22-1763

Kinder- und Jugendlichensprechstunde beim Bezirksamtsleiter

Antrag

Letzte Beratung: 29.01.2026 Bezirksversammlung Ö 9.3

Sachverhalt

Im Bezirk Eimsbüttel wird seit längerer Zeit intensiv darüber diskutiert, Kinder und Jugendliche stärker in kommunale Entscheidungsprozesse einzubinden. Es besteht ein breiter Konsens darüber, dass Kinder und Jugendliche als unmittelbar Betroffene und als kommende Generationen eine zentrale Rolle bei der Gestaltung ihres Lebensumfeldes spielen müssen und sollten.

Verschiedene Beteiligungsformate wurden bereits im Jugendhilfeausschuss vorgestellt, darunter die Teilnahme von Delegierten des Kreisschüler*innenrats sowie der Fachstelle Kinder- und Jugendbeteiligung der Diakonie.

Das Recht auf Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist nicht nur eine demokratische Verpflichtung, sondern auch gesetzlich im SGB VIII (und durch die UN-Kinderrechtskonvention) verankert. Innerhalb der Jugendhilfe sind Träger ob kommunal oder frei verpflichtet, Schutzkonzepte zu erarbeiten, die unter anderem auch das Recht auf Mitwirkung sicherstellen. Dieses Prinzip sollte unbedingt auch auf die politische Ebene des Bezirks übertragen werden.

Vor dem Hintergrund dieser gesetzlichen und gesellschaftlichen Anforderung bzw. Verpflichtung kommt der Bezirksebene eine besondere Vorbildfunktion zu. Die Etablierung eines direkten, niedrigschwelligen Dialogformats mit dem Bezirksamtsleiter kann einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Jugendbeteiligung leisten. Insbesondere eine regelmäßig stattfindende Kinder- und Jugendlichensprechstunde (z. B. quartalsweise) signalisiert Wertschätzung und eröffnet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Anliegen unmittelbar vorzutragen und aktiv in kommunale Planungen eingebunden zu werden.

Dieser Antrag orientiert sich an einem Antrag / Modell aus dem Bezirk Bergedorf (Drucksache 21-0763, vom 25.02.2021). Unter Berücksichtigung der vielfältigen Aufgaben des neuen Bezirksamtsleiters sowie einer notwendigen Einarbeitungsphase, wird die Umsetzung einer solchen Sprechstunde innerhalb des Jahres als realistisch und wünschenswert eingeschätzt.

Petitum/Beschluss

Beschluss:

  1. Die Verwaltung wird gebeten, zeitnah ein Konzept zu erstellen, ob, ggf. wie und in welcher Frequenz eine derartige Sprechstunde in Eimsbüttel implementiert werden kann. Hier könnte das im Bezirk Bergedorf entwickelte Konzept zur Kinder- und Jugendsprechstunde als Grundlage für Eimsbüttel möglicherweise adaptiert werden
  2. Das entwickelte Konzept soll dann im Jugendhilfeausschuss vorgestellt und abgestimmt werden
  3. Nach einem Jahr Laufzeit bzw. nach vier Terminen soll im JHA eine Zwischenbilanz gezogen und das Angebot auf Wirksamkeit und Nachhaltigkeit in Bezug auf festgelegte smarte Ziele (Anzahl der Nutzer*innen, Altersstruktur, aus welchen Stadtteilen etc.) evaluiert werden

Myriam Schrank und Fraktion Die Linke in der Bezirksversammlung Eimsbüttel

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
29.01.2026
Ö 9.3
Anhänge

keine

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