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Einführung eines Pilotprojekts "Take-in, Take-out" am Öjendorfer See zur Bekämpfung von Vermüllung und Tierplagen in den Grünanlagen (Antrag der AfD-Fraktion)

Antrag öffentlich

Letzte Beratung: 30.06.2026 Regionalausschuss Billstedt Ö 5.4

Sachverhalt

Die Grünanlagen und Parks in Hamburg-Mitte, insbesondere der Öjendorfer See, erfreuen

sich großer Beliebtheit bei Bürgern, die dort grillen und picknicken. Dies ist grundsätzlich

zu begrüßen und trägt zur Lebensqualität bei. Allerdings führt das derzeitige System,

wonach mitgebrachter Müll in den vorhandenen Mülleimern entsorgt werden darf,

regelmäßig zu erheblichen Problemen.

An sonnigen Tagen und an Wochenenden bietet sich ein trauriges Bild: Überquellende

lleimer, aus denen Plastiktüten, Einweggrills, Alufolien und Essensreste quellen. Auf

den Wiesen und am Ufer liegen Berge von Papptellern, Knochen, Kohle und

Verpackungen. Nachts ziehen Ratten und Mäuse in Scharen an, tagsüber verteilen

Krähen, Elstern und Getier den Müll über weite Teile des Parks. Der Rasen ist zertrampelt

und verbrannt, es entstehen Geruchsbelästigungen und ein hohes hygienisches Risiko.

Viele Anwohner und Familien meiden den Park inzwischen. Die Stadtreinigung ist

überfordert, und die Kosten für Sonderreinigungen steigen kontinuierlich.

Dieser Zustand ist nicht länger hinnehmbar. Die Verursacher müssen wieder stärker in die

Eigenverantwortung genommen werden.

Die Gesamtsituation am Öjendorfer See hat sich prinzipiell stark verschlechtert, eine

eindringliche und ernstzunehmende Petition ist bereits von Bürgerseite gestartet worden.

(www.openpetition.de/petition/online/hundeauslaufflaechen-im-oejendorfer-parkschuetzen-

grillchaos-und-offene-feuer-stoppen#). Wir glauben, dass unser Konzept hier

stark zur Deeskalation beitragen wird.

In zahlreichen anderen Großstädten hat sich das Prinzip „Take-in, Take-out“ bewährt: Was

mitgebracht wird, muss auch wieder mitgenommen werden. Grillen und Picknicken bleiben

erlaubt, lediglich die Entsorgung großer Müllmengen vor Ort entfällt. In großen Metropolen

wie New York, London oder Paris ist dieses Konzept seit Jahren und Jahrzehnten

Standard.

Begründung: Dieses Projekt stärkt die Eigenverantwortung der Bürger, reduziert die

Vermüllung, senkt langfristig Kosten und verbessert die Aufenthaltsqualität am Öjendorfer

See generell für alle Parkbesucher. Es verbietet kein Grillen, sondern fordert lediglich,

dass jeder seinen eigenen Müll wieder mit nach Hause nimmt ein einfaches und faires

Prinzip, das in anderen Metropolen bereits wie gesagt gut funktioniert.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte beschließt:

1. Die Einführung des Pilotprojekts „Take-in, Take-out“ am Öjendorfer See für die

Saisons 2027 und 2028 als Modell für weitere Grünanlagen im Bezirk.

2. Die Bezirksverwaltung wird beauftragt, folgende Maßnahmen umzusetzen:

a) Aufstellung deutlicher Hinweisschilder an allen Zugängen und Grillbereichen in

deutscher und weiteren gängigen Sprachen mit dem klaren Hinweis: „Was Sie

mitbringen, nehmen Sie bitte wieder mit.“

b) Reduzierung der Mülleimer-Kapazität im direkten Grillbereich, um die Entsorgung

großer Müllmengen vor Ort zu erschweren. Normale Mülleimer für Spaziergänger-

ll bleiben erhalten, z.B. für Hundekotbeutel.

c) Gezielte Schwerpunkteinsätze des Ordnungsdienstes an Wochenenden und

Feiertagen in der Hauptsaison (Mai bis September) in Zusammenarbeit mit der

Polizei und der Stadtreinigung. Bei Verlassen von Müll werden bestehende

Bußgelder konsequent angewendet.

d) Ergänzender Einsatz von Sozialraumläufern am Öjendorfer See, vergleichbar mit

dem bestehenden Einsatz im Drogen-Schwerpunkt „Drop-Inn“. Diese sollen vor Ort

mit den Parknutzern ins Gespräch kommen, das neue Prinzip erklären und für

dessen Einhaltung sorgen. Dabei sollen bevorzugt mehrsprachige Mitarbeiter mit

Migrationshintergrund eingesetzt werden, um Sprachbarrieren zu überwinden und

die vielfältige Nutzerschaft direkt anzusprechen.

e) Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen und Initiativen für gemeinsame Aktionen

zur Sauberhaltung des Sees.

f) Temporäre Markierung von Grillzonen zur besseren Übersichtlichkeit.

3. Die Bezirksverwaltung erstellt nach jeder Saison einen Evaluationsbericht mit

folgenden Kriterien: Müllaufkommen, Anzahl von Beschwerden, Reinigungskosten,

Tieraktivität und Nutzerakzeptanz. Auf Grundlage dieses Berichts wird über eine

Fortführung oder Ausweitung des Projekts entschieden. Zur Erhebung dieser

Statistiken eignen sich insbesondere die Sozialraumläufer.

4. Die Umsetzung erfolgt ab Frühjahr 2027.

Die unhaltbare Situation zwischen Hundebesitzern und sich immer schlimmer

benehmenden Parkbesuchern ist ausdrücklich nicht Teil dieses Antrages und wird an

anderer Stelle separat behandelt werden.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
Lokalisation Beta
Öjendorfer Park

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