22-0838.01

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Bezirk Bergedorf

Antwort

Sachverhalt

Große Anfrage

der BAbg. Krohn, Seiler, Winkelbach, Meyer, Zimmermann, Unbehauen, Schander

und der AfD-Fraktion Bergedorf

Sachverhalt:
Die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners (EPS) stellt den Bezirk Bergedorf seit mehreren Jahren vor zunehmende Herausforderungen. Die Raupen des Nachtfalters verfügen über gesundheitsgefährdende Brennhaare, deren Nesselgift bei Menschen teils erhebliche Hautreizungen, Atemwegsbeschwerden und allergische Reaktionen auslösen kann. Gleichzeitig entstehen Belastungen für den Baumbestand sowie Einschränkungen für die Nutzung öffentlicher Wege, Grünanlagen und Erholungsflächen.
Besonders betroffen erscheinen die weitläufigen Deich- und Alleenbereiche in den Vier- und Marschlanden mit ihren zahlreichen Eichenbeständen entlang touristisch genutzter Wege und Straßen. Hinzu kommen sensible Natur- und Landschaftsschutzgebiete, in denen Bekämpfungsmaßnahmen nur eingeschränkt möglich sind und naturschutzfachlich sorgfältig abgewogen werden müssen. Vor diesem Hintergrund gewinnt ein langfristiges Monitoring sowie eine koordinierte und effiziente Bekämpfungsstrategie zunehmend an Bedeutung. Ebenso relevant sind Fragen der Kostenentwicklung, der Priorisierung von Maßnahmen sowie der Zusammenarbeit zwischen Bezirksamt, Fachbehörden und weiteren beteiligten Stellen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir:

Das Bezirksamt Bergedorf nimmt wie folgt Stellung:

  1. Wie viele bestätigte Funde von Nestern des Eichenprozessionsspinners gab es in den Jahren 2023, 2024, 2025 sowie bislang im Jahr 2026 im Bezirk Bergedorf? (Bitte nach Jahren und Stadtteilen beziehungsweise Ortsteilen aufschlüsseln.)

2023

2024

2025

2026

Allermöhe

5

2

6

86

Altengamme

15

7

8

-

Bergedorf

14

2

2

15

Curslack

3

2

11

Friedhof Bergedorf

27

-

Kirchwerder

45

12

26

44

Lohbrügge

36

12

196

Moorfleet

23

2

7

16

Neuengamme

29

33

56

115

Neu-Allermöhe West

1

-

-

22

Ochsenwerder

1

-

-

-

Reitbrook

1

-

-

1

Stand 12.06.2026

Die Kontrollen sind noch nicht abgeschlossen, so dass mit weiteren Steigerungen in 2026 zu rechnen ist

2. Wie hoch waren die jährlichen Gesamtausgaben für Prävention, Bekämpfung, Absaugung, Entsorgung und sonstige Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Eichenprozessionsspinner in diesem Zeitraum?

2023

2024

2025

2026

Straßenbegleitgrün

40.316,11 €

15.379,95 €

38.653,08 €

Fehlanzeige

Grünanlagen

11.634,73 €

1.325,37 €

5.022,69 €

Fehlanzeige

Friedhof

6.352,82 €

-

-

Fehlanzeige

3. Wie viele Bäume auf öffentlichem Grund wurden im Jahr 2026 bislang präventiv behandelt?

Fehlanzeige

4. Welche Bereiche beziehungsweise Flächen im Bezirk werden derzeit als dauerhafte Belastungs- oder Schwerpunktgebiete mit wiederkehrendem Befall eingestuft?

Schwerpunkte sind die Stadtteile Altengamme, Neuengamme, Kirchwerder, Lohbrügge, Moorfleet


5. Wie hat sich die Anzahl der Bürgerhinweise und Meldungen über den Melde-Michel“ oder andere Meldesysteme in den vergangenen Jahren entwickelt?

Es ist ein Anstieg der Meldungen zu verzeichnen. Es handelt sich jedoch in den meisten Fällen um andere Falterarten.

6. Wie erfolgt die Koordination zwischen Bezirksamt, Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) sowie weiteren Stellen bei der Bekämpfung entlang der Deichanlagen und Hauptverkehrswege in den Vier- und Marschlanden?

Die Beseitigung des Eichenprozessionsspinners wird im öffentlichen Raum nur durch das Bezirksamt durchgeführt.


7. Welche Bereiche entlang touristisch stark frequentierter Wege insbesondere entlang der Elbdeiche und des Elberadwegs gelten aktuell als besonders betroffen?

r den Bereich GA sind es der Vierländer Bahndamm/Marschbahndamm und der Eichbaumsee. An der Hauptdeichlinie stehen keine Eichen und an der zweiten Deichlinie nur vereinzelnd.


8. Welche Maßnahmen werden ergriffen, um Spaziergänger, Radfahrer sowie Anwohner frühzeitig auf Belastungsbereiche hinzuweisen?

Es wurden bereits Warnschilder aufgestellt und über die Presse informiert.


9. Inwieweit liegen Erkenntnisse über Auswirkungen des Befalls auf landwirtschaftliche Betriebe, Erntehelfer oder Tierhaltung in den Vier- und Marschlanden vor?

Hierzu liegen MR keine Erkenntnisse vor.

10. Welche Beratungs- oder Unterstützungsangebote bestehen für betroffene landwirtschaftliche Betriebe?

Hierzu liegen MR keine Erkenntnisse vor.


11. Wie wird bei Bekämpfungsmaßnahmen in Natur- und Landschaftsschutzgebieten sichergestellt, dass andere geschützte Insekten- und Schmetterlingsarten möglichst nicht beeinträchtigt werden?

Durch die Absaugmethode, die ausschließlich genutzt wird, werden keine anderen Insekten beeinträchtigt.


12. Welche Bekämpfungsverfahren wurden in den vergangenen Jahren im Bezirk hauptsächlich eingesetzt?

Es wurde ausschließlich abgesaugt.


13. Welche Erfahrungen hat das Bezirksamt mit biologischen beziehungsweise mechanischen Bekämpfungsverfahren gemacht?

Mit biologischen beziehungsweise mechanischen Bekämpfungsverfahren hat das Bezirksamt keine Erfahrungen.


14. Nach welchen Prioritäten erfolgt die Bearbeitung eingehender Meldungen? (Bitte insbesondere auf Kitas, Schulen, Spielplätze, Bushaltestellen und touristische Wege eingehen.)

Kitas und Schulen liegen nicht in der Zuständigkeit des Bezirksamtes. Hingegen werden die Bereiche vor Kitas und Schulen, sowie Spielplätze, Bushaltestellen, Friedhof oder andere stark frequentierte Bereiche bevorzugt bearbeitet.


15. Wie hoch ist die durchschnittliche Zeitspanne zwischen Eingang einer Meldung und der tatsächlichen Begutachtung beziehungsweise Entfernung eines Nestes?

Je nach Auslastung der ausführenden Fachfirma und evtl. erforderlicher Vorarbeit, wie Einrichten von Halteverbotszonen, kann es bis zu 1-5 Tagen dauern, bis die Nester entfernt sind.


16. Welche externen Dienstleister oder Fachfirmen werden derzeit mit der Bekämpfung beauftragt?

Es werden Baumpflegefachfirmen beauftragt, die über das notwendige Know-How und Equipment verfügen.


17. Werden im Bezirk Maßnahmen zur Förderung natürlicher Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners etwa durch Nistkästen für Meisen durchgeführt oder geplant?

In einigen Bereichen der Grünanlagen sind Meisennistkästen angebracht worden.


18. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Berde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) hinsichtlich Monitorings und Bekämpfung?

Die BUKEA sammelt zentral die Daten über die Befallssituation, die von den Bezirken gemeldet werden. Darüber hinaus ist der Eichenprozessionsspinner regelmäßig Thema in AK Straßenbäume.


19. Gibt es bezirksübergreifende Konzepte oder Abstimmungen mit anderen Hamburger Bezirken?

Ein bezirksübergreifender Austausch über Bekämpfungsmethoden und Fallzahlen findet im Arbeitskreis Stadtbaum in der BUKEA statt.


20. Rechnet das Bezirksamt aufgrund klimatischer Entwicklungen künftig mit einer weiteren Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners im Bezirk Bergedorf?

In Bergedorf ist die Ausbreitung des EPS zur Zeit überschaubar und differiert in den Jahren. Auf Grund der klimatischen Veränderungen kann es aber zu einer weiteren Ausbreitung kommen.


21. Welche zusätzlichen Maßnahmen oder Strategien plant das Bezirksamt für die kommenden Jahre?

Seitens des Bezirksamtes beschränken sich die Maßnahmen auf regelmäßige Kontrolle/ Monitoring und fachgerechtes Absaugen und Entsorgen des EPS sowie gegebenenfalls das Aufstellen von Warnschildern.

Petitum/Beschluss

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Anhänge

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Lokalisation Beta
Aue Deich Neuengamme Altengamme Kirchwerder Lohbrügge Bahn-Landwirtschaft Bezirk Hamburg e.V.

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