22-0807

Eintrittsgelder, Kosten und mögliche Gebührenfreiheit bei bezirklichen Museen und Kulturstätten in Bergedorf

Kleine Anfrage nach § 24 BezVG

Letzte Beratung: 30.04.2026 Bezirksversammlung Bergedorf Ö 4.11

Sachverhalt

Kleine Anfrage

der BAbg. Jacobsen, Dr. Dahms und der FDP-Gruppe

Vor dem Hintergrund des Antrages „Ab ins Museum - Auf Bergedorf sein Nacken“ erscheint es angezeigt zu prüfen, welche Einnahmen tatsächlich erzielt werden und welche Kosten der Erhebung von Eintrittsgeldern gegenüberstehen, um eine verantwortungsvolle Entscheidung in dieser Sache zu treffen.

Bereits 2017 hat die FDP in Hamburg freien Eintritt in staatliche Museen gefordert, da der Erhebungsaufwand die Einnahmen in vielen Bereichen nicht deckt. Andere Länder sind hier Vorbild, wo Museumsbesuche grundsätzlich Eintrittsfrei sind. Es ist folgerichtig, im Bezirk Bergedorf zumindest transparent zu prüfen, ob Eintrittsgelder an bezirklichen Kulturorten den Verwaltungsaufwand überhaupt decken.

Der Bezirk Bergedorf verfügt mit der Bergedorfer Museumslandschaft über mehrere bezirklich geprägte Kulturorte. Nach der offiziellen Bezirksseite bilden gleich drei bezirkliche Museen den Kern der Bergedorfer Museumslandschaft; genannt werden zudem die Sternwarte sowie weitere bezirkliche Kulturangebote und Formate. Nach den veröffentlichten Preisen der Bergedorfer Museumslandschaft kosten der Eintritt im Bergedorf Museum sowie im Freilichtmuseum Rieck Haus für Erwachsene derzeit 4,50 Euro bzw. 6,00 Euro, Ermäßigungen liegen bei 3,00 Euro bzw. 4,00 Euro; Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten freien Eintritt.

Wenn Eintrittsgelder nur geringe Einnahmen erzielen, während ihre Erhebung Verwaltung, Personal und Abrechnung bindet, ist zu prüfen, ob Gebührenfreiheit nicht sachgerechter wäre. Gerade bei bezirklichen Kulturorten sollte der Bezirk offenlegen, ob ein kostenfreier Zugang wirtschaftlich und kulturpolitisch sinnvoller ist als die Beibehaltung des Ticketbetriebs.

Vor diesem Hintergrund fragen wir das Bezirksamt:

  1. Welche Museen, Ausstellungen, Kulturstätten und sonstigen kulturellen Einrichtungen stehen im Bezirk Bergedorf unter bezirklicher Aufsicht, werden vom Bezirk betrieben oder werden ganz oder teilweise mit bezirklichen Mitteln betrieben?
  1. Bitte führen Sie diese Einrichtungen einzeln auf und teilen Sie jeweils mit:
    • Trägerschaft und Betreiber,
    • zuständige Dienststelle,
    • Öffnungszeiten,
    • Eintrittspreise und Ermäßigungen,
    • vorhandene kostenfreie Besuchsangebote, freie Tage oder Sonderformate.
  1. Welche Einnahmen aus Eintrittsgeldern wurden in den letzten drei Haushaltsjahren jeweils erzielt?
    • bitte einzeln nach Einrichtung,
    • bitte getrennt nach regulärem Eintritt, Ermäßigungen, Gruppenangeboten und Sonderformaten,
    • bitte jeweils als Jahresgesamtbetrag.
  1. Welche Kosten entstehen dem Bezirksamt beziehungsweise den betriebenen Einrichtungen jährlich für die Erhebung von Eintrittsgeldern?
    • Personalaufwand,
    • Kassen- und Abrechnungssysteme,
    • Zahlungsverkehr,
    • Buchhaltung und Controlling,
    • sonstige Verwaltungs- und Sachkosten.
  1. Welche Kosten entstehen unmittelbar durch den Betrieb eines ticketbasierten Eintrittssystems im Vergleich zu einem kostenfreien Zugang?
  1. Welche Besucherzahlen wurden in den letzten drei Haushaltsjahren jeweils erreicht?
    • bitte nach Einrichtung aufgeschlüsselt,
    • bitte getrennt nach Vollzahlern, Ermäßigungsberechtigten, Kindern und Jugendlichen sowie Gruppen.
  1. Welche Auswirkungen haben nach Einschätzung des Bezirksamts Eintrittsentgelte auf
    • Besucherzahlen,
    • kulturelle Teilhabe,
    • Bildungszugang,
    • Tourismus und Stadtteilbelebung?
  1. Welche Einnahmeausfälle wären nach Einschätzung des Bezirksamts mit einer generellen Gebührenfreiheit für alle bezirklichen Museen und Kulturstätten verbunden?
  1. Welche organisatorischen und finanziellen Maßnahmen wären erforderlich, um alle bezirklichen Museen und Kulturstätten dauerhaft kostenfrei zugänglich zu machen?
  1. lt das Bezirksamt es unter wirtschaftlichen, administrativen und kulturpolitischen Gesichtspunkten für sinnvoll, bezirklichen Museen und Kulturstätten ganz oder teilweise kostenfrei zu stellen?
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