Erschließungsplanung Stellingen 62
Im Dezember 2016 verschickte der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) die Planunterlagen für die Baumaßnahme „Erschließung des Bebauungsplans Stellingen 62“ mit der Teilbaumaßnahme Lückenschluss am Sportplatzring.
In dem Plangebiet zwischen Sportplatzring und Basselweg, wo sich derzeit die Kampfbahn Stellingen befindet, wird Wohnungsbau entstehen. Um die Neubauten zu erschließen, sollen zwei Planstraßen gebaut werden. Dafür sind Veränderungen im Straßenraum im Basselweg und im Sportplatzring nötig. Darüber hinaus soll der Rechtsabbiegefahrstreifen im Sportplatzring in Fahrtrichtung Kieler Straße verlängert und eine neue Haltestelle gebaut werden. Damit gehen Veränderungen des Parkraums und Eingriffe in den Baumbestand einher.
Zu einigen Details dieser Planungen möchte die Bezirksversammlung hiermit Stellung nehmen. Die Planungen sind insgesamt zu begrüßen und berücksichtigen in angemessener Weise die Vorgaben des B-Planes, der unter breiter Beteiligung der Stellinger Bürger*innen entstanden ist, sowie die vielfältigen Belange der verschiedenen Verkehrsteilnehmer*innen und Rahmenbedingungen. Allerdings sind einige Details kritisch zu sehen, etwa an der Einmündung der Planstraße 1 in den Basselweg und dessen geplante Erweiterung Richtung Süden, bei der die bestehenden Bäume scheinbar unzureichend berücksichtigt wurden sowie der fehlende Linksabbieger aus Richtung Süden vor allem zu den Stoßzeiten und bei Anlieferung Rückstaus und auch eine Behinderung des Radverkehrs befürchten lässt. Zudem scheinen die Belange des Lieferverkehrs sowie von Personen, die auf Behindertenparkplätze angewiesen sind, zu wenig berücksichtigt, und einige Baumfällungen nicht unumgänglich zu sein.
Der Bezirksamtsleiter wird gebeten, in die Stellungnahme an den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer zur Baumaßnahme „Erschließung Bebauungsplan Stellingen 62“ folgende Punkte aufzunehmen:
– Die Bezirksversammlung bittet um eine Überprüfung der Gestaltung der Einmündung der Planstraße 1 in den Basselweg sowie der nördlichen Zufahrt zum Knotenpunkt Basselweg/Sportplatzring. Es ist nicht hinreichend dargelegt, wieso es keine Alternative zur Einmündung an dieser Stelle gibt, an der die Fällung einer von zwei rund 135 Jahre alten Eichen unumgänglich wird. Zudem ist die Fällung von vier Bäumen im Bereich der Zufahrt zum Knotenpunkt vorgesehen, für die auf einem neu anzulegenden Grünstreifen vier Ersatzpflanzungen geplant sind, die sich weniger als einen halben Meter von den bestehenden Standorten entfernt befinden. Diese Planung sollte mit dem Ziel des Erhalts der bestehenden vier Bäume überprüft werden.
– Die Bezirksversammlung begrüßt die gesamte Baumbilanz der Erschließungsplanung, die sich bei 16 gefällten und 19 geplanten Bäumen positiv darstellt. Allerdings wird neben der Aufweitung des Basselweg vor der Kreuzung zum Sportplatzring auch die geplante Fällung von insgesamt drei Bäumen am nördlichen Sportplatzring und am Basselweg zur Herstellung von Tiefgaragenzufahrten und der Privatstraße zwischen Sportplatzring und Planstraße 1 kritisch beurteilt und um eine Überprüfung der Notwendigkeit dieser Fällungen gebeten. Zudem sollte nachgewiesen werden, dass die geplanten Stellplätze in den Nebenflächen im Basselweg baulich hergestellt werden können, ohne die Bestandsbäume nachhaltig zu gefährden.
– Während die Verkehre aus der Planstraße 1 in den Basselweg Richtung Süden durch eine zusätzliche Rechtsabbiegerspur gut abfließen dürften, fehlt in Richtung Norden eine entsprechende Erleichterung des Linksabbiegens aus dem Basselweg in die Planstraße 1. Die Anlieferungen für die geplante Einzelhandelsnutzung lassen hier Rückstaus bis in die Kreuzung hinein erwarten. Davon betroffen wäre auch der Radverkehr auf der Veloroute 2, da der ostseitige Schutzstreifen noch vor der Einmündung in die Planstraße 1 endet. In Richtung Süden sollte die problematisch einzuschätzende Situation für rechts abbiegende Radfahrer*innen überprüft werden, für die keine separate Aufstellfläche vorgesehen ist.
– Es wird um eine Prüfung gebeten, ob die Bestandsstraßen Sportplatzring und Basselweg in den Erschließungsumfang aufzunehmen sind. Ohne eine Bearbeitung dieser Verkehrsflächen ist zu erwarten, dass diese Straßen nach Abschluss der Hochbauvorhaben nicht mehr die Anforderungen an einen sicheren Straßenzustand erfüllen.
– Die Bezirksversammlung spricht sich für eine stärkere Verkehrsberuhigung der Planstraße 1 aus, um die Qualität des geplanten Platzes als Mittelpunkt der Neuen Mitte Stellingen über die begrüßenswerte Herstellung in höhengleicher Pflasterung hinaus zu erhöhen. Dies könnte durch die Ausweisung als Tempo-20-Zone oder verkehrsberuhigter Bereich oder durch die Anlage als Einbahnstraße oder Sackgasse erfolgen.
– Im östlichen Teil der Planstraße 1 ist für den geplanten Einzelhandel ein Anlieferbereich vorgesehen. Hingegen fehlen für die weiteren geplanten gewerblichen Nutzungen ausreichende Ladezonen. Es wäre zu befürchten, dass insbesondere kleinere Transportfahrzeuge zu einer ständigen Beeinträchtigung der Verkehre in der Planstraße 1 führen würden, wenn für sie keine Haltefläche vorgesehen würde.
– Mit der Planung von nur vier Parkständen für Schwerbehinderte im gesamten Plangebiet (bei insgesamt 106 Parkständen im öffentlichen Raum) werden zwar die einschlägigen Vorgaben (3% laut PLAST) eingehalten, doch zeigt die Anordnung rund um das Plangebiet eine gravierende Schwachstelle durch die Nicht-Berücksichtigung der Planstraße 1 und der an ihr vorgesehenen Einrichtungen. Schwerbehinderten wird damit der direkte Zugang zum Stadtteilhaus und dem geplanten Gewerbe und Einzelhandel verwehrt.
– Die Verlagerung der Bushaltestelle für die Linien 22 und 39 wird begrüßt, da sie eine direkte und kreuzungsfreie Anbindung des neuen Quartiers an diese wichtigen Buslinien gewährleistet. Ebenso wird die geplante Radwegeführung im südlichen Sportplatzring positiv eingeschätzt.
Die Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, Vertreter des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer in eine der nächsten Sitzungen des Verkehrsausschusses einzuladen, um die Planungen zu erläutern und dabei insbesondere auf die in der Stellungnahme der Bezirksversammlung genannten Kritikpunkte einzugehen.
Der Regionalausschuss Stellingen soll zu der Sitzung hinzugeladen werden.
Der Bezirksamtsleiter wird zudem gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass ein für den Bebauungsplan Stellingen 62 zuständiger Vertreter des Bezirksamtes an der Sitzung teilnimmt, um bei Bedarf Auskünfte zum Bebauungsplan selbst geben zu können.
Falk Schmidt-Tobler, Fabian Klabunde und GRÜNE-Fraktion
Monika Rüter, Peter Schreiber und SPD-Fraktion
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