Der nächste Sommer kommt bestimmt weitere acht Jahre schattenloses Dasein auf dem Stellinger Deckel?
Kleine Anfrage nach § 24 BezVG des Mitglieds der Bezirksversammlung Eimsbüttel,
Myriam Schrank (Fraktion DIE LINKE)
Titel: Der nächste Sommer kommt bestimmt – weitere acht Jahre schattenloses Dasein auf dem Stellinger Deckel?
Fortlaufende. Nr.: 22-156
Eingangsdatum: 06.02.2026
Datum der Antwort: 16.02.2026
Das Bezirksamt Eimsbüttel beantwortet die Kleine Anfrage wie folgt:
Sachverhalt:
Im Juni 2025 stellte die Linksfraktion Eimsbüttel den Antrag (Drucksache 22-1159), zu prüfen, ob auf dem Stellinger Deckel an ausgewählten Aufenthaltsorten – insbesondere im Bereich der Spielgeräte, Aufenthaltsflächen sowie der vorhandenen Sitzbänke – temporäre oder dauerhaft installierte Sonnensegel angebracht werden können.
Ziel des Antrags war es, den Aufenthalt auf dem Stellinger Deckel auch bei intensiver Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen sicherer, erträglicher und insgesamt angenehmer zu gestalten. Neben Sonnensegeln dürfen ausdrücklich auch alternative oder ergänzende Maßnahmen in Betracht gezogen werden, die zur Verschattung beitragen.
Vor dem Hintergrund zunehmend heißer Sommer und häufiger Hitzeperioden gewinnt der Aspekt der Klimaanpassung im öffentlichen Raum stetig an Bedeutung. Insbesondere Aufenthalts- und Spielflächen müssen so gestaltet werden, dass sie auch in den Frühjahrs- und Sommermonaten gut nutzbar bleiben und gesundheitliche Risiken, insbesondere für Kinder, ältere Menschen und hitzeempfindliche Personen, reduziert werden. Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen sollen daher bei der Planung und Ausstattung öffentlicher Flächen konsequent berücksichtigt werden.
Von den auf dem Deckel gepflanzten Bäumen sei erst nach ca. zehn Jahren eine signifikante Schattenwirkung zu erwarten – so die Antwort des Bezirksamtes aus 2025, die dem Antrag zugrunde lag.
Vor diesem Hintergrund frage ich die Verwaltung:
Das Bezirksamt Eimsbüttel hat mögliche Standorte auf dem Stellinger Deckel hinsichtlich ihrer grundsätzlichen Eignung für Maßnahmen zur Verschattung geprüft.
Derzeit wird geprüft, ob eine Verschattung an den Sitzplätzen durch das Aufstellen von fest installierten Sonnenschirmen (wie am DropInn, Bezirk Hamburg Mitte) realisiert werden kann.
Auf der Tunneloberfläche bestehen Lasteinschränkungen für zusätzliche Aufbauten und Einschränkungen hinsichtlich der Ausbildung und Einbindetiefe von Fundamenten. Die Bereiche, in denen solche Einbauten grundsätzlich in Betracht kommen, sind eng umgrenzt und müssen vertieft auf ihre Eignung hin geprüft werden.
Aus fachlicher Sicht wird derzeit die Variante einer Verschattung mit fest installierten Sonnenschirmen (in Anlehnung an Augus-Bebel-Park/ Repsoldstraße, DropInn, Bezirk Hamburg-Mitte) favorisiert.
Die Installation klassischer Sonnensegel wird nicht in Erwägung gezogen, da diese trotz ihres geringen Eigengewichts aufgrund ihrer hohen Windanfälligkeit erhebliche Zug- und Verankerungskräfte erzeugen, die unter den gegebenen statischen Rahmenbedingungen kritisch zu bewerten sind. Auch unter Wartungs- und Unterhaltungsgesichtspunkten sind Segel nicht geeignet.
Alternativ denkbare Pergolakonstruktionen würden eine separate vertiefende Planung und Prüfung erfordern (u. a. Statik, Genehmigungsfähigkeit)
Ein Sonnenschirm wie am DropInn kostet inkl. aller Nebenarbeiten derzeit rd. 16.000,00 Euro/Stück. Sollten bei der Prüfung fünf geeignete Standorte für Sonnenschirme identifiziert werden können, wäre mit investivem Kosten von mind.80.000 Euro zu rechnen. Vor dem Hintergrund der derzeit nicht auskömmlichen Mittel für Pflege- und Unterhaltung von Grünanlagen wäre der langfristige Erhalt der der Investition zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesichert. Möglich Lieferzeiten sind derzeit noch in Klärung.
Der Abschluss des Prüfauftrages mit Mitteilung der Ergebnisse ist für März 2026 vorgesehen.
Die weitere Terminplanung entwickelt sich unter der Voraussetzung einer geklärten Finanzierung aus vergaberechtlichen Rahmenbedingungen und möglichen Liefer- und Einbauzeiten.
Beschluss: ohne
keine
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