Vorstellung und Bewertung von Mikroapartments als innovative Wohnform zur Entlastung des Wohnungsmarktes Debattenantrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Die Grünen und der FDP-Fraktion, angemeldet zur Debatte von der SPD-Fraktion
Letzte Beratung: 07.05.2026 Bezirksversammlung Wandsbek Ö 4.2
Mikroapartments, auch als Microflats bezeichnet, sind in sich geschlossene, sehr kleine Einzimmerwohnungen mit einer Größe von etwa 14 bis 32 Quadratmetern. Sie bieten auf kleinem Raum Wohn- und Schlafmöglichkeiten, ein Bad sowie eine Küchenzeile. Im Unterschied zu klassischen Studiowohnungen können Bewohner von Mikroapartments zusätzlich gemeinschaftlich genutzte Einrichtungen wie Küchen, Bäder, Terrassen oder Dachgärten nutzen. Werden mehrere Mikroapartments um gemeinschaftliche Räume gruppiert, spricht man von Cluster-Wohnungen oder Cluster-Wohngemeinschaften.
Insbesondere in dichtbesiedelten urbanen Zentren wie Europa, Japan, Hongkong und Nordamerika werden Mikroapartments zunehmend als Antwort auf steigende Mietpreise und Wohnraummangel angeboten. Auch in Hamburgist die Nachfrage nach innovativen Wohnformen hoch. Vor dem Hintergrund des weiterhin angespannten Wohnungsmarktes und der dringend benötigten Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum in Hamburg und im Bezirk Wandsbek möchten wir als Wandsbek-Koalition das Thema Mikroapartments gezielt in den Blick nehmen. Ziel ist es, herauszufinden, ob, und wenn ja, unter welchen Umständen, die stadtplanerische Förderung dieser Wohnformen eine sinnvolle und effektive Lösung zur Entlastung des Wohnungsmarktes darstellen könnte. Dabei sollen sowohl die Potenziale als auch die Herausforderungen, etwa im Hinblick auf soziale Integration, städtebauliche Entwicklung, Wohnqualität und rechtliche Rahmenbedingungen, umfassend betrachtet werden.
In Hamburg gibt es bereits Mikroapartments, und die Nachfrage nach dieser Wohnform ist offenbar hoch. Der Markt für „Micro-Living“ ist sehr aktiv, da insbesondere Pendler, Studierende und Auszubildende nach kleinen Wohnungen suchen und dieNachfragedasAngebot deutlich übersteigt. Mikroapartments sind in Hamburg an verschiedenen Standorten, beispielsweise durch Neubauprojekte in Stadtteilen wie Othmarschen oder Bergedorf, verbreitet. Die Zielgruppe dieser Wohnungen sind vor allem Personen, die eine temporäre oder kompakte Unterkunft suchen, häufig mit möbliertem Angebot. Die Mieten für solche Einheiten können sehr hoch sein; teilweise werden für die kleinen Flächen sehr hohe Quadratmeterpreise verlangt. Aufgrund der hohen Nachfrage sind Mikroapartments auch bei Kapitalanlegern beliebt, da sie als „sichere“ Anlage in einer Metropole gelten. Es ist zudem zu beachten, dass der Hamburger Wohnungsmarkt insgesamt sehr angespannt ist und die Leerstandsquote extrem niedrig ist.
Um eine fundierte Diskussion und Bewertung dieser Wohnform zu ermöglichen, ist eine umfassende Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen sowie den Herausforderungen aus Sicht des Bezirksamtes Wandsbek und der Stadt Hamburg erforderlich. Die Einbindung externer Expertise kann dabei helfen, unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen einzubringen.
Dies vorausgeschickt möge die Bezirksversammlung folgendes beschließen:
Die zuständige Fachbehörde wird gebeten, das Thema Mikroapartments im Planungsausschuss vorzustellen und sich mit den Vor- und Nachteilen sowie möglichen sozioökonomischen Auswirkungenfür Wandsbek und die Stadt Hamburg auseinanderzusetzen. Für den Vortrag sollen auch ein oder mehrere externe Referenten (z. B. von Gutachtern, Universitäten oder anderen externen Institutionen) hinzugezogen werden, um z. B. Auswirkungen auf Mietpreise, Bewohnerstruktur sowie soziale Aspekte (Vereinsamung, gesellschaftliche Teilhabe und Teilnahme) zu beleuchten.
Die Mitglieder der Unterausschüsse für Bauprüfangelegenheiten werden über den Vortrag informiert.
keine Anlage/n
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