Alternativantrag zu Drs. 22-1144 und zu Drs. 22-0901 Coliving - Gemeinschaftliches Wohnen in möblierten Wohnungen Zukunftsmodell in urbanen Gebieten oder überteuertes Wohnen unter Umgehung des Wohnraumschutzgesetzes?
Letzte Beratung: 03.09.2025 Wirtschaft, Digitalisierung und Verbraucherschutz Ö 7.1.2
Coliving ist gemeinschaftliches Wohnen in möblierten Wohnungen, bei dem einzelne Bewohner eigene private Bereiche haben und sich gemeinsam Küche, Bäder und andere Gemeinschaftsflächen teilen, oft mit zusätzlichen Services wie Reinigung,Bettwäsche, Internet und Coworking Spaces,wie Austausch und die Vernetzung zwischen den Bewohnern, die oft ähnliche Interessen haben. Diese Zusatzdienstleistungen sind dabei in der zu zahlenden Miete bereits inbegriffen.
Das Konzept ist in urbanen Gebieten verbreitet, richtet sich meist an junge Berufstätige und digitale Nomaden, die aus beruflichen oder persönlichen Gründen in eine neue Stadt ziehen und Anschluss suchen. Es bietet durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen eine flexible und potenziell kostengünstigere Alternative zu herkömmlichen Wohnungen.
Zudem sind die Mietverträge oft flexibel und kurzfristiger als traditionelle Mietverträge, was es einfach macht, für eine bestimmte Zeit dort zu wohnen und wieder auszuziehen. Dies stellt eine ideale Lösung für Menschen dar, die nicht langfristig an einen Ort gebunden sein möchten. Der Fokus liegt dabei auf dem Miteinander, dem Knüpfen von Kontakten und dem Gefühl der Zusammengehörigkeit. Daher kann eine gemeinsame Nutzung von Ressourcen auch zu einem nachhaltigeren Lebensstil beitragen.
So wurde auch der Coliving-Anbieter Stacey in einem Artikel des Hamburger Abendblattes vom 09.01.2024 als Start Up für flexibles Wohnen der Zukunft gepriesen.
https://www.abendblatt.de/advertorials/stacey.html
Mittlerweile steht das Coliving aber auch in der Kritik.
Beispielhaft seien hier im Zuge der öffentlichen Berichterstattung und der Diskussion in der Bezirksversammlung der Fall des Mehrfamilienhauses in der Straße „Bei der Apostelkirche 13“ genannt.
Dort werden kleine, möblierte Zimmer für bis zu € 1.000 monatlich angeboten – möglicherweise ohne ausreichende Heizmöglichkeit.
Kritiker sehen darin ein zunehmend verbreitetes gewerbliches Vermietungsmodell, bei dem Wohnungen in einzelne Zimmer aufgeteilt und möbliert auf Zeit vermietet werden. Hierdurch sehen Kritiker ein Unterlaufen bestehender Mietpreisregulierungen und der Mindestanforderungen an die Wohnraumqualität und des Wohnraumschutzgesetzes.
Daher ist es an der Zeit sich durch sachliche Informationen selber ein Bild zu machen.
Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten,
nacheinander jeweils einen Vertreter oder eine Vertreterin
als Referenten einzuladen, um den Ausschuss fachlich zum Thema Coliving zu informieren und ggf. Empfehlungen für ein weiteres Vorgehen zu geben.
Benjamin Schwanke, Camilla Joyce Thiele, Lea Fricke und FDP Fraktion Eimsbüttel
keine
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