22-2126

„Antifaschistisches Gedenken: Gedenkort zur Bücherverbrennung am Else-Rauch-Platz schaffen“

Antrag

Sachverhalt

Am Else-Rauch-Platz brannten 1933 im Rahmen der „Aktion wider den undeutschen Geist“ die Bücher von Autor*innen, die für Freiheit, Emanzipation, Gleichheit und Frieden standen. Mit der Bücherverbrennung begann in Hamburg wie im ganzen Land der Versuch der Nazis, kritisches Denken auszurotten und eine Kultur des Schweigens zu erzwingen.

Nicht nur auf dem heutigen Else-Rauch-Platz, sondern auch am Kaiser-Friedrich-Ufer wurden im Mai 1933 Bücher verbrannt. In der Grünanlage am Isebekkanal befindet sich heute ein Mahnmal, das 1985, nach längeren Auseinandersetzungen, auf Beschluss der Bezirksversammlung Eimsbüttel errichtet wurde. Auf vier roten Marmorblöcken eingelassen befinden sich ein Zitat des Dichters Heinrich Heine, die Titel verbrannter Bücher, eine Auswahl an Namen Hamburger Autorinnen und Autoren, deren Bücher verbrannt wurden, sowie die Aufforderung zum Engagement gegen Faschismus und Krieg.

Auf dem Else-Rauch-Platz fehlt bis heute ein Hinweis auf diese Tat. In einer Zeit, in der rechte Hetze, Antisemitismus und Rassismus wieder öffentlich Raum greifen, darf antifaschistische Erinnerungskultur nicht still, sondern muss sichtbar und laut sein.

Ein Gedenkort am Else-Rauch-Platz schafft nicht nur historische Aufklärung, sondern setzt ein deutliches Zeichen gegen Geschichtsvergessenheit und rechte Ideologien.

Erinnern heißt handeln und antifaschistische Erinnerung heißt, dem Erstarken von Hass und Ausgrenzung in jeder Form aktiv entgegenzutreten.

Petitum/Beschluss

1. Das Fachamt MR wird gebeten, bis Ende des Jahres eine öffentliche Beteiligungsveranstaltung zur möglichen Gestaltung eines Gedenkorts am Else-Rauch-Platz durchzuführen.

2. Das Fachamt MR wird gebeten, zeitgleich die Bedingungen für eine Umsetzung eines Gedenkortes zu prüfen.

3. Die Bezirksversammlung stellt finanzielle Mittel für die Beteiligung in Höhe von bis zu 5.000 € bereit.

4. Das Fachamt MR wird gebeten, die Ergebnisse dieser Beteiligung im KGA vorzustellen.

Marvin Brinkmann, Nikolai Drews und Fraktion Die Linke in der Bezirksversammlung Eimsbüttel

Anhänge

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