Soziale Infrastruktur sichern Bedarfsgerechte Finanzierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Eimsbüttel
Beratungsfolge |
am |
TOP |
Drs.- Nr. |
Ergebnis |
Antrag Die GRÜNEN-Fraktion, SPD-Fraktion |
25.02.2026 |
6.3 |
22-1904 |
einstimmig beschlossen bei drei Enthaltungen |
Die haushälterisch angespannte Situation zwingt die Stadt in nahezu allen Bereichen zu Einsparungen. Der Jugendhilfeausschuss Eimsbüttel betont jedoch, dass Maßnahmen im Kinder-, Jugend- und Familienbereich aufgrund ihrer weitreichenden Auswirkungen auf Zukunftschancen und Wohlergehen junger Menschen besonders sorgfältig geprüft werden müssen.
Dieses Fundament wird maßgeblich von freien Trägern sowie den engagierten Beschäftigten in den Einrichtungen getragen. Mit hoher Professionalität leisten sie Beziehungsarbeit, reagieren flexibel auf sich wandelnde Bedarfslagen und gewährleisten kontinuierliche Unterstützungsangebote für junge Menschen und ihre Familien. Gleichzeitig sehen sich viele Träger mit fehlender Planungssicherheit, ungeklärten Kostensteigerungen, erheblichem Verwaltungsaufwand, mangelnden Investitionsmitteln sowie den Auswirkungen des Fachkräftemangels konfrontiert. Bereits jetzt entstehen spürbare Belastungen für die Arbeitsfelder, die die Aufrechterhaltung bestehender Angebote zunehmend erschweren. Auch öffentliche Träger berichten von erheblichen Schwierigkeiten, eigene Einrichtungen dauerhaft zu sichern. Für junge Menschen, ihre Familien sowie die Mitarbeitenden ist es nicht akzeptabel, erst gegen Jahresende Klarheit über den Fortbestand von Angeboten und Beschäftigungsverhältnissen zu erhalten.
Vor diesem Hintergrund ist es erforderlich, die für die Rahmenzuweisungen der Arbeitsfelder OKJA/JSA/FamFÖ/SAJF erhobenen Mehrbedarfe zur Sicherung der bestehenden Einrichtungen und Angebote in den Haushalt einzustellen. Die Angebotslandschaft in Eimsbüttel ist vielfältig und qualitativ hochwertig. Im Integrationsbereich werden die SIN-Mittel in ihrer etatisierten Grundfinanzierung zwar angehoben, durch den Wegfall der bisherigen Nachsteuerung über Mehrbedarfsdrucksachen verringert sich jedoch faktisch der verfügbare Handlungsspielraum. Dies schafft einerseits größere Verlässlichkeit für bestehende Projekte, führt andererseits jedoch zu einer Verknappung flexibler Angebotsmöglichkeiten.
Das SGB VIII garantiert jungen Menschen und ihren Familien ausdrücklich den Zugang zu den meisten Jungendhilfe-Leistungen; eine schleichende Erosion dieser bedeutenden Infrastruktur würde nicht nur individuelle Entwicklungschancen beeinträchtigen, sondern langfristig erhebliche gesellschaftliche Folgekosten verursachen.
Eimsbüttel hat sich unter Beteiligung des Jugendhilfeausschusses und mit großem Engagement der Verwaltung auf den Weg gemacht, die Bedarfe der Träger systematisch zu erfassen. Unter der Drucksache 22-1883 sind die ermittelten Bedarfe sowie mögliche Steuerungsinstrumente dokumentiert. Insbesondere im Bereich der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zeigen sich für den Bezirk deutliche Finanzierungslücken, denen entsprechend angemessen begegnet werden muss.
Pädagogisch stellt sich zusätzlich die Herausforderung, dass bestehende Angebote nicht immer die Zielgruppen mit dem größten Unterstützungsbedarf erreichen. Diese Problematik ist nicht den Trägern anzulasten, sondern resultiert teilweise aus konzeptionellen Rahmenbedingungen und fehlenden strukturellen Anknüpfungspunkten an Schulen, Kitas, Bildungs- und Sporteinrichtungen und Unterkünften. Hier gilt es, Angebotsstrukturen und Vernetzung konsequent an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.
keine
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