Bestandssicherung und Zukunftskonzept für den Wasserturm im ehemaligen Versorgungsheim Farmsen Debattenantrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Die Grünen und der FDP-Fraktion, angemeldet zur Debatte von der SPD-Fraktion
Letzte Beratung: 11.06.2026 Bezirksversammlung Wandsbek Ö 4.2
Das 1904 eröffnete Versorgungsheim Farmsen war in der NS-Zeit mit bis zu 2.100 Insassen die größte Hamburger Verwahranstalt für ausgegrenzte Menschen. Die dort stigmatisierten Menschen wurden zu Zwangsarbeit herangezogen, über tausend Personen wurden zwangssterilisiert und zahlreiche Bewohner in „Euthanasie“-Anstalten und Konzentrationslager (Neuengamme) deportiert und ermordet. Dieser Vergangenheit würdig zu gedenken, ist die erklärte Absicht der Bezirksversammlung und der Wunsch der Zivilgesellschaft vor Ort.
In den letzten Jahren hat sich das Areal zwischen U-Bahnhof Farmsen und Neusurenland städtebaulich stark verändert. Durch die Entstehung eines neuen Wohnquartiers mit mehreren hundert frei finanzierten oder öffentlich geförderten Wohneinheiten und weiteren geplanten Bauvorhaben in der unmittelbaren Nachbarschaft verzeichnet der Stadtteil einen erheblichen Bevölkerungszuwachs. In den nächsten Jahren ist mit weiteren Zuzügen zu rechnen. Der Ortsteil Farmsen hat bis heute keinen Stadtteiltreff, der alle Bevölkerungsteile anspricht.
Als zentraler Bezugspunkt für einen Erinnerungs- und Lernort sowie als Begegnungsraum für Farmsen bietet sich der denkmalgeschützte Wasserturm von 1912 an. Seit 2022 laufen hierzu erste Überlegungen seitens der Unternehmen Pflegen & Wohnen, Fördern & Wohnen sowie den zuständigen Behörden. Erste Nutzungskonzepte für das Gebäude und das umliegende Ensemble scheitern im Moment jedoch an den hohen Sanierungskosten. Für eine Kindertagesstätte, die zunächst als wirtschaftlicher Anker diskutiert worden ist, ist der Bedarf nicht mehr gegeben. Weitere Nutzungsideen sind ein (Tages-)Café, eine Verkaufsstelle oder ein Ladengeschäft, eine Tagespflegeeinrichtung, mietbare Veranstaltungsräume, Werkstätten oder Wohnungen in dem denkmalgeschütztenGebäude. Es bleibt eine wichtige Aufgabe, die Ausformulierung von tragfähigen Konzepten im Austausch mit Akteuren im Stadtteil fortzusetzen und Fördermöglichkeiten zu suchen. Unabhängig davon muss der bauliche Bestand des historischen Wahrzeichens gesichert werden
Die Bezirksversammlung Wandsbek möge daher beschließen:
keine Anlage/n
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