22-1971

Amphibienschutz in Hamburg-Eimsbüttel stärken – Populationsentwicklung, Hotspots sichern, Querungshilfen ausbauen

Gemeinsamer Antrag

Sachverhalt

Frösche, Kröten und Molche wandern jedes Frühjahr zu ihren Laichgewässern. Zersiedlung und zerschnittene Lebensräume auch in Eimsbüttel erschweren diese Wanderungen erheblich. Bei kühlen Temperaturen bewegen sich die wechselwarmen Tiere nur langsam; stark befahrene Straßen führen daher jedes Jahr zu hohen Verlusten. Der Straßenverkehr zählt neben Pestizid­einsatz und dem Verlust von Feuchtlebensräumen zu den Hauptursachen des Bestands­ckgangs.

Dieser Rückgang ist ökologisch gravierend: Biodiversität ist ein Kreislaufsystem, in dem jede Art eine unverzichtbare Funktion erfüllt. Amphibien regulieren Insektenbestände, sind Nahrungs­grundlage für andere Arten und verbinden Wasser- und Landlebensräume. Verschwinden sie, geraten Nahrungsketten und Stoffkreisläufe aus dem Gleichgewicht, mit potenziell irreversiblen Folgen für ganze Ökosysteme und damit für unsere eigenen Lebensgrundlagen.

In Eimsbüttel engagiert sich insbesondere die NABU-Gruppe seit Jahren für den Schutz wandernder Amphibien. 2023 wurden Sondermittel zur Erneuerung und Verlängerung beschädigter Schutzzäune an drei Standorten im Niendorfer Gehege bereitgestellt. Dieses Engagement braucht verlässliche strukturelle Unterstützung.

Bereits 2013 wurden im Niendorfer Gehege elf Amphibienteiche neu angelegt. Umso wichtiger ist es, die Wanderkorridore dorthin dauerhaft zu sichern. Angesichts der negativen Bestands­trends von Grasfrosch und Erdkröte ist es erforderlich, bestehende Lebensräume konsequent zu erhalten, zu vernetzen und insbesondere an Hotspots neben temporären Zäunen auch dauer­hafte Querungslösungen zu prüfen.

Mit der Referierendenenanforderung soll dafür eine fundierte fachliche Grundlage geschaffen werden

Petitum/Beschluss

Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten,

  1. in eine der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Grün, Nachhaltigkeit und Umwelt (GNU) eine*n Vertreter*in der zuständigen Fachbehörde einzuladen, um über die Ent­wicklung der Amphibienbestände in Eimsbüttel, über bekannte Hotspots und Gefähr­dungsschwerpunkte im Bezirk (u.a. Niendorfer Gehege, Vogt-Kölln-Straße, Bönning­stedter Weg) sowie über die Wirksamkeit bestehender Maßnahmen und die Perspektiven dauerhafter Querungshilfen zu berichten.
  2. zudem ein*e fachkundige*r Referent*in des NABU, insbesondere aus der NABU-Gruppe Eimsbüttel, einzuladen, um die praktischen Erfahrungen aus dem Amphibienschutz vor Ort darzustellen.

Katrin Meyer, Juliane Papendorf und GRÜNE-Fraktion
Ann-Kathrin Riegel und SPD-Fraktion

Anhänge

keine

Lokalisation Beta
Eimsbüttel Bahn-Landwirtschaft Bezirk Hamburg e.V. Vogt-Kölln-Straße

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