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Das Gute bewahren – dem Neuen aufgeschlossen sein: Zukunft des Isemarktes behutsam gestalten

Antrag

Sachverhalt

Der Isemarkt ist einer der bekanntesten und beliebtesten Wochenmärkte Hamburgs und findet regelmäßig dienstags und freitags statt. Er ist nicht nur ein Ort der Nahversorgung, sondern auch ein sozial-kultureller Treffpunkt und Teil der kulturellen Identität des Stadtteils Harvestehude.

Aktuelle Entwicklungen zeigen jedoch, dass sich der Markt im Spannungsfeld zwischen Tradition und Wandel befindet. Laut Berichterstattung im Hamburger Abendblatt (Ausgabe vom 14. April 2026, Seite 7) wurden zuletzt Einschränkungen hinsichtlich neuer Angebotsformen wie Foodtrucks, Cafés und innovativer Gastronomiekonzepte vorgenommen. Gleichzeitig wird aus der Perspektive von Marktakteuren und Kommentatoren deutlich, dass ein Wochenmarkt „mit der Zeit gehen“sse, um langfristig attraktiv zu bleiben.

Vor allem ngere Händlerinnen und Händler mit neuen Konzepten wie Matcha-Getränken oder Streetfood-Angeboten tragen zur Verjüngung des Marktes bei. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass ein zu restriktiver Umgang mit Innovationen die Entwicklungschancen des Marktes einschränken könnte.

Parallel dazu zeigt die Berichterstattung, dass wirtschaftlicher Druck auf bestehende Marktstände zunimmt und einzelne Händler um ihre Existenz kämpfen. Auch dies verdeutlicht die Notwendigkeit, Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sowohl traditionelle als auch neue Angebote wirtschaftlich tragfähig bleiben.

Die Bezirksversammlung verfolgt mit diesem Antrag das Ziel, einen ausgewogenen Weg zwischen Bewahrung und Weiterentwicklung zu finden:

Erhalt des traditionellen Charakters und Charmes des Isemarktes als klassischer Wochenmarkt mit Fokus auf regionale Produkte und Handwerk.

Behutsame Öffnung für innovative Konzepte, insbesondere zur Ansprache jüngerer Zielgruppen und zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit.

Stärkung der wirtschaftlichen Perspektiven für bestehende und neue Marktbeschicker.

Der Isemarkt soll auch in Zukunft ein lebendiger, vielfältiger und identitätsstiftender Ort bleiben. Dies gelingt nur, wenn das Bewährte geschützt und zugleich Raum für neue Entwicklungen geschaffen wird. Ein behutsamer, dialogorientierter Entwicklungsprozess ist hierfür der richtige Weg.

Petitum/Beschluss

Beschluss:

  1. Der Bezirksamtsleiter wird gebeten sich für die Förderung des Dialogs zwischen Verwaltung, Händlern, Anwohnern und Öffentlichkeit einzusetzen.
  2. Der Bezirksamtsleiter wird gebeten sich dafür einzusetzen, den Isemarkt als traditionsreichen Wochenmarkt zu erhalten und gleichzeitig eine behutsame Weiterentwicklung zu ermöglichen und gemeinsam mit Marktbeschickern, Anwohnern und weiteren relevanten Akteuren ein Konzept zu entwickeln, das sowohl den Charakter des Marktes bewahrt als auch notwendige Anpassungen an veränderte gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ermöglicht.
  1. Der Bezirksamtsleiter wird gebeten konkret zu prüfen:
  1. Inwieweit bestehende Regularien flexibilisiert werden können, um innovative Verkaufsformate in begrenztem Umfang zu ermöglichen.
  2. Ob Pilotprojekte oder zeitlich befristete Sonderzulassungen für neue Konzepte eingerichtet werden können.
  3. Wie eine ausgewogene Mischung aus traditionellen und neuen Angeboten sichergestellt werden kann.
  4. Welche Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung der Marktbeschicker beitragen können.
  5. Wie Beteiligungsformate zur Einbindung der Marktakteure und Anwohnerschaft gestaltet werden können.

Benjamin Schwanke, Camilla Joyce Thiele, Lea Fricke (FDP) und FDP Fraktion Eimsbüttel

Anhänge

keine

Lokalisation Beta
Harvestehude

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