Fragesteller: Jörn Frommann
Im Spätsommer des vergangenen Jahres berichteten die Medien von Gesprächen über die Zukunft des Kinderbauernhofes Kirchdorf-Süd (KiBaHo) zwischen Verwaltung, Politik und Trägerschaft über die Nachfolge bei eben dieser, u.a. um dringend notwendige Sanierungen durchführen zu können.
Seit fast 40 Jahren gibt es den KiBaHo am Rande der Siedlung Kirchdorf-Süd. Tiere und Natur direkt vor der Haustür erleben. Diese praktische Umweltpädagogik macht ihn nicht nur in Kirchdorf-Süd einzigartig. Die Finanzierung des Bauernhofs gelang dabei im Wesentlichen durch Spenden und Gruppenbesuche sowie organisierte Kindergeburtstage. Auch, um einen neuen Schwung in die Finanzierung zu bekommen, war offensichtlich ein Wechsel des Trägers angedacht. Die gemeinnützige „Das Geld hängt an den Bäumen“ gGmbH, ebenfalls auf der Elbinsel ansässig, sollte zum Ende des Jahres 2025 neuer Träger werden, um die benötigten Sanierungen und Modernisierungen auf dem Hof durchzuführen zu können. Die Verträge waren den Verlautbarungen nach bereits im Herbst des vergangenen Jahres vorbereitet. Seither hat aber offensichtlich kein Wechsel bei der Trägerschaft stattgefunden.
Vor diesem Hintergrund frage ich die Verwaltung:
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Ist es richtig, dass es Gespräche zur Übernahme der Trägerschaft zwischen der „Das Geld hängt an den Bäumen“ gGmbH und dem Bezirk gegeben hat? Wenn ja, wann und mit welchem Ergebnis?
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Gab es im Laufe des letzten halben Jahres bereits weitestgehend durchverhandelte Verträge zur Übertragung der Trägerschaft? Wenn ja, wie waren die formulierten Bedingungen und wie ist der Stand zu den Verträgen?
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Welches genaue Ziel verfolgt die Übertragung der Trägerschaft an einen neuen Träger?
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Ist es richtig, dass auf dem Gelände des KiBaHo Sanierungen an Gebäuden und Anlagen durchgeführt werden müssen, um den Betrieb aufrecht zu halten? Wenn ja, um welche handelt es sich im Einzelnen?
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Wenn es geplante Sanierungsmaßnahmen für die Rettung des KiBaHo gibt, welchen finanziellen Umfang haben diese (bitte aufgeteilt nach Einzelmaßnahmen)?
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Waren die ungefähren Höhen der Kosten für die Sanierungsmaßnahmen bei Aufnahme der Gespräche bekannt? Wenn ja, wurde dies an den neuen Träger kommuniziert? Wenn nein, was war die Basis der Gespräche mit dem neuen Träger?
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Woher plante die Verwaltung, die Gelder für die in Rede stehenden Sanierungsmaßnahmen zu nehmen und in welchem Haushaltstitel sind diese berücksichtigt?
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Wenn der Vertrag trotz des beiderseitigen Bekundens des Willens im vergangenen Spätsommer bisher nicht zustande gekommen ist, woran lag dies?
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Wurden Gespräche auch mit anderen Trägern geführt? Wenn ja, mit welchen? Wenn nein, warum nicht?
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Wie sehen die nächsten Schritte zur Rettung des KiBaHo aus?
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Wie ist sichergestellt, dass der KiBaHo, nachdem er sich auf den Trägerwechsel verlassen hat, der nunmehr offensichtlich nicht zustande kommt, die nötigen Mittel zur Fortführung des Betriebs erhält und die Tiere ausreichend Futter und Pflege erhalten?
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Bereits im Dezember 2024 hat die Verwaltung im öffentlichen Teil des Jugendhilfeausschusses angekündigt, dass man nach einem neuen Träger suchen würde, „… da der derzeitige Träger nicht mehr in der Lage ist, die Bauanträge und die erforderlichen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.“ Was bedeutete dies konkret und wie wurde der Jungendhilfeausschuss oder andere politische Gremien seither über den Fortgang informiert?
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Im öffentlichen Teil des Jugendhilfeausschusses am 06. November 2023 kündigte die Verwaltung an, sie „…wird zudem versuchen eine befristete Stelle für die finanzielle Verwaltung des Projektes zu schaffen.“ Ist die Stelle geschaffen worden? Wenn ja, in welcher Abteilung und mit welchem Umfang? Wenn nein, warum nicht und wann wurde die Politik hierüber wo informiert?