22-0904

Umweltgefährdende Altlasten in Bergedorf

Auskunftsersuchen nach § 27 BezVG

Letzte Beratung: 25.06.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 6.20

Sachverhalt

Auskunftsersuchen

der BAbg. Jobs, Feiler-Siegert, Graßhoff, Cantay und der Fraktion Die Linke

Sorgloser Umgang mit umweltschädlichen Stoffen in der Vergangenheit führ(t)en immer wieder zu Gefährdungen der Umwelt, Mensch und Tier. Die Dioxinfunde in der Boberger Niederung, die Chlor-Kohlenwasserstoffe unter dem derzeitigen Gelände der Körber AG (Hauni) oder aber auch gefährlicheStoffe in den Boden unter manchem (ehemaligen) Standort einer chemischen Reinigung sind Beispiele dieser problematischen Hinterlassenschaften.

Von all den Fundstätten gehen unterschiedliche Gefahren aus. Insbesondere die Gefährdung des Grundwassers ist dabei von Bedeutung.

Seit vielen Jahren werden in Hamburg Flächen untersucht und ggf. saniert. Sind Verursacher*innen bekannt, so können sie zur Begleichung der anfallenden Kosten herangezogen werden.

Ein Altlastenkataster gibt inzwischen im Einzelfall Grundeigentümer*innen Auskunft über bekannte Verunreinigungen im Boden.

Offen bleibt, ob alle diese Altlasten bekannt sind.

Vor diesem Hintergrund fragen wir:

Bestandsaufnahme

  1. Wie viele bekannte Altlasten- und Altlastenverdachtsflächen gibt es derzeit im Bezirk Bergedorf, wie groß sind die jeweiligen Flächen und wo befinden sie sich?
  2. Wie hat sich die Anzahl dieser Flächen in den letzten zehn Jahren entwickelt?
  3. Welche Stadtteile im Bezirk sind besonders betroffen?

Risiken für Mensch und Umwelt

  1. Welche Altlastenstandorte werden derzeit als besonders risikobehaftet eingestuft?
  2. Bestehen Gefährdungen für Trinkwasser, Grundwasser, Oberflächengewässer oder Wasserschutzzonen?
  3. Gibt es Hinweise auf Gesundheitsrisiken für Anwohner*innen?

Sanierung und Überwachung

  1. Wie viele Altlastenflächen werden aktuell saniert und wie groß sind diese Flächen?
  2. Welche Sanierungsmaßnahmen wurden in den vergangenen fünf Jahren abgeschlossen?
  3. Nach welchen Kriterien werden Standorte für eine Sanierung priorisiert?
  4. Wie wird der Erfolg abgeschlossener Sanierungen kontrolliert?

Kosten und Finanzierung

  1. Welche Kosten sind der FHH für Altlastenerkundung und -sanierung in den letzten fünf Jahren im Bezirk Bergedorf entstanden?
  2. In welchen Fällen konnten Verursacher*innen zur Kostentragung herangezogen werden?
  3. Welche Fördermittel von Bund oder EU wurden genutzt?

Transparenz und Bürgerinformation

  1. Wie werden Bergedorfer*innen über Altlasten in ihrem Wohnumfeld informiert?
  2. Welche Informationen sind öffentlich zugänglich und welche nicht?
  3. Wie viele Bürger*innenanfragen oder Beschwerden zu Altlasten gingen in den letzten fünf Jahren ein?

Bau- und Stadtentwicklung

  1. Welche Auswirkungen haben Altlasten auf geplante Wohnungsbau- oder Gewerbeprojekte im Bezirk?
  2. Bei welchen größeren Entwicklungsgebieten im Bezirk mussten aufgrund von Altlasten zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden?
  3. Wie wird sichergestellt, dass belastete Flächen vor einer Neubebauung ausreichend untersucht werden?

Zukunft und Strategie

  1. Welche langfristige Strategie verfolgt die Stadt zur Reduzierung von Altlastenrisiken?
  2. Reichen die personellen und finanziellen Ressourcen der Umweltbehörde aus?
  3. Welche neuen Herausforderungen ergeben sich durch Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), Schwermetalle oder andere schwer abbaubare Schadstoffe?
Petitum/Beschluss

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