobachtung bekannt.

13.1 b)

Welche Berichte / Quellen sind diesbezüglich bekannt?

Siehe Antwort zu 13a)

13.1 c)

Wie bewertet die Behörde die in 13.1 b genannten Berichte und die darin dargestellten Sachverhalte?

Eine Bewertung einzelner Medienbericht findet nicht statt.

Lokalisation Beta
Groß-Sand Asklepios Klinik St. Georg Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg Asklepios Klinik Wandsbek

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Themen Beta

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