22-2325

Ökologische Grünflächenpflege in Altona weiterentwickeln – Westerpark als Modellprojekt nutzen Antrag der Fraktionen Volt und DIE LINKE

Sitzungsvorlage öffentlich

Sachverhalt

Öffentliche Grünflächen übernehmen eine wichtige Funktion für Biodiversit, Klimaanpassung, Wasserrückhalt und die Lebensqualität in den Quartieren. Das Klimaanpassungskonzept COOL Altona verdeutlichte jüngst, welche Schlüsselrolle öffentliche Grünflächen für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels spielen. Altona verfügt über fast 1000 ha Grünflächen, davon allein rund 260 ha Parkanlagen. Die Art und Weise mit der diese zukünftig gepflegt werden, stellt einen wichtigen Hebel dar. Ferner gehört auch der Schutz der biologischen Vielfalt zu den zentralen Herausforderungen kommunaler Politik. Gleichzeitig stehen die Bezirke vor der Herausforderung, diese Flächen unter begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen zu pflegen.

In den vergangenen Jahren haben zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse gezeigt, dass eine ökologisch orientierte und klimaangepasste Pflege öffentlicher Grünflächen sowohl zur Förderung der Artenvielfalt als auch zur Verbesserung der Klimaresilienz beitragen kann. Beispiele aus Altona, etwa an der Louise-Schröder-Straße, zeigen bereits heute, dassalternative Pflegekonzepte erfolgreich umgesetzt werden können.

Bestehende Pflege- und Entwicklungspläne, Grünordnungspläne, Pflegekonzepte etc. sind teilweise mehrere Jahrzehnte alt und es bedarf neuer, pragmatischer bezirklicher Regelungen, mit denen schnell auf die aktuellen Herausforderungen (Klimawandel, Nutzungsdruck) reagiert werden kann. Der Bezirk verfügt und pflegt riesige Grünflächen, die einen wichtigen Hebel darstellen. Es ist unsere Pflicht, diese Potenziale vollumfänglich zu heben. Gleichzeitig können angepasste Pflegeregelungen zu niedrigeren Kosten führen („wilde Ecken“, „wachsen lassen“).

Ökologisch angepasste Pflegekonzepte können Lebensräume für Insekten und andere Tierarten schaffen, die Widerstandsfähigkeit von Grünanlagen gegenüber Trockenheit und Hitze erhöhen sowie die Aufenthaltsqualität verbessern. Gleichzeitig ermöglichen Pilotprojekte, praktische Erfahrungen zu sammeln und geeignete Maßnahmen schrittweise in die Regelpflege zu überführen.

Auch für den Westerpark bestehen Potenziale für eine Weiterentwicklung der Pflege. Im Rahmen verschiedener Gespräche wurde deutlich, dass einer stärkeren Berücksichtigung von insektengerechten Naturräumen und ökologischen Pflegeansätzen grundsätzlich keine bekannten vertraglichen Hindernisse entgegenstehen.

Vor diesem Hintergrund soll der Bezirk den begonnenen Wandel hin zu einer ökologischen und klimaangepassten Grünflächenpflege aktiv vorantreiben und praktische Erfahrungen für eine spätere Übertragung auf weitere Flächen sammeln.

Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung beschließen:

  1. Das Bezirksamt Altona wird gemäß § 19 BezVG gebeten, die Pflegekonzepte für den Westerpark mit dem Ziel einer ökologischen und klimaangepassten Bewirtschaftung weiterzuentwickeln. Dabei soll insbesondere geprüft werden,
  1. in welchen Bereichen extensive Pflegeformen umgesetzt werden können,
  1. wie Biodiversität, Wasserrückhalt und klimaresiliente, teilweise spontan aufgewachsene Vegetationsstrukturen (z.B. Weidenaufwuchs, Brombeerhecken) gestärkt und erhalten werden können,
  1. sowie ob geeignete Rasenflächen ganz oder teilweise in artenreiche Naturräume umgewandelt werden können.
  1. Das Bezirksamt wird ferner gebeten, zwei weitere geeignete öffentliche Grünflächen im Bezirk als Pilotprojekte für eine ökologische und klimaangepasste Pflege auszuwählen und ab dem Jahr 2027 entsprechend weiterzuentwickeln.
  1. Auf Grundlage der Erfahrungen aus den Pilotprojekten wird das Bezirksamt gebeten, eine bezirkliche Richtlinie zur ökologischen und klimaangepassten Grünflächenpflege zu erarbeiten. Diese soll künftig bei der Pflege öffentlicher Grünanlagen sowie bei der Fortschreibung entsprechender Planungen berücksichtigt werden und eine schrittweise Übertragung erfolgreicher Maßnahmen auf weitere Flächen ermöglichen.
  1. Bei der Entwicklung und Umsetzung der Pilotprojekte sowie bei der Erarbeitung der Richtlinie sollen anerkannte Naturschutzverbände, insbesondere der Naturschutzbund Hamburg e.V. und die Loki-Schmidt-Stiftung, und weitere fachkundige Akteur:innen frühzeitig eingebunden werden.
  1. Das Bezirksamt wird gebeten, die Entwicklung der Pilotflächen mit möglichst geringem zusätzlichem Verwaltungsaufwand zu begleiten und dem Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport über die gewonnenen Erkenntnisse zu berichten.
Petitum/Beschluss

:

Der Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport wird um Zustimmung und Weiterleitung

an die Bezirksversammlung gebeten

Anhänge

ohne

Lokalisation Beta
Louise-Schroeder-Straße

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