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RISE Fördergebiet Veddel - Zwischenbilanzierung Zustimmung zur IEK-Fortschreibung mit Laufzeitverlängerung bis 31.12.2030

Vorlage öffentlich

Sachverhalt

Das RISE-Fördergebiet „Veddel“ umfasst den zentralen Wohnbereich der Veddel (Kernbereich) und die Wohnbebauung südlich der Harburger Chaussee mit dem Bereich „An der Hafenbahn“.Auf Grundlage der Anmeldung des Bezirksamtes Hamburg-Mitte wurde das Fördergebiet per Senatsbeschluss am 15.12.2020 als Stadtumbaugebiet nach § 171b Baugesetzbuch (BauGB) im Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung im Programm Wachstum und nachhaltige Erneuerung mit einer Laufzeit bis Ende 2027 festgelegt.

Der nördliche Bereich (Veddeler Norden) des Fördergebietes wurde mit der Drs. 22/6413 vom 16. November 2021 zum Vorbehaltsgebiet erklärt und damit die Zuständigkeit für die Bauleitplanung und die Bauaufsicht auf die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen übertragen.

Zudem befindet sich das Fördergebiet in direkter Nähe zum neu entstehenden Stadtteil Grasbrook. Die sich daraus ergebenden Handlungsbedarfe zielen darauf ab, sowohl die verkehrlich-räumliche Verbindung als auch die funktionale Verknüpfung zwischen beiden Nachbarschaften zu schaffen.

Handlungsrahmen für die Gebietsentwicklung ist das im Jahr 2020 unter Beteiligung verschiedener Akteursgruppen im Stadtteilbeirat und in Abstimmung mit den Trägern öffentlicher Belange (TÖB) durch das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung erarbeitete Integrierte Entwicklungskonzept (IEK).

Das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung hat nunmehr die Erste Zwischenbilanzierung des Gebietsentwicklungsprozesses (vom 15.12.2020 31.12.2025) im RISE-Fördergebiet Veddel mit Schlussfolgerung zur Verlängerung der Gebietslaufzeit und mit der Fortschreibung des Integrierten Entwicklungskonzeptes (IEK) 2026 2030 erarbeitet.

Das IEK fasst Strategien und Zielsetzungen für die städtebauliche, soziale, verkehrliche, ökonomische und freiraumplanerische Entwicklung des Gebietes in einem Gesamtkonzept zusammen und benennt konkrete Projekte zur Umsetzung zur Erreichung der einzelnen Fachziele. Die im IEK verankerten Handlungsbedarfe bestehen insbesondere darin, städtebauliche und funktionale Mängel zu beheben, die öffentlichen Grün- und Freiflächen aufzuwerten, Versorgungsstrukturen zu stärken und die soziale und gesundheitliche Infrastruktur bedarfsgerecht anzupassen und zu stärken. Zudem soll die Wohnfunktion über die Modernisierung des Bestandes als auch über den Neubau von Wohnungen stabilisiert und verbessert werden.

Neben drei (übergeordneten) Gebietsleitzielen wurden in insgesamt acht Handlungsfeldern Ziele formuliert und Projekte genannt, die zur Weiterentwicklung und Stärkung der Veddel vorgesehen sind.

Schlüsselprojekte der Gebietsentwicklung sind die Wohnungsbauentwicklungen am Uffelnsweg und am Hafenbahnpark sowie der Bau des Sozialen Stadtteilzentrums mit der Qualifizierung der umliegenden Grünfläche Immanuelpark. Zudem ist das südliche Bahnhofsumfeld ein zentraler städtebaulicher Entwicklungsbereich mit dem planerischen Schwerpunkt, die Einzelhandelsversorgung zu verbessern. Im Veddeler Norden soll mit dem Bau der Veddeler Brücke für Fußnger:innen und Radfahrer:innen die Voraussetzung für das Zusammenwachsen mit dem neuen Stadtteil Grasbrook geschaffen werden. Bei allen Projekten liegt zudem ein Schwerpunkt auf dem Themenkomplex Klimaschutz und Klimaanpassung.

In den letzten fünf Jahren ist es gelungen, wichtige erste Projekte umzusetzen: Mit dem Mensa-Neubau auf dem Schulhof und der Begrünung und Begehbarkeit des Daches konnte bereits eine neue attraktive Freifläche für die Schule und für den Stadtteil geschaffen werden. Aerhalb der schulischen Nutzung stehen Schulhof und Dachfläche auch allen Bewohner*innen der Veddel zur Verfügung. Im Zuge der Modernisierung des Schulstandortes musste die Stadtteilbücherei ausziehen. Im Rahmen von RISE ist es gelungen, die Angebote im Lesekulturzentrum, die weit über eine reine Buchausleihe hinausgehen, an einen neuen Standort in den ehemaligen Künstlerateliers langfristig zu sichern. Zu Beginn der Förderlaufzeit, im Jahr 2021, wurde ein neuer Stadtteilbeirat konstituiert, der alle Entwicklungen eng begleitet.

Die letzten nf Jahre waren durch intensive Vorarbeiten für mehrere komplexe Projektentwicklungen Dritter geprägt: Insbesondere sind das städtebauliche Qualifizierungsverfahren im Bereich Hafenbahnpark mit Entwicklung wohnungspolitischer Vorgaben zur Sicherstellung einer nachhaltigen Nachbarschaft und der Wettbewerb der Hochbahn zum Mobilityhub im südlichen Bahnhofsumfeld zu nennen, auch wenn das letztgenannte Vorhaben schließlich im Sommer 2025 seitens der Hochbahn an dieser Stelle aufgegeben wurde. Hier entwickelt das Bezirksamt Hamburg-Mitte, Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung unter Einbindung betroffener Fachbehörden und Dritter seit Bekanntgabe des Stopps eine alternative Standortperspektive mit Nahversorgung und Hotelnutzung. Daneben wurde viele weitere Maßnahmen wie die Fertigstellung der Veloroute 10 und die denkmalgerechte Sanierung des sogenannten Warmwasserblocks und dem Wohnbereich „Am Zollhafen“ umgesetzt.

Im Mittelpunkt der Gebietsentwicklung des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung seit 2023 standen die Vorbereitungen für den Bau des Sozialen Stadtteilzentrums Veddel am Kirchenstandort. Auf Grundlage einer ersten Machbarkeitsstudie 2023 wurde 2025 ein hochbaulich-freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb seitens des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanungund des Fachamtes Management des öffentlichen Raumes unter Einschluss des Immanuelparks durchgeführt. Der Bau des Zentrums ist ab Ende 2027 vorgesehen, Ende 2029 soll das Zentrum in Betrieb gehen.

r die Erste Zwischenbilanzierung und Fortschreibung des IEK Veddel durch das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung wurden die folgenden Datengrundlagen, Einschätzungen und Rahmenbedingungen herangezogen:

  • Auswertung der aktuellen Ergebnisse des Hamburgischen Sozialmonitorings
  • Daten des Statistikamtes Nord
  • Auswertung der RISE-Datenbank
  • Bewertung der einzelnen Projekte aus Sicht der jeweils beteiligten Fachämter des Bezirksamtes Hamburg-Mitte
  • Einschätzungen und Feedback aus dem Stadtteilbeirat Veddel
  • Bewertung und Aussagen aus Gesprächen mit Schlüsselakteuren
  • Angaben im elektronischen Monitoring (eMo) der Städtebauförderung
  • Klimarelevante, fachliche Grundlagen (Stadtklimaanalyse, Starkregengefahrenkarte).

Die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (TöB) erfolgte vom 15.12.2025 bis 16.01.2026. Am 26.03.2026 wird dem Leitungsausschuss für die Programmsteuerung RISE (LAP) die Erste Zwischenbilanzierung und die Fortschreibung des IEK Veddel 2026 - 2030 seitens des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung zur Beschlussfassung vorgelegt.

Zusammenfassend sind für die IEK-Fortschreibung folgende Ergebnisse festzuhalten:

  • Die formulierten Gebietsleit- und Handlungsfeldziele sind weiterhin geeignet, den Problemlagen im Gebiet zu begegnen und Potenziale zu aktivieren.
  • Den Themenspektren des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel wird zukünftig verstärkt Rechnung getragen, indem das Handlungsfeld Klimaschutz / Klimaanpassung / blaue und grüne Infrastruktur um ein Handlungsfeldziel ergänzt wird. Einzelne Wohnumfeldmaßnahmen/ Maßnahmen im öffentlichen Raum wurden dem Handlungsfeld Klimaschutz / Klimaanpassung / grüne und blaue Infrastruktur zugeordnet.
  • An den Projekten gemäß IEK 2020 wird weitergearbeitet. Neue Projekte/ Projektideen wurden aufgenommen und fertiggestellte Projekte im Planbild als solche gekennzeichnet.
  • Im südlichen Bahnhofsumfeld wurde der Mobilityhub als Zielaussage entfernt. An dessen Stelle tritt die Zielsetzung „gewerbliche Entwicklung mit Nahversorgung und ggf. Hotelnutzung“.

Empfehlung zur Verlängerung der Gebietslaufzeit

Die Bilanzierung belegt einen andauernden Handlungsbedarf im RISE-Fördergebiet. Zur Erreichung und Sicherung der Ziele ist es erforderlich, die gestarteten Projekte, die in Teilen bereits in einem intensiven Planungsprozess stehen, erfolgreich umzusetzen und abzuschließen. Darüber hinausgehend sind Maßnahmen und Projekte neu anzustoßen. Dies gilt im Besonderen dort, wo infolge unvorhersehbarer Entscheidungen Dritter neue Planungsprozesse erforderlich werden, um die Zielsetzung der Gebietsentwicklung nicht zu gefährden. Bspw. zuletzt beim südlichen Bahnhofsumfeld, das jetzt neu mit einer Nahversorgung und Hotelentwicklung geplant wird.

Die Beteiligungsstrukturen sind fortzuführen. Dafür soll der Beirat im ersten Halbjahr 2026 neu konstituiert werden.

Insbesondere die weitere Planung und Umsetzung des Schlüsselprojektes Soziales Stadtteilzentrum ist essenziell für die nachhaltige Absicherung der Zielerreichung und soll im Verlängerungszeitraum fortgeführt und bis zur Fertigstellung gesichert werden.

Um die dafür erforderliche Verfahrensgrundlage zu gewährleisten, wird eine dreijährige Verlängerung der Laufzeit des Fördergebiets bis zum 31.12.2030 aktuell verfolgt.

Nach Zustimmung durch den Stadtplanungsausschuss Süd und die Bezirksversammlung wird die Zwischenbilanzierung mit Fortschreibung des IEK seitens des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung dem Leitungsausschuss für die Programmsteuerung (LAP) RISE zur Beschlussfassung vorgestellt.

Petitum/Beschluss

Beschluss:

Auf Basis der anliegenden Ersten Zwischenbilanzierung und Fortschreibung des IEK 2026 - 2030 des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung wird um Zustimmung zum IEK mit Verlängerung der Gebietslaufzeit Veddel von 2027 - 2030 gebeten.

Die Bezirksversammlung wird um Bestätigung gebeten.

gez. Michael Mathe

Anlagen

  1. Erste Zwischenbilanzierung und Fortschreibung IEK Veddel (Januar 2026)
  2. Planbild IEK 2026
  3. Zielstruktur 2026
Lokalisation Beta
Harburger Ch Kleiner Grasbrook Lohsepark

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